Mittwoch, 23. Februar 2011

Edwyn Collins & The Kinbeats @ Cologne, Stadtgarten 21.2.2010


Mit Edwyn Collins hat das eine längere Geschichte. Es war 1981 als mir mein Freund Joost das erste Mal etwas von einer schottischen Band vorspielte: Orange Juice. Es war einer dieser Bands, die man nur lieben oder hassen konnte. Wir liebten sie. Sie brachten auf dem Postcard Label einige grandiose Singles heraus und landeten 1982 bei Polydor als Major Company. Es folgten drei Alben und ein Mini-Album bis sich die Band nach einigen Umbesetzungen dann 1984 oder 1985 auflöste. Edwyn Collins - Mastermind von Orange Juice - brachte dann 1989 seine erste Solo-LP heraus. Es folgten einige weitere. Vor allem "A Girl Like You" war ein ziemlicher Hit. 2005 erlitt er einen schweren Schlaganfall, von dem er sich wider Erwarten langsam erholte und letztes Jahr (2010) brachte er eine neue LP heraus.
Zuerst zu Orange Juice: die Band spielte einmal auf dem Europäischen Kontinent - in Brüssel Anfang 1981 - und sonst nur in England. 1983 wollten sie auf Tour auch nach Deutschland kommen aber dann stellte sich heraus, dass der damalige Drummer keinen Pass besaß. Also: ich habe diese Band nie gesehen.
Auch Edwyn Collins habe ich auf seinen Solo-Tourneen dann verpasst.
Aber jetzt war es soweit: er kam auf Tour (unter anderem mit Paul Cook von den Sex Pistols an den Drums!).

Als Vorband spielte eine deutsche Band, die derzeit in London lebt und die von Edwyn Collins produziert wird: The Kinbeats. Ganz nett, aber nichts wirklich Tolles. Sie spielten auch nur 22 Minuten und verdingten sich dann als Rowdies auf der Bühne. Auch keine schlechte Kombination.

Edwyn Collins war dann in vielerlei Hinsicht beeindruckend und berührend: nach seiner Erkrankung kann er zwar noch singen - aber er kann keine Gitarre mehr spielen. Der eine Arm ist gelähmt und er kann nur mühsam gehen. Die meiste Zeit saß er auf einem Verstärker, der für ihn auf die Bühne gestellt wurde und er hatte zudem die Texte vor sich liegen, um - zur Sicherheit - nicht den Faden zu verlieren. Das Sprechen hörte sich mühsam an - ganz im Gegensatz dazu das Singen, das wunderbar gelang. Beeindruckend war einfach zu sehen, mit welcher Kraft er dann letztlich da auf der Bühne war.
Die Band spielte toll - auf den Punkt genau. Und die Setlist umfasste einen Mix aus alten Orange Juice Stücken und Songs seiner Solo-Alben. Bei der Zugabe kam schließlich sein Sohn auf die Bühne und sang mit ihm ein Duett.
Ein toller Abend - ein unvergessliches Konzert.

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