Sonntag, 14. Mai 2017

TV Smith and the Bored Teenagers & Thomas Allan Band @ Duesseldorf, Haus der Jugend (13.5.2017)

TV Smith and the Bored Teenagers
Das war ein wundervoller Abend. Eröffnet wurde er von der Thomas Allan Band. Ich habe diese Band nun schon einige Male gesehen. Jedes Mal war das sehr gut. Aber heute Abend war es am Besten. Das lag - nicht nur...aber auch - an dem vierten Bandmitglied. Zuerst spielt die Band als Trio auf. Die Setlist war ähnlich wie die beim letzen Mal. Trotzdem wirkte alles noch mehr aufeinander eingespielt. Die spielen schon verdammt gut und die Songs sind klasse. Als dann nach ca. der Hälfte des Sets ein weiterer Gitarrist auf der Bühne stand, konnte man beobachten wie sich da auf Gitarrenebene ein kongeniales Team zusammenfand. Eine wahre Freude war das, das zu sehen und vor allem zu hören: im übertragenen Sinne warfen sich die beiden die Bälle zu und so hatte ich am Ende des Sets das Gefühl, dass sich jetzt eine Band gefunden hat, von der noch einiges zu erwarten ist. Ich bin sehr gespannt!
Thomas Allan Band
Dann - nach einer ziemlich kurzen Umbaupause - standen TV und die Bored Teenagers auf der Bühne. Ich habe diese Band jetzt schon ziemlich oft gesehen. Aber dieses war das besonders. Quasi ohne Pause spielte TV das "Useless"-Album (auch wenn das Titelstück erst als erste Zugabe kam). Es war wirklich atemberaubend. Düsseldorf war der letzte Gig. Die Band war extrem gut aufeinander eingespielt. Und so jagte ein brillianter Song den nächsten. Auffallend war dabei auch der Gitarrist Marky Quattro: er hat mehr noch als früher - wenigstens aus meiner Erinnerung heraus - einigen Liedern eine besondere Note gegeben wie z.B. "Runaway Train Driver". Wäre TV nach diesem ersten Set nicht mehr auf die Bühne gekommen, es wäre ok gewesen - denn es war alles "gesagt" worden". Doch er kam noch mehrfach wieder. Besonders erfreut war ich u.a. über "Tomahawk Cruise", der Single aus den Explorers Zeiten. Am Ende waren es ca. 80 Minuten.
Kuriosität am Rande: Am Ende des letzten Liedes - Great British Mistake - zerschlug dann Jonathan - der Bassist - seinen Bass. Damit war dann auch klar, dass es keine weitere Zugabe mehr geben würde. Wie ich dann später las, war der Bass auf der Tour mehr oder weniger kaputt gegangen, so der dann am letzten Abend in die musikalischen "ewigen Jagdgründe" geworfen wurde.
Wunderbar an diesem Abend war natürlich auch, viele nette Menschen wieder zu treffen. TV Smith Konzerte sind eben immer auch social events. Und das ist gut so. Am Merchstand legte ich mir noch die Special Edition seines Songbooks zu und verabschiedete mich von TV und auch Paul, seinem Tourmanager. Dieses Jahr werde ich TV wohl noch mindestens zweimal hier in Deutschland sehen - im anyway und im Tube - und dann auch hoffentlich in Blackpool, wo er mit der Band zweimal und einmal solo auftreten wird. Ich freue mich.

Das war die Setlist:

One Chord Wonders
Only One Flavour
My String Will Snap
Expensive Being Poor
Immortal Rich
Ready for the Axe to Drop
The Day We Caught the Big Fish
Generation Y
Gather Your Things and Go
Lion and the Lamb
Gary Gilmore’s Eyes
Bored Teenagers
Runaway Train Driver
Lord’s Prayer

Useless
Tomahawk Cruise
No Time To Be 21
Replay
I Delete
The Good Times Are Back

Safety In Numbers
Television's Over
Bombsite Boy

Back From The Dead
Great British Mistake

Freitag, 12. Mai 2017

Wire & Palais Ideal @ Utrecht, De Helling (11.5.2017)

WIRE
Unter der Woche nach Utrecht auf ein Konzert zu fahren - und am nächsten Morgen um 6.00 aufstehen zu müssen - das ist eher Blödsinn. Aber bei Wire? Da habe ich diesen Blödsinn in Kauf genommen. So fuhren Horst und ich ins Nachbarland und fanden direkt an der Halle einen Parkplatz. "De Helling" ist eine nette, übersichtliche Location: am Ende waren ca. 150 Menschen im Konzertsaal.
Als Support spielte ein Duo: "Palais Ideal". Abgesehen davon, dass der Sound nicht wirklich berauschend war, war es die Band auch nicht wirklich. Horst und ich hatten beim Sound der Band einen gleichen Gedanken. Das Duo, das via Bandmaschine als Rhythm-Ersatz unterstützt wurde, wollte wie die anfänglichen Human League 1979/80 klingen. Es gab dabei ein paar nette Momente. Gar nicht so schlecht war das Cover von Iggy Pop's "Funtime" sowie das Cover von "Resistance" von "The Sound". Aber letztlich blieb nach 45 Minuten nichts hängen.
Anders war das bei Wire: Diese Band ist eine, die klassische Fan-Erwartungen in der Hinsicht nicht erfüllt, als dass - wie es viele andere Bands tun - der alte Backkatalog präsentiert wird. Wenn alte Songs auf der Setlist stehen, dann werden sie anders als gewohnt gespielt. Wire haben schon immer ihr Ding gemacht. So dass sie dann eine ganz andere Erwartung immer erfüllen: ein Konzert von Wire birgt immer Überraschungen und bietet jedes Mal hochklassische Unterhaltung.
Die Band besteht aktuell aus den drei Gründungsmitgliedern Colin Newman, Graham Lewis und Robert Grey. Alles ältere Herren über 60, die nach wie vor Spaß am Krach haben. Ergänzt wird das Trio durch den Gitarristen Matthew Simms, der mit seiner schräg sägenden Gitarre so etwas wie das Sahnehäubchen darstellt. Alle letzten Alben sind grandios und es scheint so, dass die Kreativität dieser Band noch lange nicht am Ende ist. Die erfinden sich einfach immer wieder neu.
Klar standen dann einige Stücke des neuen Albums auf der Setlist. Daber auch das eine oder andere der Alben zuvor. Besonders freute ich mich über eine interessante Version von "Over Theirs": dieses Stück stammt vom sog. Reunion-Album von 1987: "The Ideal Copy". Ich mag dieses Album schon deshalb, weil ich damals hoch erfreut gewesen war, dass es diese Band überhaupt wieder gab. Zudem war das meine allererste CD, die ich käuflich erwarb. Gerade bei diesem Stück kam die sägende Gitarre von Matthew Simms besonders gut und verlieht diesem tollen Stück eine besondere Note. Stand "Over Theirs" am Ende des regulären Sets, spielte die Band als erstes Lied "Ahead" vom gleichen Album. "The Ideal Copy" quasi als Klammer. Und wurde auf den letzten Touren immer auch mal etwas von "Pink Flag" gespielt, so fand sich jetzt "Three Girl Rhumba" auf der Setlist wieder: anders als Vinyl und mit der lakonischen Ansage von Graham Lewis, dass derjenige, der dieses Lied nicht kennen würde, doch besser schnell zu seinem Doktor gehen solle.
Nach gut 75 Minuten war das Konzert zu Ende. Eigentlich schade. Und doch: das war eine perfekte Packung. Wire spielen in einer Liga für sich - in jeder Hinsicht.

Das war die Setlist:

Ahead (The Ideal Copy)
Diamonds In Cups (Silver/Lead)
An Alibi (Silver/Lead)
This Time (Silver/Lead)
Three Girl Rhumba (Pink Flag)
Art Of Persistence (The Third Day)
Brio (Silver/Lead)
Underwater Experiences (Document And Eyewitness)
Red Barked Trees (Red Barked Tree)
Small Black Reptile (Manscape)
Keep Exhaling (Change Become Us)
Split Your Ends (Wire)
Playing Harp for the Fishes (Silver/Lead)
Short Elevated Period (Silver/Lead)
Over Theirs (The Ideal Copy)

Silver/Lead (Silver/Lead)
Used To (Chairs Missing)
Harpooned (Wire)

Montag, 24. April 2017

Spizzenergi & The Dirty Lovemachines @ Cologne, Sonic Ballroom (23.4.2017)

