Montag, 3. Januar 2011

Nostalgia - Part 119 David Devant and his Spirit Wife & Veldt @ Islington Academy London 13.10.2004

Ca. 1998 spielte mir Anke, eine gute alte Freundin, eine LP vor. Das erste Album von David Devant and his Spirit Wife: Work, Lovelife, Miscellaneous. Wenn ich mich recht erinnere, hatte sie sich das Album aufgrund des Covers zugelegt. Wie dem auch. Ich liebte es vom ersten Augenblick an. Als ich im Herbst des gleichen Jahres in London war, kaufte ich mir die CD (in Deutschland gab es die nicht und selbst in England sind die eigentlich ziemlich unbekannt). Über die Jahre habe ich mir dann alles zugelegt, was irgendwie (meist über englische Secondhand-Mailorder) zu bekommen war. David Devant spielen eine exzentrische Form von Independent Pop, die wenigstens für meine Ohren genial ist.
Im Sommer 2004 wurde eine Tour für den Herbst angekündigt. Dazu muss gesagt werden, dass das außergewöhnlich war. Normalerweise spielte die Band ab und zu einen Gig und das war es dann auch. Als ich sah, dass ich mir ein Ticket online bestellen konnte (bei den einzelnen Gigs war es immer wieder das Problem, dass die Shows restlos ausverkauft waren), buchte ich ein Hotelzimmer, einen Flug - und ich war glücklich.Diese Band wollte ich unbedingt live sehen.

Die Islington Academy ist ein überschaubarer Laden. Es gab einen Merchstand mit einer netten Frau, die für mich all das, was ich da erworben habe, bis zum Schluß der Show aufbewahrte (unter anderem einen Fehldruck der damals aktuellen CD mit anderen Mixen).

Als Vorband spielt eine Band, die auf dem gleichen Label war: Veldt. Die war aber ziemlich schlecht. Und ich erinnere mich nur deswegen an den Namen, weil da Tonnen von Handzetteln für deren erste Single auslagen...Nun denn.

Bevor David Devant auf die Bühne kam, kam jemand auf die Bühne und warf Unmengen dieser schlauchartigen Luftballons ins Publikum, mit denen man alle Möglichen Dinge formen kann. Und wir wurden aufgefordert, einen Hund zu formen - inkl. projezierter Anleitung auf der Bühne. Der Humor der Band!
Dann fing das Konzert an. David Devant sind exzentrisch. Dementsprechend hatte der Beginn auch etwas Theatralisches. Hinter einer halbdurchsichtigen Leinwand aus Papier stand der Sänger, der mit Farbe von hinten etwas schrieb und zu guter Letzt durch die Leinwand sprang. Es folgten all die Lieder, die ich an dieser Band so liebe. Witzig, charmant und im höchsten Grade unterhaltsam.
Ich stand direkt vor der Bühne, eingeklemmt zwischen einigen Engländern und wie wir tanzten alle, Bier schwappte in regelmäßigen Abständen über die Köpfe hinweg. Es machte verdammten Spaß.
Höhepunkt - wie wohl bei allen Konzerten - war "I'm not even going to try", bei dem das Publikum lauthals mitgröhlte.
Ich verließ die Islington Academy mit einem glücklichen Lächeln auf dem Gesicht, fand unproblematisch mein Hotel - und als ich am nächsten Morgen aufwachte, dachte ich nur eins: das war geil!

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