Mittwoch, 25. April 2012

The Stranglers & Mike Marlin @ Luxor, Cologne 24.4.2012

The Stranglers: Wie Phönix aus der Asche
Ich habe die Stranglers immer verpasst. Wobei anzumerken ist, dass ich die Band nach dem Album "The Raven" nur noch am Rande verfolgt hatte. Klar: die verschiedenen wirklich guten Hits wie Golden Brown oder Always the Sun waren schon sympathisch...aber ich hatte die Band nicht mehr wirklich auf dem Schirm. Und das eine oder andere, was die Band in den Jahren nach Hugh Coornwells Ausstieg rausgebracht hat, war auch wirklich nicht besonders gut. So hatte ich beim Kauf der Karte ein etwas mulmiges Gefühl. Es verging ein wenig als ich dann vor ein paar Wochen das neue Album kaufte und hörte. "Gar nicht so schlecht!...nö: gut". Die Anspannung verwandelte sich mehr und mehr in freudige Erwartung.
Mike Marlin: Langweiler vor dem Herrn
Dann waren wir im Luxor. Es sollte als Support Mike Marlin spielen. Ich hatte morgens noch ein Video von Mike Marlin auf YouTube gesehen und war relativ positiv eingestellt. Doch es kam dann anders: es war ziemlich schrecklich...vor allem: schrecklich langweilig. Mike Marlin mit einer Band mit Musikern, die alle Energie dafür einsetzten, "wichtig" dreinzuschauen, ödete 40 Minuten rum. Wie ein Musiklehrer, der mit Ende 40 entschieden hatte, mal einen auf Rockstar zu machen, bot er Songs an, die keiner braucht. Am Ende des Abends stand er dann auch am Ausgang und bot seine CDs wie Sauerbier an. Ne - das war nichts.
Dann die Stranglers. Zeichnet sich das Plakat durch den der Band eigenen Humor aus, dass der Schlagzeuger mit Atemmaske abgebildet ist, wurde dies für das Konzert insofern zur Realität, als das Jet Black schon in England aus der Tour ausgestiegen war und wohl auch ein paar Tage im Krankenhaus verbracht hatte. Ich hatte aber gelesen, dass die Band für diese Eventualitäten eh einen Ersatz hat - Jet Black ist ja über 70!. Wie dem auch sei: so schade es war, diesen Dinosaurier nicht am Schlagzeug begrüßen zu können, so brachte dieser Umstand auch etwas sehr Positives mit sich. auf der Setlist befanden sich neben einigen Songs der neuen Cd auch sehr viele alte Stücke. Es war laut, es war schnell (was Jet Black eben nicht mehr durchgehalten hätte) - es war dreckig. Und das machte dieses Konzert zu einem der ganz großen Überraschungen. War es für mich anfangs nur Sentimentalität, mir eine Karte zu kaufen, erlebte ich ein tolles Konzert, das mit einer Frische rüberkam, die manchen im Publikum wohl eher überfordert hat. Denn der Altersdurchschnitt lag bei 50+ (worüber ich ja als 50zigjähriger nicht meckern will...aber einige waren ja doch schon in einer eher schlechteren körperlichen Verfassung). Zudem ist allein JJ Burnel ein großes Vorbild: der Typ ist 60 geworden und sieht noch total frisch aus. So dass da nichts von bierbäuchiger, alter Rockstar zu finden war. Wenn ich mit 60 noch so aussehen sollte, dann wäre ich sehr glücklich.
Kurzum: Die Stranglers sind alles andere als eine Eigencoverband. Die sind auch noch nach all den Jahren cool. Oder wie jemand am Merchstand sagt: besser als je zuvor (was ab 1983/4 wirklich zutreffend erscheint). Und der Sänger? Sicherlich nicht mit Hugh Cornwell gleichzusetzen...aber ähnlich wie bei den Undertones: gelungen!

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