Son Of Ziggy
Spizz - unter welchem Namen auch immer - fand ich auf Vinyl immer toll. Ich erinnere mich, wie mir "Soldier, Soldier" bei Carmens Pure Freude gekauft hatte. Die anderen Singles hatte ich zu dem Zeitpunkt - 1981 - alle auf Tape. Damals spielte Spizz auch in Düsseldorf. Live war das damals aber nicht so der Brüller. Mein Freund Joost schrieb damals in seinem Fanzine "Schmier", dass der Auftritt ziemlich scheisse gewesen sein muss. Auch die Live-Aufnahmen, die man auf YouTube z.B. anhören kann, haben mich nie wirklich so vom Hocker gehauen. Trotzdem dachte ich mir, dass es sich vielleicht doch lohnen könnte. Also fuhr ich mit wirklich wenig Erwartungen in den Sonic Ballroom. Und: der Abend sollte gleich in mehrfacher Hinsicht überraschen.
I Am A Machine
Da war die Vorband. Und an sich zucke ich beim Thema Vorband im Sonic Ballroom immer zusammen. Wieviele wirklich miese Supportbands habe ich das schon gesehen. Aber "The Dirty Lovemachines" haben trotz des eher dummen Namens mehr als überzeugt. Stark am amerikanischen Punk/Hardcore orientiert bediente sich das Trio so unverschämt gut bei unzähligen Bands, dass es ein wahre Freude war, diesem fast 40minütigen Set beizuwohnen. Roter Faden war die Ramones-Attitüde, möglichst viele Songs in kurzer Zeit runterzuspielen. Und den Ramones wurde auch in dem einem oder anderen Song Tribut gezollt. Das war also ein Kracher direkt zu Beginn. Sollten "Spizzenergi" also Rohrkrepierer sein: der Abend hätte sich allein wegen der Vorband gelohnt.
Aber "Spizzenergi" waren gigantisch. Aber alles von Anfang an. Spizz - der Mastermind - ist ein exzentrischer Zeitgenosse, der wohl früher vor allem durch schlechte Laune auf der Bühne aufgefallen ist. Aber das ist wohl Vergangenheit. Er war gut aufgelegt und fiel allein durch sein auffälliges Outfit auf: beleuchtete Brille, leuchtende Ringe und eine Gürtelschnalle inkl. Display, auf dem "Son of Ziggy" zu lesen war. Dazu dann eine Band, die extrem gut ist: alles vorzügliche Musiker, die den Geist des Glasrock / Bowies und dieser Zeit in den Knochen stecken hatten und entsprechend genau - passgenau - zu den Songs von Spizz passten. Und so folgte ein bombastischer Set, in dem alles vorhanden war: alte Hits wie auch die beiden neuen Singles. Manche alte Songs kamen im neuen Gewand daher wie z.B. "Soldier, Soldier" oder vor allem "Spock's Missing". Und das war nicht nur gut, sondern auch unterhaltsam. So stand ich da vor der Bühne und rieb mir die Augen. Nichts ist schöner als ein Konzert zu erleben, wo alle Erwartungen getoppt werden. So verließ ich den Sonic Ballroom kurz nach 23.00 Uhr mit einem breiten Lächeln. Im Auto lief dann auf WDR2 ein Life-Konzert von Iggy Pop...ich schaltete ein als gerade "Lust for Life" lief. Passte perfekt!

6000 Crazy
Mega City 3
No Room
Amnesia
European Heroes
Red & Black
Soldier, Soldier
Central Park
City Of Eyes
Here Come The Machines
Virginia Plain
Where’s Captain Kirk?

Spock’s Missing
The Model
Scared
I Fought The Law

Sonntag, 23. April 2017

Turbostaat & Manifesto Jukebox @ Duesseldorf, ZAKK (22.4.2017)

Turbostaat
Im Sommer letzten Jahres hatte ich Turbostaat für mich entdeckt. Bis dahin war die Band immer an mir vorbeigegangen. Das aktuelle Album "Abalonia" ist ein wunderbares Album. Jetzt im ZAKK fand der Nachholtermins für das eigentlich im letzten Oktober angesetzte Konzert statt. Das ZAKK war mehr oder weniger ausverkauft. Eröffnet wurde der Abend kurz nach 21.00 von "Manifesto Jukebox", einer finnischen Band. Die war nicht ganz mein Ding, aber alles andere als schlecht. Dann kurz nach 22.00 kamen dann "Turbostaat" auf die Bühne. Unter dem Strich ein tolles Konzert. Viele songs des aktuellen Albums standen auf der Setlist - und dazwischen viele Stücke der Vorgängeralben. Alles gut. Das Publikum hat es genossen. Und der Sänger beeindruckte nicht nur als Sänger sondern auch durch einen guten blick: einer der Zuschauer verlor vor der Bühne seine Brille, so dass er den Song unterbrach, bis die Sehhilfe wiedergefunden war. Aber nicht nur der Sänger verdient Respekt: die Band spielte auf den Punkt. Routiniert ja. Aber da wurde nichts runtergespielt. Trotzdem - vielleicht lag es auch an meinem Gemütszustand an diesem Abend...die Woche war voll gewesen und ich war auch irgendwie bedient - war ich auch genervt: da war mal wieder ein total matschiger Sound... die alte ZAKK-Krankheit in der Halle. Dann hatte die Band eine nervige Lightshow, die - weil ich auf der Empore stand - da auf jeden Fall für mich extrem anstrengend war. Nun denn. Ich habe ja auch den Altersdurchschnitt massiv hinter mir gelassen. Und dann diese Quatscherei: neben mir standen zwei junge Frauen, die dauernd redeten...je lauter die Musik desto lauter waren sie ja dann auch. Als ich dann deutete, doch mal leise zu sein, regten die sich auf: "Was ich denn hätte...sie würden sich doch nur unterhalten...!" Hallo: es ist ein KONZERT! Zuhören! Nicht quatschen! Meine Fresse.
Wie dem auch sei. Ich war dann irgendwann einfach müde. Nach der ersten Zugabe ging ich davon aus, dass jetzt Schluss sei. Ich ging raus. Dann hörte ich, dass die Band nochmal auf die Bühne kam. Ich ging aber nicht wieder rein. Ich war durch und die frische Luft tat mir gut. Turbostaat: trotz meines Genervtseins eine sehr, sehr gute Band. Keine Frage.

Die Setlist ohne die letzte Zugabe:

Ruperts Grün
Der Zeuge
Haubentaucherwelpen
Ja, Roducheln
Die Stulle Nach Dem Schiss
Kussmaul
Surt Und Tyrann
Wolter
Ufos Im Moor
Bei Fugbaums
Pennen Bei Glufke
Fraukes Ende
Insel
Sohnemann Heinz
Eisenmann
Strandgut
Alles Bleibt Konfus
Harm Rochel
Abalonia

Phobos Grunt
Vormann Leiss
Schwan

Donnerstag, 20. April 2017

Sonic Avenues @ Essen, Anyway (19.4.2017)

Sonic Avenues
Wieder ein Konzert im genialen Anyway in Essen. Kalle hat ein wunderbares Händchen, immer gute Bands an Land zu ziehen. Auch wenn das Anyway klein ist und an diesem Mittwochabend das Publikum überschaubar war: es herrscht immer eine gute Atmosphäre und man kann Bands immer hautnah erleben. Wie jetzt die Kanadier "Sonic Avenues", die aus Montreal kommen und einen ultra melodischen Poppunk spielen: zwei Gitarren, die sich melodisch "die Bälle einander zuwerfen", und ein treibendes Schlagzeug und ein treibender Bass. 45 Minuten dauerte nur der Set.
Es gibt so viele Bands aus diesem Genre vom amerikanischen Kontinent. Das Problem bei ca. 90 Prozent dieser Bands: hörst Du einen Song kennst Du automatisch alle anderen. Ich habe einige dieser Bands gesehen und war spätestens nach 10 Minuten gelangweilt. Anders bei den "Sonic Avenues": die haben einfach den richtigen Dreh raus, einen melodischen Song nach dem anderen rauszuhauen, ohne sich zu kopieren. Wenn es überhaupt eine Konstante gibt, dann ist es eben diese treibende Rhythm-Section. Also: Perlen über Perlen, die in die Beine gehen. Darüberhinaus hat die Band ja nicht nur gute Musik gemacht: äußerst sympathisch sind die vier Kanadier. So macht ein Konzert Spaß. Und - wie schon gesagt - im Anyway wird man nie enttäuscht. Wunderbarer Laden.


Death Trap
Future
Burn Like Fire
Dead Faces
Automatic
Tunnel Vision
Hiding From You
Television Youth
Way Out
X Your Manners
Teenage Brain
I'm Not Linear
Defective

Girls With Pearls
Cover Song

Lost & Found

Samstag, 15. April 2017

Desperate Journalist & Precious Few @ Cologne, Blue Shell (12.4.2017)

D E S P E R A T E  J O U R N A L I S T
Ein guter Bekannter aus England gibt mir von Zeit zu Zeit Tips. Und das Schöne dabei ist, dass ich da immer blind drauf vertrauen kann, dass es auch mir gefallen wird. So hatte Andrew mir schon vor einiger Zeit die in London ansässige Band "Desperate Journalist" ans Herz gelegt. Via der Bandcamp-Seite der Band konnte ich das Debut-Album hören und ich war mehr als begeistert. Als dann das Konzert im Blue Shell angekündigt wurde, habe ich mir sofort ein Ticket geholt.
"Desperate Journalists" sind eine vierköpfige Band: jeweils zwei Frauen und zwei Männer, die mit Kajalstiften ihre Augen Cure-mäßig bemalt haben. Nicht umsonst ist auch der Bandname einem frühen Cure-Song entlehnt. Offiziell hat die Band Band den Stempel "Post-Punk" abbekommen. Da ist nichts gegen einzuwenden: vieles ist aber auch sehr Retro - aber so gut und betörend, dass es einfach ein Vergnügen ist, diesr Band zu lauschen. Wenn ich also hinten anfange, habe ich mir endlich das Debut-Album sowie das neue Album "Grow Up" am Merchstand zugelegt. Davor gab es einen fast einstündigen Set, der von A-Z nur mit einem einzigen wort zu umschreiben ist: WUNDERBAR. Da war nicht nur der Gitarrist, der mit seinen verschiedenen Effektgeräten die unterschiedlichsten Sounds hervorzauberte - da war auch die treibende Rythm-Section, die vom Bassmann und der Schlagzeugerin zusammengehalten wurde. Krönung war die fragile Sängerin, die das lange, rote Mikrokabel sich bei jedem song bedenklich oft um den Hals schlang, dabei aber wunderbar und durchdringend sang. Die Setlist bestand entsprechend des gerade erschienenen zweiten Album hauptsächlich aus neuen Stücken. Knaller wie "Organ" oder "Cristina" vom ersten Album kamen trotzdem vor. Eine Stunde, in der alles gesagt war. Grandios! Da fiel dann auch nicht die lokale Supportband "Precious Few" ins Gewicht: harmloser, leichtgewichtiger Singersongwriter-Pop.

