Donnerstag, 19. Januar 2012

Vibrators & The Nopes @ Cologne, Sonic Ballroom (18.1.2012)

"The Nopes": einfach nur schlecht
Das erste Konzert in diesem Jahr. Die Vibrators sollten im Sonic Ballroom spielen. Nach ihrem Auftritt im August in Blackpool hatte ich große Lust, die Band noch einmal zu sehen. Als Vorband war eine Kölner Band namens "The Nopes" angekündigt. Jörg hatte mich vorher schon gewarnt, dass sie schlecht seien. Sie waren - ernsthaft - unterirdisch. Es war eine Mischung aus "Verletzung der Genfer Konvention" und "Blasphemie". Ein unglaublich schlechter Schlagzeuger - ein Sänger, der dümmliche Sprüche und zum Himmel schreiende Texte von sich gab - ein Bassist, der nur dumm grinste - und dazu Songs, die wirklich so schlecht waren, dass ich wirklich glaube, dem Tiefpunkt musikalischem Schaffens beigewohnt zu haben. Zu allem Überfluß coverten sie "New Guitar in Town" von den Boys und machten aus einem tollen Song etwas ganz Gruseliges. Zum Glück spielten sie nur ca. 30 Minuten (endlose Minuten!) und die Ansage, dass jetzt die Zugaben kommen würden, entpuppte sich als "Scherz".
Mitte: der letzte Vibrator
Was sich nun aber schon bei der Vorband andeutete: es waren ein paar Zeitgenossen anwesend, die volltrunken expansive Bewegungen machten. Als dann die Vibrators auf die Bühne kamen, wurde deutlich was das bedeutete: da der Bereich vor der Bühne eh klein ist, wurde es hinten und an der Seite noch enger und zwei bzw. drei Idioten belegten alles vor der Bühne. Das war nervig. Der Bassist und auch der Gitarrist waren von Anfang an sichtlich genervt und an mindestens zwei Stellen hätte ich wetten können, dass speziell der eine sich eine fängt. Der wiederum hat dann aber immer kurze Momente das Weite gesucht. Wie es der Bassist dann auch sagte: jeden Abend gibt es immer ein paar Arschlöcher.
Setlist
Zu den Vibrators ist zu sagen, dass nur noch der Drummer zum Original Lineup gehört: Eddie. Knox - Mastermind der Band - ist gesundheitsbedingt ausgestiegen. Ersetzt hat ihn an der Gitarre das Ex-Members Mitglied Nigel Bennett und am Bass spielt seit einigen Jahren Nick Peckham. Den Gesang teilen sich alle drei - und es ist immer wieder spannend zu sehen, wenn ein Drummer singt. Besonders bemerkenswert ist es, wenn der Drummer über 60 ist und noch die Luft dazu hat. Respekt.
Der Set bestand aus alten Hits (Baby Baby, Troops of Tomorrow, Disco in Moscow, usw), einigen neuen Stücken von der LP "Under the Radar" und einigen Covern: dazu gehörte "Sound of the Suburbs" von den Members oder "Brand New Cadillac" von den Clash. Insgesamt war das eine energiegeladene Mischung. Schon in Blackpool war mir aufgefallen, dass die Band (wieder) einen ziemlichen Biss hat. Und obwohl der Sonic Ballroom leider voll in der Hand der Raucher war, knallte die Band ihren Set ohne große Atempause durch. Ich hoffe, dass ich die Band nicht das letzte Mal gesehen habe. Denn das muss man auch bedenken: Eintrittspreis waren 8 Euro!

Das ist die komplette - ausgeschriebene - Setlist:

Bad Time
Pure Mania
I need a Slave
Whips and Furs
Kid's a Mess
Troops of Tomorrow
Amphetamine Blue
London Girls
Sound of the Suburbs (The Members)
No Way
Brand new Cadillac (The Clash)
Sweet sweet Heart
Baby Baby
Judy says (Knock you in the Head)
Disco in Moscow
Automatic Lover

Wrecked on you
Shaking all over
Yeah yeah yeah

Der Sound war übrigens exzellent. Für so einen kleinen Laden und ein "Soundboard", das an der Wand hängst ist das schon bemerkenswert.

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