Montag, 3. Oktober 2011

Hugh Cornwell & Belfegore @ Duesseldorf, Stone im Ratinger Hof 30.9.2011

...man nannte ihn Locke...
Ich hatte mir diese Karte vor der für das Essener Konzert gekauft. Wenn Hugh Cornwell direkt vor der Haustür spielt, dann ist das ein Pflichttermin. Nun war - zu meinem Entsetzen - als Vorband ursprünglich "Nichts" angekündigt gewesen. Diese Band habe ich nie gemocht - und ich werde sie auch niemals mögen. Dann wurde vor einigen Wochen "Nichts" gestrichen und "Belfegore" auf das Programm gesetzt. Klassische Verschlimmbesserung. Belfegore habe ich auch nie wirklich gemocht. Ich fand sie nicht ganz so schlecht wie "Nichts" (Nomen est Omen!)...aber mußte das sein? Zu allem Überfluß wurde aus dem Support ein großer Hype in Düsseldorf gemacht. Reunion nach 25 Jahren blah blah blah. Effektiv war es dann auch so, dass der größere Teil wohl wegen der Vorband gekommen war.
Hugh Cornwell
Wie in Essen spielte der Tourmanager von Hugh Cornwell seine vier Stücke. Und ich kann mich nur wiederholen: der ist gar nicht schlecht.
Dann kam mit Verspätung Belfegore. Das war das erste Ärgernis. Denn der Zeitplan war eng gestrickt und es war klar, dass um 23.15 Schicht war: Freitag Abend. Danach war Party. Feedback kam aus dem Off und Michael Clauss und seine beiden Mitstreiter erklommen die Bühne und spielten ca. 45 Minuten. Es war musikalisch gesehen ok. Ich habe wahrlich schlimmere Vorbands gesehen. Hinsichtlich des Auftretens kann man Michael Clauss wohl nur mögen oder nicht. Unter Minderwertigkeitskomplexen leidet er wahrlich nicht. Lustig war allein die Brille vom Bassisten und der Schlagzeuger sah eher freakig aus. Vom Handwerklichen alles sauber...aber - wie schon gesagt - die Euphorie habe ich nicht ganz nachvollziehen können.
Warten auf das Ende des Feedbacks
Das zweite Ärgernis kam dann, als die Band aufhörte und trotz Ansage des Beer & Music Chef-Türstehers (Respekt, dass er sich durchgesetzt hat!) eine Zugabe spielen wollten...sie hatten eh von der Zeit Hugh Cornwells etwas gestohlen. Wohlwissend, dass die Uhr tickt, taten sie dann noch so als wäre das jetzt total peinlich, dass ihnen der Strom abgestellt wird. So ein Verhalten ist übel. Aber wer so von sich beeindruckt ist, der ist eben schmerzfrei.
Der Umbau für Hugh Cornwell verlief extrem schnell..und zu schnell. Es war ein Arbeiten gegen die Zeit. Erschwert wurde das ganze, dass ca. gefühlte 10 Minuten ein Feedback auf der Bühne war und der Fehler zuerst nicht ausfindig gemacht werden konnte. Effektiv spielte er nur den normal Set ohne Zugaben. Das bedeutete knapp 65 Minuten.
Hugh Cornwell mit Band
Da nun der größere Teil wegen Belefegore gekommen war, waren direkt vor der Bühne am Anfang nicht so viele Leute. Da Hugh Cornwell - so empfand ich das - auch ein wenig angenervt war, kam hier und da der Cornwell zum Zuge, von dem man sich Geschichten aus alten Stranglers-Tagen erzählt. Wenn ihm jemand reinredete - was ein Besoffener zweimal versuchte - dann reagierte er auf höchst uncharmante Art und Weise, die aber unterhaltsam war. Nur an einer Stelle merkte man, dass er schon über 60 ist: als ein besonders dümmlicher Konzertbesucher sein T-Shirt auszog und über Cornwells Gitarre hängte, schüttelte dieser das Textil einfach ab und rief seinem Torumanager zu: "...every night one incident..." und lächelte leicht genervt dabei. Früher hätte er aufgehört zu spielen und hätte dem eine gelangt.
Wie dem auch sei: in der Kürze liegt die Würze. Die Setlist war die gleiche und doch war es ein wenig anders: ein wenig aggressiver und schneller. Ich hoffe nur, dass er sich so schnell nicht zur Ruhe setzt.

1 Kommentar:

  1. Hi,
    ich war auch im Stone und hab mich tierisch geärgert, dass ein Konzert überall gross angekuendigt wird, und der Top-Act dann nach 65 Minuten m.o.w. von der Bühne gejagt wird - wegen beschissener DJ-Party. Unfassbar, das grenzt für mich schon an Betrug. Hab mich noch per Mail beim "Stone" beschwert, Antwort kam bisher keine. Ich haette gerne noch mehr von Cornwell gesehn und gehoert, die Stunde war sehr kurzweilig und gut. Das Trio war cool!!!
    gruss
    Armin(ein alter Stranglers-Fan)

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