Das war die Setlist von Desperate Journalist:

I Try Not To
Happening
Hollow
Why Are You So Boring?
Lacking In Your Love
Be Kind
Control
Your Genius
Distance
Cristina
All Over

Radiating
Resolution
Organ

Sonntag, 9. April 2017

Stiff Little Fingers @ Aachen, Musikbunker (8.4.2017)

Stiff Little Fingers
Ich hatte mir die Tickets für Düsseldorf und Aachen schon im Dezember gekauft. Ausschlaggebend war damals, dass es fast dazu gekommen wäre, dass eine wunderbare englische Band hätte Support sein sollen. Im Dezember schien das relativ sicher...einige Wochen später war aber der Traum zerplatzt. Nach dem Konzert im ZAKK letzte Woche war mir aber klar, dass ich - soweit einrichtbar - auch nach Aachen fahren wollte. Der Vorteil des Musikbunkers: kleiner und mit relativ gutem Sound. So stand ich direkt vor der Bühne - genau in der Mitte. Perfekt!
Und eigentlich kann ich nicht sehr viel anderes schreiben als schon vor einer Woche: die gleiche Setlist, der gleiche gute Auftritt - auch wenn aus der Nähe betrachtet die Musiker doch ziemlich müde aussahen - und sogar das gleiche häßliche Hemd von Jack Burns. Also: ein toller Gig einer wirklich guten Band. Wenn es überhaupt etwas negativ anzumerken gäbe: das Gequatsche des Publikums, das mit im ZAKK so nicht aufgefallen ist.
Daher nun einige hochgradig subjektive Anmerkungen zur Setlist:
Hanx!
Interessant ist, dass die Band direkt mit einem vom ersten Album "Inflammable Material" begannen: "Breakout". Es ist aus meiner Sicht nicht der stärkste Song, aber er zeigte als Opener, wohin die Reise hingehen sollte. Danach folgte "Straw Dogs", das - wenn ich mich nicht irre - als vierte Single zwischen den beiden ersten Alben veröffentlicht worden war. Ein tolles Stück, das zeigt, welche Energie diese Band damals versprühte.
Danach folgte "Just Fade Away", das noch eines der besseren Stücke vom dritten Studioalbum darstellt. Im Gegensatz zu den vorgänger-Alben, die vor lauter Wut nur so strotzten, ist das aber schon weichgespült. Trotzdem ein schönes Stück.
"My Dark Places", in dem Jack Burns über seinen Kampf mit Depressionen singt, stammt vom letzten Album "No Going Back". Inhaltlich sehr gut...musikalisch eher im Weichspülmodus von 1981 aufwärts. Das gilt auch für "Safe As Houses" von "Go For It": schöne Melodie...aber das Raue fehlt.
"Nobody's Hero" ist eines der Stücke, das ich damals als das zweite Album "Nobody's Heroes" rauskam bis zum Abwinken gehört habe. Daher ein weiterer Höhepunkt auf der Setlist. Und auch wenn dann "Each Dollar A Bullet" vom letztlich schwachen Album "Flags And Emblems" stammt, ist das als große Ausnahme ein toller Song, der fast nahtlos in "At The Edge" von 1980 überging. Großes Kino.
"Barbed Wire Love" ist live wirklich gut. Witzigerweise ist das das einzige Stück vom ersten Album, das ich früher nie so recht mochte.
"Guilty As Sin", das auch vom letzten Album stammte, dreht sich um Mißbrauch von Kindern. Starkes Stück.
"Gotta Gettaway" ist einer der Knaller von "Nobody's Heroes". Ein wahrer Klassiker. Und auch "When We Were Young" von "No Going Back" hat wirklich starke Momente. Wohingegen ich "Roots, Radicals, Rockers and Reggae" vom dritten Album "Go For It" immer irgendwie doof fand. Also wenn ein Stück verzichtbar gewesen wäre, dann dieses.
"Strummerville" vom Album "Guitar And Drum" ist nett - inhaltlich natürlich sehr gut...musikalisch aber eher mäßig. Ja und dann kam das Grande Finale mit fünf Songs von den ersten beiden Alben, die einfach nur fantastisch sind: "Wasted Life", "Tin Soldiers", "Suspect Device" und als Zugabe eben "Johnny Was" sowie "Alternative Ulster". Es sind Songs, die ich damals - vor allem 1980 - wahnsinnig oft gehört habe. Und als ich dann im November diese Songs damals in Dortmund beim Rockpalastauftritt live miterleben durfte, war das ein Auslöser für viele Glücksgefühle. Tolle Band, die aber - wie schon zum ZAKK-Konzert geschrieben - gerade dieser Zeit immer hinterhergehinkt ist. Trotzdem: es ist gut, dass es die Stiff Little Fingers noch gibt.

Breakout
Straw Dogs
Just Fade Away
My Dark Places
Safe As Houses
Nobody's Hero
Each Dollar A Bullet
At The Edge
Barbed Wire Love
Guilty As Sin
Gotta Gettaway
When We Were Young
Roots, Radicals, Rockers and Reggae
Strummerville
Wasted Life
Tin Soldiers
Suspect Device

Johnny Was
Alternative Ulster

Dienstag, 4. April 2017

Locas In Love @ Duesseldorf, Kassette (29.3.2016)

Locas In Love
Das war reiner Zufall. Ich wollte eigentlich nur Martin treffen. Und an dem Abend spielte in der Kassette - übrigens ein wirklich netter Laden - die Kölner Band "Locas In Love": deutschsprachiger Pop mit krachigen Passagen. Sehr sympathisch und berührend. Auch wenn ich nicht bis zum Ende - der Zugabe - bleiben konnte, war es ein schöner Abend mit mildem Frühlingswetter.

Sonntag, 2. April 2017

Stiff Little Fingers & Sewer Rats @ Duesseldorf, ZAKK (1.4.2017)

Alternitive Ulster Boy Group
Stiff Little Fingers ist einer der Bands, die zwei fantastische Alben rausgebracht haben - Inflammable Material (1979) und Nobody's Heroes (1980) - und die dann eigentlich nichts mehr wirklich Gutes rausgebracht haben. Sicherlich: die das eine oder andere gute Stück. Doch letztlich lief die Band den ersten beiden Alben immer nur hinterher. Damals 1980 habe ich die Band in Dortmund gesehen und es war ein grandioses Konzert. Dann - nach langer Zeit - verließ ich das Konzert 2008 vorzeitig, weil es nur noch unerträglicher Altherrenrock war. Und nun habe ich Band dreimal im ZAKK gesehen: 2013, 2014 und 2017. Um es vorwegzunehmen: das aktuelle Konzert ist das Bessere dieser 4 Jahre. Dabei - und damit komme ich zum Support - erzeugte im Vorfeld der Veranstalter - das ZAKK - eine im Nachhinein witzige Irritation: als Support war erst gesetzt, das ein mir unbekannter deutscher Liedermacher auftreten sollte. Das erzeugte eine Diskussion bei Facebook bis hin zu der Aussage, dass das Bier doch zu teuer sei, um es dann mit dem Becher auf die Bühne zu schmeißen. Nun denn: quasi 24 Stunden vor dem Konzert war dieser Support gestrichen und die Kölner "Sewer Rats" sprangen ein. Das war keine schlechte Wahl: die Band spielte in dem am Ende ausverkauften ZAKK einen 40minütigen Set und brachten das Publikum - so wie es sein sollte - auf Betriebstemperatur.
Abzug in der B-Note
Dann kamen Stiff Little Fingers. Das, was mir zuerst auffiel: das Outfit von Jack Burns: ein Hemd mit Punkten. Das war vollkommen komisch. Kombiniert mit seinem Bauchumfang sah er damit wie ein Clown aus. Schlechter Geschmack? Selbstironie? Keine Ahnung. Jedenfalls geht er damit in die TOP 10 der schlecht gekleidetsten Sänger ein. Aber das ist nicht das eigentliche. Die Setlist bot keine wirklichen Überraschungen. Ein Mix aus den Songs der beiden ersten Alben und den besseren der Nachfolgejahre. Das kam aber gut. Die Band hatte den richtigen Wumms, was vor allem an der Rückkehr des Original-Bassisten - Ali McMordie - liegt. Auch im Vergleich zu den Vorjahren war angenehmer, dass Jack Burns nicht so viel geschwafelt hat. Wenigstens habe ich es so empfunden. Egal. Der Set hatte etwas Treibendes und keine Durchhänger. Die Band hat routiniert gespielt - und doch wurde der Set nicht einfach abgespult. Das finde ich respektabel: hat die Band doch gerade eine längere England-Tour hinter sich. Auch wenn der Eintrittspreis recht hoch war: die Band bietet dann immerhin auch etwas für das Geld. Ermüdungserscheinungen waren nicht erkennbar und allein wie Ali McMordie über die Bühne tänzelte, zeigt, dass die Band wirklich Bock hatte zu spielen. Das Publikum honorierte das: nicht nur beim Mitsingen. Zeitweise war vor der Bühne einiges los. Und so gingen die 90 Minuten wie im Fluge vorbei. Abgeschlossen wurde der Set durch zwei Stücke des ersten Albums: "Johnny Was" (das Cover von Bob Marley) und der Überhit "Alternative Ulster".  Respekt.


