Sonntag, 27. März 2011

Gang of Four @ Cologne, Luxor 25.3.2011

Das letzte Mal, dass ich Gang of Four gesehen habe, war 2005 in Antwerpen. Damals war das die Zeit der Reunion: die Originalbesetzung. In den letzten Jahren war es ein wenig stiller um die Band geworden. Hugo Burham und Dave Allen waren mittlerweile wieder ausgestiegen. Ein neuer Drummer und ein neuer Bassist. Hier und da Konzerte und dann die Ankündigung einer neuen LP.
Andy Gill in gewohnter Pose
Jetzt kam die Band für drei Clubkonzerte nach Deutschland. Diese Band in einem kleinen Laden wie dem Luxor - das ist aufregend.
Ich war mit Anke und Erik da und traf dann auch Michael und Dirk. Letzterer hatte mal eine Band, die Andy Gill Ende der 90er Jahre produziert hat. Wir waren damals auch in Antwerpen zusammen beim Konzert. Ich traf Dirk erst am Ende des Konzertes im Luxor. Er erzählte, dass Andy Gills Gitarre am Flughafen vergessen worden war und dass er auf einer fremden Gitarre spielen musste.
Was im Luxor erst einmal auffiel: da war keiner unter 40. Das heißt: mehr oder weniger alles Leute, die die Band von früher kannten - die Fans altern mit. Zum einem ist das natürlich schade, dass die Band kaum junge Fans zu haben scheint. Zum anderen zeigt das aber auch eine Treue der alten Fans.
Jon King diesmal Herr seiner Sinne
Was dann auch merkwürdig war: zum Ende des Konzertes kam Jon King - der Sänger - auf Herbert Grönemeyer zu sprechen, der in höchsten Tönen gelobt wurde. Hintergrund ist der Umstand, dass das neue Album auf Grönemeyers Label Grönland erschienen und dass wohl Andy Gill mit dem Wahllondoner befreundet ist. Ironie der Geschichte. Grönemeyer, den ich nun wirklich nicht abkann, als Förderer von Gang of Four. Es gibt schon Merkwürdigkeiten.
Wie dem auch sei: die Band spielte einen total guten Set. Eine gute Mischung aus altem und neuem Material. Jon King war relativ nüchtern, so dass es nicht so zu einem Desaster wie in Berlin im letzten September gekommen ist, wo er von den anderen fast von der Bühne geschubst worden war. Andy Gill poste in gewohnter Art und Weise am Rand der Bühne und glotzte ins Publikum, der Bassist wirbelte auf der Bühne rum und der neue Drummer drosch auf das Schlagzeug.
Der Damm brach endgültig beim Publikum - ich hätte vorher drauf wetten können - bei "To Hell with Poverty". So dass dann wirklich alle enttäuscht waren, dass nach 80 Minuten alles vorbei war. Der Sound war grandios - Respekt vor dem Menschen am Mischpult - und die Band spielte mit einer Energie, die hoffen läßt, dass noch die eine oder andere Tour folgen wird:

You'll Never Pay for the Farm
Not Great Men
Ether
I Parade Myself
Paralysed
A Fruitfly in the Beehive
Anthrax
It Was Never Gonna Turn Out Too Good
What We All Want
Why Theory?
We Live as We Dream, Alone
To Hell With Poverty
Do As I Say

I Love a Man in a Uniform
At Home He Feels Like a Tourist

Damaged Goods

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