Breakout 



Straw Dogs 



Just Fade Away 



My Dark Places 



Safe As Houses 



Nobody's Hero 



Each Dollar A Bullet (YouTube)
At The Edge 

(YouTube)
Barbed Wire Love 



Guilty As Sin


Gotta Gettaway
When We Were Young
Roots, Radicals, Rockers and Reggae 

Strummerville 



Wasted Life 



Tin Soldiers 



Suspect Device 




Johnny Was 
(Bob Marley) 
(YouTube)
Alternative Ulster (YouTube)

Donnerstag, 30. März 2017

Thalia Zedek Band @ Cologne, Sonic Ballroom (28.3.2017)

Thalia Zedek Band
Die Musik von Thalia Zedek geht ans Herz. Ihre Musik ist schön, grandios, aufwühlend - in jeder Hinsicht wunderbar. Ich werde nie vergessen, wie ich 1992 das erste Mal etwas von ihr hörte, als ich von ihrer damaligen Band "Come" das Debut-Album "Eleven:Eleven" auf den Plattenteller legte. Seitdem habe ich ihren Werdegang verfolgt und bei all den Veröffentlichungen seit dieser Zeit gibt es keinen einzigen Durchhänger. Zuletzt hatte ich das Glück, Thalia Zedek mit ihrer Band vor drei Jahren viermal auf der Frühjahrstour durch Europa zu erleben. Nachdem nun ihr letztes Album "Eve" im letzten Sommer erschienen war, war erst eine Herbsttour in unseren Breiten geplant - doch das zerschlug sich wieder. Und es war - als dann die aktuelle Tour angekündigt wurde - alles andere als sicher, dass die Band auch hier in der Nähe würde spielen können. Glücklicherweise ergab sich aber, dass der Tour-Auftakt im Sonic Ballroom stattfinden konnte: ein idealer Laden sowieso ... und erst Recht für Thalia Zedek. Und immerhin waren um die 30 zahlenden Gäste anwesend... eigentlich lachhaft. Aber die, die da waren, wussten, dass sie etwas ganz Besonderes erleben werden.
Da es für die Band kein Budget einer Plattenfirma für diese Tour gab, konnten der eigentliche Bassist und der Drummer nicht mit nach Europa fliegen. Ersatz waren zwei Musiker aus Berlin, die - wie mir der Keyboarder Mal hinterher erzählte - innerhalb einer knappen Woche 19 Songs lernen mussten. Und das haben sie auch getan. Und auch wenn an der einen oder anderen Stelle hörbar war, dass es noch nicht 100% aufeinander abgestimmt war, so war es dennoch fast perfekt. Daher mein größter Respekt gegenüber diesen beiden Berlinern, die einen fantastischen Job machen. Und ich gehe davon aus, dass je länger die Band auf Tour ist, es nicht erst am Ende genau stimmen wird.
Thalia Zedek hat auf die Setlist das komplette aktuelle Album gepackt - und das war klasse. Denn "Eve" ist wunderschön. Und was soll ich sagen: fast 80 Minuten spielte die Band - ich stand fast direkt vor der Bühne und genoss die "Zeitlose emotionale Ehrlichkeit" - so wie es Carsten Wohlfeld treffend in einem Artikel - hier zu finden - formuliert hat. Bedauerlich ist allein, dass es für mich keine Chance gibt, die Band jetzt auf der Tour noch woanders zu sehen. Dabei ist das Treffen von Mel, dem Keyboarder, oder Michael David Curry, der die Viola spielt, immer sehr nett. Anderseits das Schöne: Thalia Zedek erzählte mir dann, dass sie vorhat mit der Band in diesem Jahr wieder etwas aufzunehmen. Und hoffentlich wird sie dann bald wieder nach Europa kommen.


Afloat
By The Hand
360
Illumination
Walking In Time
You Will Wake
Not Farewell
Northwest Branch
Fell So Hard
Try Again
All I Need
Stars

1926
Walk Away

Sonntag, 26. März 2017

Cyanide Pills & The Vageenas @ Essen, Freakshow (25.3.2017)

Meisterhaft!
Eigentlich hatte ich die Tour der Cyanide Pills schon abgeschrieben. An diesem Samstag konnte ich eigentlich gar nicht in die Freakshow nach Essen fahren. Aber das hatte sich sehr kurzfristig geändert. Paul, der Manager der Band hatte mich freundlicherweise auf die Gästeliste setzen lassen, da ich nicht wusste, ob ich früh genug da sein konnte. Denn es würde voll werden - was es dann auch war! - und so hatte ich die Sicherheit, auch auf jeden Fall ins Venue reinzukommen. Auch wenn ich eigentlich ziemlich platt war, wollte ich mir nun gerade dieses Konzert nicht entgehen lassen. Gehören doch die Cyanide Pills zu meinen absoluten Lieblingsbands. Ich wiederhole mich sicherlich, was mir aber egal ist: diese Band aus Leeds ist nicht nur für mich eine der besten Punkbands, die aktuell existieren. Das jetzt frisch herausgekommene Album "Sliced & Diced" ist ein durch und durch fantastisches Album: Hit folgt auf Hit. Da gibt es keinen einzigen Aussetzer. Auch wenn das Jahr noch frisch ist, ist es jetzt schon für mich das Album des Jahres. Ein absolutes Meisterwerk.
Die Freakshow - ein wunderbarer Laden - füllte sich also sehr schnell und es war fast schon unangenehm voll. Aber das zählte weniger: es waren viele nette Menschen da, so dass auch dieses Konzert viele nette Gespräche mit sich brachte.
The Vageenas
Eröffnet wurde dann der Abend von "The Vageenas". Und das war unterhaltsam. Musikalisch liebäugelten die Vageenas deutlich mit dem amrikanischen Hardcore und die quirrlige Sängerin erinnerte mich - wenn ich die Augen schloss - von der Art des Singens an den Sänger von SNFU. Jedenfalls nutze sie mittels eines sehr langen Mikrokabels die gesamte Freakshow als Bühne. 45 Minuten spielte die Band und ich muss sagen, dass das schon sehr gelungen war.
Dann nach einer relativ kurzen Umbaupause erklang als Intro "Vivaldi" und die Cyanide Pills legten einen wunderbaren Set hin. Ich stand recht weit vorne - direkt vor dem "Bühnenmaul" - und ich war nicht der Einzige, der Stück für Stück mitsang. Es war eine gelungene Mischung aus bewährten Songs und denen des neuen Albums. Einige davon - wie z.B. "Stop & Search", "Government" oder "I don't remember" - waren schon länger im Programm: dazu gesellten sich Songs wie "Razorblade", "Alone Tonight" oder "No Strings Attached". Auch wenn die Band im Endeffekt - mit zwei Zugabenblöcken - gar nicht so lang spielte, waren dann doch die gut 50 Minuten die volle Ladung. 50 Minuten, in denen alles "gesagt" war und die einmal mehr unterstrichen, wie genial diese Band nicht nur auf Vinyl/CD, sondern gerade auch live ist. Vitalität, Witz, Virtuosität, Energie garniert mit der Gabe für grandiose Melodien/Songs: was will man mehr? Ich habe selten eine Band erlebt, wo alles so genau stimmt und auch zusammenpasst. Merkwürdig ist allein, dass diese Band nicht viel bekannter ist. Natürlich ist es toll, diese Band auch jetzt noch in so überschaubaren Läden wie der Freakshow sehen zu können. Aber ich würde es dieser Band mehr als gönnen, dass sie mal richtig durchstarten können. Die Cyanide Pills sind eine Klasse für sich. Und so fuhr ich nach dem Konzert erschöpft und zugleich zufrieden nach Hause.


Das war die Setlist:

No Strings Attached
Break It Up
Can't Get It Up
Formica
Dance With You
Making Her Mind Up
Mail Order Bride
Johnny Thunders Lived In Leeds
Government
Cheap'N'Nasty
Still Bored
Swallow
Razorblade
Stop & Search
Apathy
Only You
Up Against The Wall
Earthlings
Suicide Bomber

I Don't Remember
Alone Tonight
Where Did It Go
Black Lightning

Repeat Offender
Non-Believer

Samstag, 25. März 2017

Department S & Come On, Wolfgang @ Cologne, Sonic Ballroom (23.3.2017)

Department S
Ich werde nie vergessen, wie mir mein Freund Joost 1981/82 die 12 Inch von "Going Left Right" vorspielte. Damals war dieser Song wie auch "Is Vic There?" einer der großen Hits. Fantastische Songs. Leider gab es dann lange nichts mehr von dieser tollen Band zu hören. Erst in den 90ern erschien quasi posthum eine Compilation auf CD: das nie vollendete erste Album oder Teile davon und eben alle Single Tracks. Und guckt man sich die aktuelle Besetzung von Department S an, ist auch keines der Gründungsmitglieder mehr dabei. Der Sänger verstarb in den 80ern als eines der Aids-Opfer. Und trotz der fehlenden Mitglieder der allerersten Stunde gibt es noch die Band. Was auf den ersten Blick komisch daherkommt, ist unter dem Strich gar nicht so schlecht...mehr noch: ziemlich cool. Ich hatte die Band schon 2010 live gesehen - kurz nach der Wiederbelebung - dann noch einmal vor ein paar Jahren in Blackpool. Und jetzt im Sonic Ballroom. Mittlerweile hat die aktuelle auch eine CD herausgebracht, die wirklich gut ist: "When All Is Said And All Is Done". Gerade das Titelstück ist ein wirklicher Knaller. Wie schon bei den anderen beiden Gelegenheiten spielte die Band als Quartett - d.h. ohne jemanden an den Keyboards. Denn gerade diejenigen, die "Going Left Right" im Ohr haben, werden das schmerzlich vermissen. Wobei dann doch auch dieses Stück "nur mit Gitarre" gar nicht so schlecht rüberkommt. Mag der alte Bandname vermuten lassen, dass es sich bei dem Konzert nur um eine "Coverband"-Sache handeln könnte - eben nur die alten Stücke zu spielen - so war es genau andersrum: eine ganze Reihe der Songs des neuen Albums standen im Vordergrund. Und in diesem Mix war das schon ein wirklich gutes Konzert. Jedenfalls bin ich zufrieden nach Hause gefahren. Erwähnenswert war, dass als Support eine Band ausKöln spielte: "Come On, Wolfgang", die ok waren....was heißen soll: nicht so mein Ding, aber musikalisch versiert und daher anhörbar.

Freitag, 17. März 2017

Godfathers @ Cologne, Sonic Ballroom (15.3.2017)

Godfathers
Die Godfathers sind auch eine dieser Bands, die ich nie wirklich intensiv wahrgenommen habe. Ich wußte, dass die einige ganz gute Stücke haben, aber ich habe mir nie ein Album von denen zugelegt. War es Ignoranz? War ea der Umstand, dass es zu viele andere gab/gibt, die mich mehr interessierten ... oder denen ich schlicht aufgrund der vorhandenen Ressourcen den Vorrang gab? Wie dem auch sei: als ich sah, dass die Band an einem Mittwochabend im Sonic Ballroom spielen sollten, fuhr ich - für meine Verhältnisse - spontan hin. Da ich mir vorher noch ein Ticket via Internet geholt hatte, hatte ich auch Glück: denn der Sonic Ballroom war am Ende komplett ausverkauft. Keine Vorband. Start 21.20 - Ende kurz vor 23.00. 15 Euro. Das war ein guter Deal. Ausschlaggebend für den Konzertbesuch war - das will ich nicht verschweigen - ein trauriger Hintergrund. Alan, einer meiner englischen Freunde, der Ende letzten Jahres verstarb war ein großer Fan dieser Band... wie auch einige andere TUTS. Er trug - vor allem in Blackpool - öfters ein T-Shirt der Band und erzählte immer wieder begeistert von den Konzerten der Godfathers. so hatte der Konzertbesuch auch viel mit Alan zu tun: die Band mal zu sehen, die er so toll fand. Und ich muss gestehen, dass die Godfathers eine wirklich gute Liveband sind. Ich kenne mich mit der Historie von denen zu schlecht aus und ich habe auch keine Ahnung, wer - außer dem Sänger - noch Gründungsmitglied ist. Nur der eine Gitarrist kam mir bekannt vor, da er noch im letzten Jahr mit Duncan Reid auf Tour war. Aber egal. Das Quintett hat wunderbar gespielt. Es war - so schätze ich - so etwas wie eine Best-Of-Setlist mit einigen Stücken vom neuen Album. Und auch die waren gut. So vergingen die über 90 Minuten nicht nur wie im Flug. Ich verließ den Sonic Ballroom mit einem Lächeln und auch mit Wehmut. Mit Alan wäre dieses Konzert noch schöner gewesen.

Montag, 13. März 2017

Family 5 & Rockformation Diskokugel @ Duesseldorf, Haus der Jugend (12.3.2017)

Family 5
Dieses Konzert sollte nicht in der Halle, sondern im Cafe des Haus der Jugend stattfinden. Eigentlich kann ich es nach wie vor nicht fassen, dass das Interesse an dieser Band so bescheiden ist, dass so ein Schritt notwendig ist. Am Ende waren es - inkl. Vorband, Personal und Gästelistenmenschen - vielleicht 60 Personen, die sich an diesem Sonntagabend im Haus der Jugend versammelt hatten. Es ist schon eine Schande. Gleichwohl: die, die da waren, erlebten aber ein fantastisches Konzert.
Es fing schon gut an mit der Darmstädter Band "Rockformation Diskokugel", die einen sehr unterhaltsamen, 45minütigen Set ablieferten. Das Quintett hatte Humor und unterhielt durch einen Genremix, der einfach Spaß machte.
Dann kurz nach 20.00 kamen dann Family 5 auf die Bühne. Mittlerweile hatte sich das Cafe auf Saunatemperatur hochgeheizt - und trotzdem folgten 90 Minuten ein Feuerwerk alter und neuer Songs. Darunter waren auch Coverversionen u.a. von David Bowie, Procul Harum und von The Only Ones. Auch wenn der Rahmen so klein war: die Band nahm es sportlich und spielte grandios: allesamt sehr gute Musiker und Peter Hein als Sänger ist eh eine Klasse für sich. Wunderbarer Abend!

Sonntag, 5. März 2017

Psychotic Youth, Zwackelmann & Nimrods @ Wermelskirchen, AJZ Bahndamm (4.3.2017)

N.I.M.R.O.D.S.
Ich bin mit Jörg nach Wermelskirchen ins AJZ. Ein wunderbarer Laden. War anfangs kaum etwas los, füllte sich dann doch am Ende der Konzertraum so, dass es sich einigermaßen voll anfühlte. Ist es oft so, dass die Supportbands tendenziell schlecht sind und man sie bis zum Hauptact erleiden muss, war es gestern mal ganz anders. Als erste spielten die Nimrods: eine sehr sympathische Band. Drei Leute, wobei höchst auffällig der Bassist ist, der an seinem Bass eben nur eine Saite hat. Die Nimrods spielten einen ca. halbstündigen Set, der von Anfang bis zum Ende hochklassig war und der den musikalischen Vorbildern - den Ramones - alle Ehre machte. Garniert mit einigen Gimmicks: Mini-Pyro am Gitarrenhals... Wunderkerzen, die im Publikum verteilt wurden... ein Affe, der ala Pinhead über die Bühne schlurfte und eine Konfetti-Kanone. Tolle Band - toller Auftritt.

"Wir sind Zwackelman"
Danach kam Zwackelmann mit Band: einem Bassisten und Schlagzeuger. Unter dem Strich gefiel mir das besser als wenn er solo auftritt. Und auch dieser Auftritt war ziemlich gut. Witzige Texte - insgesamt viele tolle Songs. In der B-Note gab es nur für das Gequatsche zwischendurch von Bassmann und Zwackelmann einen leichten Punktabzug.

Nix Youth

Und dann kamen Psychotic Youth. Ich muss nun gestehen, dass diese Band an mir total vorbeigegangen ist. Erst in den letzten Wochen hatte ich mir einigen von denen auf YouTube angehört/angeguckt. Das sind Schweden, die sich irgendwo zwischen Poppunk, Surf und Rockabilly ansiedeln. An sich keine schlechte Mischung. Doch gestern Abend live auf der Bühne? Ich stand da und war ein wenig ratlos. Gut war das nicht...wenigstens nicht in meinen Augen/Ohren. Es war einfach langweilig und irgendwie auch belanglos. Es mag sein, dass diese Band an sich viel besser ist und vielleicht im AJZ einen schlechten Abend hatte. Jedenfalls verließen wir das AJZ beim letzten Lied vor der Zugabe.

Trotzdem war es ein schöner Abend...allein wegen der Nimrods...und natürlich auch wegen einiger netter Menschen, die ich regelmäßig hier und da bei einer Band treffe.

Montag, 27. Februar 2017

Slaughter and the Dogs & The Nopes @ Cologne, Sonic Ballroom (26.2.2017)

Slaughter and the Dogs
Karnevalssonntag nach Köln! Zum Glück ist im Sonic Ballroom quasi Karnevalsfreie Zone gewesen. Wobei es dann doch um 21.00 auf andere Art und Weise närrisch losging: The Nopes spielten mal wieder auf. Ich muss zugeben, dass die anderen Male, wo ich diese Band gesehen habe, kaum begeistert gewesen war. Aber gestern Abend war das wirklich unterirdisch. Lag es an der spürbaren Unlust des Sängers...der an sich noch Qualitäten hat - oder lag es an dem Unvermögen des Schlagzeugers? Ich weiß es nicht. Irgendwie war es nicht nur lustlos und wirklich alles andere als gut. Merkwürdigerweise war dann die "Zugabe" das noch (also relativ gesehen) beste Stück und recht gelungen - obwohl es ein Cover war: R.A.M.O.N.E.S.
Nach einer recht kurzen Umbaupause standen dann "Slaughter and the Dogs" auf der Bühne. Erstaunlich war das auch. Waren doch mehrere Touren immer kurzfristig ganz abgesagt oder wie beim letzten Mal einfach so abgebrochen worden. Ich hatte in den letzten Jahren mehrere merkwürdige Stories über deren Gehabe gehört und gelesen. Irgendwie passte das zu dem Ruf, den diese Band eh hat: tendenziell Kotzbrocken zu sein. Nun - aber irgendwie scheinen sie derzeit Bock zu haben. Und das war gut. 2015 hatte ich sie das erste Mal in Blackpool gesehen und da war der Auftritt ziemlich gut. Damals spielte die Band im Empress Ballroom auf einer riesigen Bühne. Jetzt im kleinen Sonic Ballroom. Ich war schon früh da und bekam die beiden verbliebenen Gründungsmitglieder - Wayne Barrett-McGrath und Mick Rossi - am Merchstand mit. Kommunikativ im Blick auf die Konzertbesucher wäre doch übertrieben - aber unter dem Strich auch nicht unfreundlich. Jedenfalls lag am Merchstand das neue Album der Band, das ernsthaft gut ist. Eine schöne Mischung mit vielen Glamrock-Anteilen - wird doch auch von T.Rex "Get it on" gecovert: Back to the Roots. Und im Vorfeld des Abends hatte ich schon gesehen, dass die Band neben den Klassikern einige der neuen Songs spielen würde. Und so war es auch. Der Sonic Ballroom war nicht ausverkauft - es war aber auch nicht leer. Für mich war es angenehm: so war genug Platz. Und die Band nahm es so wie es war und spielte eine knappe Stunde einen kurzweiligen und wirklich guten Set. Die spielen alle miteinander auf den Punkt. Da waren keine Hänger. Sicherlich: bei dem Backkatalog ist eine knappe Stunde wirklich nicht viel. Aber die Zeit verging wie im Fluge. Als die Zugabe dann beendet war, habe ich mir noch kurz beim Merchstand das neue Album zugelegt und dem Sänger, der gerade hinzukam, "Danke!" gesagt und bin wieder zurück nach Düsseldorf gefahren. Schöner Abend.

Das war die Setlist des Abends:

Trust (All I Want From You)
Who Are the Mystery Girls? (New York Dolls)
The Bitch
Stranded
Boston Babies
Hell in New York
I'm Waiting for My Man (The Velvet Underground)
Trash Talking Queen
I'm Mad
Dame To Blame
Situations
Where Have All the Boot Boys Gone

Get It On (T.Rex)
Cranked Up Really High

Montag, 20. Februar 2017

The Divine Comedy & Lisa O'Neill @ Amsterdam, Paradiso (19.2.2017)

Neil Hannon...ganz groß


Napoleon
Das war ein wunderschöner Tag und Abend. Cor und ich sind zusammen mit Horst mittags in Richtung Amsterdam aufgebrochen. Nach einem Zwischenstop in der Nähe von Utrecht kamen wir kurz vor 18.00 in Amsterdam an. Da ich keine Lust gehabt hatte, irgendwo am Rand von Amsterdam zu parken und dann mit der Tram in die Innenstadt reinzufahren, war ich schon Ende des letzten Jahres fündig geworden. Ganz in der Nähe vom Paradiso gibt es ein Parkhaus, das man vorher online reservieren muss. Es ist eigentlich mehr eine Kombination von zwei mittelgroßen Hallen, wo man den Schlüssel abgibt und dann bei der Rückkehr das Auto vorgefahren bekommt. Nicht ganz billig und trotzdem extrem stressfrei - auch deswegen, weil das Paradiso keine 5 Minuten entfernt ist. Auf dem Weg zum Paradiso kehrten wir dann noch bei einem billigen Italiener ein - Pizza für 5€. Ok - so schmeckte sie dann auch. Kurz vor dem Einlass kamen wir zum Paradiso und standen ziemlich weit vorne. Ich habe dort noch nie ein Konzert gesehen. Das hatte sich einfach nicht ergeben. Merkwürdig - dabei ist das doch einer der legendärsten Läden in Europa. So hatte ich bisher nur Gutes gehört - und ich muss sagen: meine Erwartungen wurden übertroffen. Das Paradiso ist vielleicht das schönste Venue, in dem ich bisher gewesen bin. Und zu meiner großen Überraschung und damit verbundener Freude: es war bestuhlt. Angesichts einer fast dreistündigen Rückfahrt war das genial. Und wir saßen - weil wir mit zu den Ersten gehörten, die reinkamen - in der zweiten Reihe. Besser kann das doch gar nicht sein.

Als Support spielte eine irische Songwriterin - Lisa O'Neill - auf. Zusammen mit einem Gitarristen bot sie einige wunderschöne Songs - und war zwischen durch extrem unterhaltsam. Wo das Gerede zwischen den Songs oft langweilig/aufgesetzt/nervig sein kann, war das bei Lisa O'Neill ganz anders. Vorteil war zudem, dass es dadurch quasi keinen Umbau gab. Fing Lisa O'Neill um 19.30 an - begann dann der Hauptact pünktlich um 20.30 Uhr. Sehr angenehm.
Neil Hannon - der Mastermind von The Divine Comedy - betrat die Bühne im Napoleon Kostüm. Der Typ ist echt witzig. Bisher hatte ich ihn noch nie mit Band gesehen. Zusammen mit Cor sahen wir "The Divine Comedy" 2004 als Trio und 2010 solo in Köln. Nun mit Band. Ohne Streicher - aber mit einem Keyboarder, der auch ausgiebig Akkordeon spielte. Und das gab verschiedenen Songs eine besondere Note. Cool.
Complete Musician
The Divine Comedy/Neil Hannon haben über die Jahre wunderbare Alben rausgebracht. Wie bei so vielen Bands: die ersten Alben sind einfach die besten. Das letzte Album, was mich wirklich von A-Z begeistert hat, war das Album "Absent Friends". Was danach kam, war gut und es gab auch das eine oder andere Juwel. Effektiv konnte nur das letzte Album "Foreverland" wieder an die "alten" Zeiten anknüpfen. Und trotzdem: live ist dNeil Hannon mit oder ohne Band immer eine sichere Hausnummer. Und das bewies auch dieser auftritt im Paradiso.
War Neil Hannon zu Beinn Napoleon, so schlüpfte er nach einigen Songs in die Rolle des Bankers in Anspielung auf das vorherige Album - Bang Goes the Knighthood. Überhaupt war er gut aufgelegt. Witzige Zwischensagen und einige unerwartete Gimmicks: vor dem Song "Funny Peculiar", das er im Duett mit Lisa O'Neill sang - ging er zu einem große Holzglobus, der vorne linke vor den Keyboards stand...auf den ersten Blick als Deko. Der Globus entpuppte sich als Hausbar: Neil Hannon entnahm Getränke...dabei aktvierte er einen kleinen Schallplattenspieler..., drückte die Getränke seinen Musikern und Lisa O'Neill in die Hand und weiter ging es... - mal was anderes. Was nun dieses Konzert so besonders machte war nicht nur Neil Hannon - auch nicht nur seine Band, die hervorragend spielte - auch nicht dieses wunderbare Venue. All das zusammen war schon fantastisch. Was der ganzen Sache die Krone aufsetzte war die bestechende Zusammensetzung der Setlist: die einzelnen Perlen der letzten beiden Alben zusammen mit den anderen Juwelen. Ich muss zugeben, dass ich sehr gehofft habe, dass einige meiner Lieblingssongs auch gespielt werden würden. Dazu gehören neben dem Monstersong "Our Mutual Friend" natürlich "Generation Sex" und "Tonight We Fly", das - wie gewohnt - am Ende kam. Bei "Our Mutual Friend" stieg Neil Hannon von der Bühne und ging durch die ersten Reihe. Bei der Zeile, dass "er" ohnmächtig wurde - das Lied beschreibt, wie jemand über einen Freund ein Frau trifft, sich die ganze Nacht mit ihr unterhält...dann beim ersten Kuss ohnmächtig wird...und dann als er wieder aufwacht am morgen sie mit dem 'mutual friend' im Bett vorfindet - legte sich der Sänger in den Gang und band zum Schluß auch ein junges Pärchen vor uns in der ersten Reihe in die Schlussdramaturgie des Liedes mit ein ... als "er" eben die Frau im Bett des Freundes, der dann nicht mehr der Freund ist, vorfindet. Hochgradig unterhaltsam.

Duett
Horst meinte hinterher, dass er das ganze Konzert ein breites Grinsen im Gesicht hatte - Cor und mir ging es da nicht anders. Als die Band dann nach über 100 Minuten und einer Zugabe aufhörte, konnte man überall nur glückliche Gesichter sehen. Wie schon gesagt: ein wunderbarer Abend.
Und was übrigens noch toll war: da wurde nicht gequatscht - nix...gar nix. Ein Publikum, das einfach nur da war, weil es die Musik hören wollte. Und vielleicht ist der Umstand, dass kein Stimmen-Lärmpegel wie sonst so oft vorhanden war, auch als Indiz dafür zu werten, wie fantastisch diese Band im Paradiso war.
Als wir dann das Venue verließen, waren wir schnell an der Garage. Und kurz vor halb zwei waren wir auch wieder heil zuhause. Nur heute morgen der Wecker um 6.00 war scheisse.

Barkeeper

Sweden
How Can You Leave Me On My Own
When the Lights Go Out All Over Europe
Napoleon Complex
Happy Goth
Your Daddy's Car
Catherine The Great
To The Rescue
The Certainty of Chance
The Complete Banker
Bang Goes the Knighthood
Generation Sex
Our Mutual Friend
Funny Peculiar
A Lady of a Certain Age
Songs Of Love
Something For The Weekend
Becoming More Like Alfie
At the Indie Disco
I Like
National Express

Assume the Perpendicular
A Drinking Song
Tonight We Fly

Samstag, 18. Februar 2017

UK Subs & TV Smith @ Oberhausen, Kulttempel (17.2.2017)

UK SUBS
Ein Freitagabend. Der Kulttempel in Oberhausen war mir bisher unbekannt. Das Venue war auch gar nicht so leicht zu finden. Effektiv musste man am McDonalds vorbei. Anderseits fand ich aber direkt vor dem Tempel einen Parkplatz. Auch nicht schlecht. Nervig war nur, dass man am Eingang diese doofen Verzehrkärtchen bekam. Diese Form der Bezahlung mag ich gar nicht. Speziell deswegen, weil ich schon öfters in der Vergangenheit mitbekommen habe, wie Leute diese Teile verloren haben und dann die volle Summe bezahlen mussten. Nun denn. Ansonsten ist der Kulttempel ein tolles Venue. Anders als erwartet waren am Ende gar nicht so viele Leute da. Doof für den Veranstalter - gut insofern, als dass es nicht so eng war. So stand ich sowohl bei TV Smith als auch bei den UK Subs direkt vor der Bühne: beste Aussichten. Und das war nett, weil ich so besser sehen konnte als in Münster oder auch in Köln.
Was ließe sich zu dem ergänzen, was ich schon über Münster und Köln geschrieben habe? Grundsätzlich: es war wieder wunderbar. Und: es war von allen drei Konzerten der beste Abend.
Bei TV Smith lag das daran, dass nicht nur VOM mit auf der Bühne war, sondern auch Thomas Schneider. Beim vierten oder fünften Song sprang er auf die Bühne, stöpselte seine Gitarre ein und legte los. Sind TV und Vom eh ein kongeniales Duo, passte sich "Der" Schneider mühelos ein und es folgte ein Set voller Spielfreude. Erstaunlich war das nicht wirklich und dann doch: Tim ist seit einem Monat unterwegs: 6 Auftritte - ein Tag Pause. Und der ehemalige Adverts-Sänger ist über 60. Und trotzdem: er spielt auf als hätte er nicht eine anstrengende Tour im Rücken.
Und das gleiche gilt auch für die UK Subs: Charlie Harper ist über 70!. Und äußerlich sah man denen nichts an...ok: die Stimmen war ein wenig heiser, was bei den Ansagen rauszuhören war...und Charlie Harpers Knie war wohl leicht lädiert...was er sagte...aber was eben nicht zu merken war. Speziell bei den UK Subs war die Band in Oberhausen wie ein gutgeölter Motor, der zu Hochform auflief. Ich stand direkt vor dem neuen Gitarristen - Stephen Straughan - und fand es einfach toll, dem zuzuschauen. Der spielt schon ziemlich genial - passgenau. Besser geht es vielleicht gar nicht. Und was mir schon in Münster und Köln aufgefallen ist: die habe alle Spaß miteinander. Und das ist eben ein entscheidender Faktor: wenn die Band Spaß hat und harmoniert, dann ist das schon die halbe Miete. Auch wenn die Setlists keine besonderen Neuerungen aufwiesen: ich hätte mir beide im Doppelpack noch einige Mal auf der Tour angeguckt. Langeweile kommt da nicht auf. So hoffe ich, dass im nächsten Jahr wieder eine Neuauflage folgt.

TVOMSCH

Das war die Setlist der UK Subs:
Emotional Blackmail
Kicks
You Don't Belong
Left For Dead
Rockers
Down On The Farm
Endangered Species
Young Criminals
Barbie's Dead
Fear Of Girls
City Of The Dead
I've Got A Gun
Crash Course
Tomorrow's Girls
Teenage
Party In Paris
Police State
Warhead
Riot
Stranglehold
Disease

Limo Life
CID
Keep On Running
New York State Police

Mittwoch, 8. Februar 2017

The King Blues & Karl-Heinz Johnson @ Cologne, MTC (7.2.2017)

The Mighty Mighty King Blues
Eine der schönsten musikalischen Nachrichten Ende 2015: die Wiederauferstehung von "The King Blues". Auch wenn jetzt am Ende nur der Sänger - Johnny "Itch" Fox - übrig geblieben ist: er war und ist der Mastermind dieser Band, die seit der Gründung im Jahr 2004 sehr viele Veränderung der Besetzung erlebt hat. The King Blues ist eine der Bands, die die Gabe haben, nicht nur wunderbare Songs zu schreiben, sondern auch politisch klar Stellung beziehen. Entsprechend wurde auch im November 2015 auf ihrer Facebook-Seite gepostet: "Guess who's back and pissed off again?". Erwartet hatte ich das nicht wirklich. Als die Band 2012 ihre Auflösung Bekanntgabe und dann - quasi posthum - noch das Album "Long Live The Struggle" veröffentlichte, war ich ernsthaft traurig. Die Band war gerade dabei, richtig durchzustarten. Ich hatte sie 2011 zweimal gesehen: in Köln - aufgrund der Erkrankung vom Sänger vielleicht eine der kürzesten Konzerte - und dann als Support der Broilers in Münster. Auch wenn der eine Auftritt extrem kurz war und der andere mit der Ignoranz der Broilers-Fans zu kämpfen hatte: es waren grandiose Auftritte. So wie auch 2008 beim Rebellion Festival als ich diese Band entdeckte. Ich war zwar damals angesichts des Namens skeptisch, doch ein Freund überredete mich, diese tolle Band doch mal anzusehen. Und ich bin ihm heute noch dankbar für den damaligen Tip.

Johnny "Itch" Fox
Und nun spielten "The King Blues" in Köln direkt im Anschluss an ihre England-Tour...in Köln und dann noch in Berlin. Was für ein Glück. Ich war mir nun nicht sicher, was das geben würde. Würde überhaupt noch jemand kommen? Das MTC ist ja eh kein großes Venue. Ich fuhr also nach Köln und nach nerviger Parkplatzsuche kam ich - direkt neben dem Prime Club - an einer Pizzeria vorbei, in der ich mir noch eine Pizza holen wollte und da saß die Band. Das waren netter Anfang. So wie es auch nett war dann vor dem Konzert am Merchstand noch mit dem Sänger ein wenig zu reden.
Eröffnet wurde aber zunächst der Abend durch die Berliner Band "Karl-Heinz Johnson": ein Quartett, das recht kurzweilig - ziemlich 70er Jahre orientiert - ca.eine halbe Stunde spielte. Der Mann am Mischpult sagte vordem Set, dass er die ganz toll fand. Da er älter als ich zu sein scheint, konnte ich das auch hinterher ganz gut einordnen. Wie dem auch sei: es ist schon ganz witzig, dass nicht wenige der neueren Bands auf Altes zurückgreifen.
The Wild Guys
Dann um 22.00 Uhr betrat Johnny "Itch" Fox die Bühne und bot "What If Punk Never Happened" solo. Das ist ein starkes Stück. Und auch wenn die Keyboards fehlten, war es mehr als beeindruckend. Und dann kam die "restliche" Band auf die Bühne und insgesamt 90 Minuten bot sich ein musikalisches Spektakel. War ich zwar am Anfang leicht irritiert, dass eben die Keyboards fehlten, vergaß ich das wieder ganz schnell. Diese Mischung aus alten und ganz neuen Songs war ernsthaft grandios. Diese besondere Mischung aus Punk, Ska, Folk und Hip Hop hat es in sich und es ist immer wieder erstaunlich, wie diese Band - oder wie eben Johnny Fox - solche Stücke auf dem Ärmel schüttelt. Die Hit-Dichte ist bei The KingBlues extrem. Und von den neuen Liedern sind vor allem "Heart Of A Lion"sowie "Bullingdon Boys" fantastisch. Allein "Heart Of A Lion" ist ein "Über-Song". Das neue Album wird im April erscheinen und da freue ich mich schon riesig. Zwischendurch sang Fox dann drei Songs solo nur mit seiner Ukulele bewaffnet und bei der Zugabe wurde dann auch ein Acapella-Stück von der gesamten Band geboten. Die vielleicht insgesamt 80 Menschen im MTC waren also Augenzeugen einer tollen Band, die hoffentlich bald wieder nach Deutschland kommen werden.
Witziger Moment war übrigens, als Fox das Publikum mit "Berlin" zu Beginn des Konzertes ansprach. So musste der Tormanager ihm zuflüstern, dass das hier nicht Berlin sondern Köln sei. Fox wie auch das Publikum nahm das mit Humor und meinte mit einem Lächeln, dass das eben das Problem der Fremdsprache sei und er eben nur den Namen falsch ausgesprochen habe...

Das war die Setlist:
What If Punk Never Happened (Itch solo)
Let's Hang The Landlord
Set The World On Fire
I Want You
Starting Fires
Not Another Love Song
We Ain't Never Done
The Streets Are Ours
Underneath This Lamppost Light (Itch solo)
Out Of Luck (Itch solo)
Poems and Songs (Itch solo)
My Boulder
Heart of a Lion
I Got Love
Headbutt
Tear Us Apart
When the Revolution Comes
Bullingdon Boys
Hold On Tight
Modern Life Has Let Me Down
Mr Music Man
The Future's Not What It Used To Be

If I Had A Coin(Acapella)
Off With Their Heads
Save The World, Get The Girl

Sonntag, 29. Januar 2017

Funny van Dannen @ Duesseldorf, ZAKK (28.1.2017)

Funny Van Dannen
Ich bin ja kein wirklich großer Fan von Funny van Dannen's Alben. Sicherlich viele, viele gute bis hin geniale Lieder. Aber ich kann mir das einfach schlecht zuhause anhören. Für mich persönlich - und das mögen viele andere das ganz anders sehen - ist er in erster Linie jemand, den ich nur live angucken und auch nur so genießen kann.
Im fast ausverkauftem ZAKK trat er nun wieder auf. Ich war mit Cor da, die im Gegensatz zu mir gerade auch die Alben liebt und viele der Lieder zwischendurch rezitieren kann - ganz nach dem Motto, dass es quasi für jede Lebenssituation auch ein Fanny van Dannen Lied gibt.
Kurz nach 20.00 stand er dann auf der Bühne und spielte mit nur einer kurzen Unterbrechung 2 1/2 Stunden. Das war beeindruckend. Das eine oder andere Lied kannte ich (sogar), aber auch die wohl Neuen/Neueren waren durchweg gut bis überragend. Fanny van Dannen hat schon einen markanten, ausgeprägten Humor. Das Absurde ist seine Spezialität. Und besondere Qualität bekommt das dann, wenn er politische Kritik mit reinmischt. Also: live gucke ich mir den gerne immer wieder an. War ein sehr schöner Abend.

Mittwoch, 25. Januar 2017

UK Subs & TV Smith @ Cologne, Underground (24.1.2017)

UK Subs...reloaded
Wenn schon denn schon: zwei Tage nach Münster war ich dann in Köln. Schön ist es gewesen, einige nette Menschen zu treffen. Ich hatte Jürgen im Auto mitgenommen und in der Kneipe des Underground trafen sich dann die verschiedenen "Reisegruppen" - die üblichen Verdächtigen. Für einen Dienstagabend war das schon ziemlich gut. So war auch das Underground am Ende recht gut gefüllt. Da kann man nicht meckern. Anstrengend war allein die Parkplatzsuche: trat doch in der nahe gelegenen "Live Music Hall" irgend so ein Rapper auf, so dass es alles andere als leicht war, in der Nähe des Underground einen Parkplatz zu finden.
Unter dem Strich war fast alles wie in Münster. Die Setlists waren m.E. identisch. Aber das war alles andere als langweilig. Im Gegensatz zu Münster konnte ich von der Seite auf der Heizung stehend und an der Wand lehnend die UK Subs besser betrachten. Da ich nach wie vor aufgrund von "Rücken" nicht ganz entspannt stehen konnte, war es diesmal für mich sehr viel angenehmer als am Sonntag. Die Band hatte den Montag "frei" gehabt - und das merkte man insofern, dass sie sehr frisch daher kamen. Spürbar war die Spielfreude: das Lächeln auf den Gesichtern. Denke ich an letztes Jahr, war das nicht so der Fall. Dabei spielt Steve Straughan - der neue Gitarrist - wohl eine erhebliche Rolle. Allein wie die Band auf der Bühne kommuniziert macht deutlich, dass da die Chemie stimmt - und das wirkt sich dann auch auf ein Konzert aus. Ist Charlie Harper eh ein Phänomen, dass er mit über 70 da noch auf der Bühne rumläuft, wirkte er auch vitaler als noch im letzten Jahr. So scheint die neue Formation auch ihm noch einmal einen Kick gegeben zu haben. Und daher ist dann auch eine Wiederholung nach zwei Tagen alles andere als öde: wenn die Energie stimmt, dann macht es einfach nur Spaß.

TVOM 












Das galt auch für Tim und Vom, die wieder - wie in Münster - als TVOM im wahrsten Sinne ihr Bestes gaben. Als ich ging und mich von Tim verabschiedete meinte er - als er erfuhr, dass ich auch nach Oberhausen im nächsten Monat kommen würde - dass er nicht weiß, ob Vom dann auch da sein würde. Ich sagte nur, dass ich eh wegen ihm da wäre - und so nett ja Vom ist: spielt Tim alleine, dann wird er auch etwas von den neuen Songs spielen. Und das wäre wunderbar.
...by the way: das war TV Smith-Konzert No.70!

Das war die Setlist der UK Subs:

Emotional Blackmail
Kicks
You Don't Belong
Left For Dead
Rockers
Down On The Farm
Hell Is Other People
Barbie's Dead
Police State
Endangered Species
Fear Of Girls
City Of The Dead
I've Got A Gun
Crash Course
Tomorrow's Girls
Teenage
Party In Paris
Warhead
Riot
Stranglehold
Disease

I Couldn't Be You
Keep On Running
CID
New York State Police

Limo Life
I Live In A Car
Bitter & Twisted

Und das war die Setlist von TV Smith:

Only One Flavour
No Time To Be 21
Replay
I Delete
Lion And The Lamb
Expensive Being Poor
Immortal Rich
Open Up Your Heart
Generation Y
Pushed Again
One Day My String Will Snap
Gary Gilmore's Eyes
Bored Teenagers
One Chrod Wonders

Dienstag, 24. Januar 2017

UK Subs & TV Smith @ Muenster, Gleis 22 (22.1.2017)

UK Subs
Als ich in der Kälte vor dem Gleis 22 stand überlegte ich kurz, was denn sein würde, wenn es die UK Subs mal nicht mehr geben würde. Immerhin: die letzten Jahre ist der Januar immer der Monat, in dem die Band hier durch Deutschland tourt. Ein schönes Ritual. Und das zusammen mit TV Smith, der an diesem Abend mit Vom auf der Bühne stehen würde. Ich war schon Mittags mit dem Zug nach Münster gefahren. Später sollte Martin aus München noch kommen, so dass ich mit ihm dann wieder nach Düsseldorf fahren konnte. Also ein perfekter Tag. Gerade auch weil Münster ein schöne Stadt ist. Und vor dem Konzert besuchte ich noch einen dieser hippen Burger-Läden.

TVOM
Im Gleis 22 - der wirklich ein guter Laden ist - traf ich Paul und auch Tim...und auch einige andere bekannte Gesichter. Paul - der Tourmanager - hatte mir schon direkt gesagt, dass es eine "early show" werden würde: Tim mit Vom um 20.00 auf der Bühne und dann um 21.00 die UK Subs. Arbeitnehmerfreundlich - hatten wir doch noch eine längere Rückfahrt vor uns.
Der Vorteil von TVOM ist, dass es immer schön ist. Der Nachteil: neue Songs haben da keine Chance. Das sagte auch Tim. Hatte er noch am Vorabend in Hamburg 5 der neuen Songs gespielt, kam in Münster das Standard-Programm. Ok. Dabei hätte ich gerne noch das eine oder andere neue Stück gehört. Nun gut. Ich rechne sowieso nicht damit, dass dieses Jahr noch ein neues Album herauskommt. Trotzdem: die neuen Songs sind super.
Bei den UK Subs war ich auf Dinge gespannt: vor einigen Tagen hatte ich ein Interview mit Charlie Harper gelesen, in dem er sagte, dass er gerne 2017 das komplette erste Album spielen wolle. Würde die Band das wirklich tun? So sehr ich ja die Band mittlerweile mag: in den letzten Jahren waren die Setlists doch recht ähnlich. Tolle Songs. Ohne Frage. Aber das erste Album wäre schon ein Knaller. Und das andere - viel Wichtigere - war der neue Gitarrist, Steve Straughan. Nachdem ich im letzten das letzte Konzert mit Jet im 100 Club gesehen hatte, wäre der Abend in Münster der Abend des Vergleichs.
Nun: bezüglich des ersten Albums gab es insofern einen Dämpfer als dass es dann doch das gängige Programm mit ein paar Variationen war. Aber das war nicht schlimm: denn der neue Gitarrist ist fantastisch: er spielt dynamischer, bewegt sich ganz anders und passt sich nahtlos in diese Band ein. Das war schon ein Knaller. Hatte Tim mit Vom ca. 45 Minuten gespielt, so blieben die UK Subs sogar über eine Stunde auf der Bühne und ließen sich zu einer zweiten Zugabe bitten. Es hat großen Spaß gemacht. Auch wenn ich Ende dann doch ganz froh war, wieder im Auto sitzen zu können. Ich hatte an diesem Abend noch "Rücken" und dass Stehen war dann doch am Ende mühsam.

Das war die Setlist der UK Subs:

Emotional Blackmail
Kicks
You Don't Belong
Left For Dead
Rockers
Down On The Farm
Hell Is Other People
Barbie's Dead
Bitter & Twisted
Endangered Species
Fear Of Girls
City Of The Dead
I've Got A Gun
Crash Course
Tomorrow's Girls
Teenage
Party In Paris
Warhead
Riot
Stranglehold
Disease

I Couldn't Be You
Keep On Running
C.I.D
New York State Police

Limo Life
I Live In A Car
Police State

Und das war die Setlist von TV Smith:

Only One Flavour
No Time To Be 21
Replay
I Delete
Lion And The Lamb
Expensive Being Poor
Immortal Rich
Open Up Your Heart
Generation Y
Pushed Again
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Donnerstag, 12. Januar 2017

Sonars @ Duesseldorf, Brause (11.1.2017)

Sonars
Ich kann mich kaum erinnern, in einem kleineren "Venue" ein Konzert erlebt zu haben. "Die Brause" ist ein ehemaliger, kleiner Metzgerladen in Bilk. Das passen eh nicht sehr viel Menschen rein - erst Recht nicht, wenn die Hälfte des Raumes vom Equipment der Band ausgefüllt ist. Ich hatte jedenfalls mehr durch Zufall von diesem Konzert gehört. Die Band "Sonars" - eine Trio aus England und Italien - kannte ich nicht. Doch die Videos, die ich von der Band auf YouTube sah, interessierten mich direkt. Witzig ist, dass die Band gar nicht so in den musikalischen Rahmen passt, in dem ich mich normalerweise bewege: kein Punk oder ähnliches. Die "Sonars" sind anders. Auf ihrer Facebook-Seite findet sich folgende Beschreibung: "Sonars are a three piece Astral-Pop outfit from Brighton (UK) and Bergamo (IT). The band was founded by English brothers Frederick and David Paysden, on guitar and drums respectively, and Serena Oldrati on keyboards. Their retro-futuristic sound draws inspiration from Neo-Psychedelic bands such as Flaming Lips, MGMT and Tame Impala, with a love for Sixties and Seventies rock.". Und diese Beschreibung trifft das ganz gut. Und diese Band klingt gut: hierbei finde ich vor allem die Keyboards betörend. In der Kombination mit der Gitarre und dem Schlagzeug ergibt das insgesamt einen wirklich guten, unterhaltenden Sound. Zudem ist auch der Gesang aller drei Bandmitglieder ziemlich gut. Kurzum: ich war sehr angetan von diesem Abend und von dieser sehr sympathischen Band. Knapp 50 Minuten dauerte das Konzert, das ich nach dem letzten Song verließ, um noch meine Bahn zu erwischen. Und die Brause als Konzertort: klein und gut. "Man" ist eben dann sehr nah dran an der Band. Also das war ein guter Einstieg in das Konzertjahr 2017.

Das war die Setlist:
Intro Song
Can't Get Through
Dragonfly IV
Marbles
Cosmic Trip
Dilruba
Every Time
Lipstick Dinosaur
Flowers In Love
Come On
Desert Moon

Donnerstag, 15. Dezember 2016

Jahresrückblick: TOP Five 2016

Die besten 5 Konzerte 2016
Die Konzert-Saison ist für mich jetzt in diesem Jahr beendet. In diesen 12 Monaten habe ich wieder einmal wunderbare Konzerte erleben können. Eine Auswahl - also eine TOP 5 - zu erstellen, ist wirklich schwierig. Aber das ist meine TOP 5:

1. The Damned @ London, Royal Albert Hall (20.5.2016)
Eine der besten Bands ... in einem unglaublichem Venue ... mit einer riesigen Setlist ... vor einem tollem Publikum ... zudem war ich dort mit Freunden ... traf viele Bekannte ... und hatte einfach Spaß.


2. Louise Distras & Band @ Essen, Anyway (21.11.2016)
Eines dieser Konzerte bei denen ich mit offenem Mund dastand und dauernd dachte, "wie geil denn das jetzt sei...". Louise Distras und DIESE Band: der absolute Hammer!


3. Cyanide Pills @ Wermelskirchen, AJZ Bahndamm (1.10.2016)
Die derzeit nach wie vor beste PUNK-Band! Punkt!


4. Minor Victories @ Düsseldorf, ZAKK (30.10.2016)
Ein Konzert, das ich besonders glücklich und beseelt/erfüllt verließ. Wunderschöne Musik/wunderschöner Gesang.


5. Fehlfarben @ Düsseldorf, ZAKK (10.12.2016)
Die Fehlfarben, die mit diesem Konzert unterstrichen haben, dass sie nicht nur die beste Band mit Düsseldorfer Wurzeln sind.



Die besten 5 Alben

Auch nicht einfach...aber das ist meine Auswahl!

1. UK Subs - Ziezo
Hätte nie gedacht, dass ich jemals ein Album der UK Subs unter die Top 5 nehmen würde. Aber: dieses Album ist wahrlich ein Meisterwerk. Eine späte Liebe zu dieser Band.

2. Nick Cave and the Bad Seeds - Skeleton Tree
Das traurigste und zugleich schönste Album in diesem Jahr.

3. Turbostaat - Abalonia
Diese Band ist für mich eine (späte) Entdeckung: und das ist ein Album, bei dem alles rund ist.

4. Ruts DC - Music Must Destroy
Ungewohnt rockig. Aber große Songs. Ich liebe diese Band!

5. Thalia Zedek Band - Eve
Alles aus der Feder von Thalia Zedek ist "outstanding". Da führt kein Weg dran vorbei.