Freitag, 25. Mai 2012

A Whisper in the Noise & Nils Frahm & Greg Haines @ Duisburg, Grammatikoff 24.5.2012

Stimmungsvoll!
Auf dieses Konzert hatte ich mich besonders gefreut: nachdem ich "A Whisper in the Noise" schon 2008 im Duisburger Steinbruch genießen durfte, waren sie jetzt wieder auf Tour. Eigentlich wollte ich die Band insgesamt viermal sehen. Effektiv blieb nur der gestrige Abend über (Köln ging nicht wegen des Pokalfinales, Münster ging nicht, weil es eine Nachmittagsvorstellung dort war und Solingen funktionierte nicht, weil mein Auto in der Werkstatt war und ich dort mit ÖVP nicht mehr weggekommen wäre). Nun denn. Ich kam am Grammatikoff an und zwei Dinge veränderten die Lage: ein weiterer Support und Verzögerung: kein Einlass. Wie sich später herausstellte, war der Klavierstimmer noch zu Gange - und das dauerte. Sowohl Nils Frahm auch als auch Greg Haines waren auf dieses Instrument spezialisiert, so dass es im wahrsten Sinne des Wortes "stimmen" mußte. Da ich mit ÖVP unterwegs war, wußte ich, dass ich spätestens um 0.55 am Duisburger HBF sein musste, um noch nach Düsseldorf zurückzukommen. So nahm ich die Verspätung relativ locker: es war warm, sonnig, ich trank ein Becks und genoß den Abend.
Das Grammatikoff - früher Hundertmeister - war bestuhlt und es war alles andere als ausverkauft. Was eine Schande war, denn es war ein bemerkenswerter Abend.
Nils Frahm
Greg Haines kam auch die Bühne und setzte sich für 35 Minuten ans Klavier und spielte. Effektiv war es ein Stück: virtuos und faszinierend. Heute las ich, dass er als „Minimal-Classic-Wunder-Kid“ gefeiert würde. Ich kann nur sagen, dass es wirklich beeindruckend war, was der alles aus dem Klavier - unterstützt von einem Laptop - herausgeholt hat.

Dann kam Nils Frahm. Auf den ersten Blick ein wenig selbstgefällig. Es gab wohl einige, die nur wegen ihm gekommen waren, weil sich nach seinem Auftritt die Reihen lichteten. Erst war ich jedenfalls gar nicht so erpicht, noch einen Virtuosen am Klavier zu erleben. Es war warm und ich wurde langsam müde. Doch als er anfing zu spielen und der allererste Eindruck verflog, er sei nur eine Blaupause des ersten Supports, saß ich da wieder: staunend und auch begeistert. Ich glaube zwar nicht, dass ich mir extra eine CD kaufen würde (was ich später auch nicht gemacht habe), aber live ist das schon ziemlich genial. Hut ab. Der Typ hat es drauf. Dass er über 70 Minuten spielte (der längste Act des Abends) fiel kaum auf.

Himmlisch!
Als dann nun zu später Stunde - gegen 23.30 - A Whisper in the Noise auf die Bühne kamen, war kaum noch jemand im Saal. Das Duo - Mastermind West Thordson und Sonja Larson/Violine und Gesang - standen da und begannen und nach und nach kamen die Leute wieder rein. Was soll ich über diesen Auftritt sagen: war das Konzert von 2008 schon sehr berührend, bringt es eigentlich nur ein Wort auf den Punkt: bezaubernd. Zu zweit schafften sie es, vom ersten Ton an mich in den Bann zu ziehen. Trotz vorgerückter Stunde war ich hellwach und hatte das Gefühl, all diese wunderschönen Klänge aufzusaugen. Vielleicht auch gerade deswegen, weil die Stücke der Band zum Teil auch etwas sehr Sperriges haben. Diese geniale Mischung aus fast himmlischen Harmnonie und kacophonen Einschüben macht das Besondere dieser Band aus. Ganz großartig.
Der Set bestand aus einer wunderbaren Mischung aus allen Phasen - Alben - der Band:

1. Black Shroud
2. In the Dark
3. Your Hand
4. Armament
5. Last Night
6. Every Blade Of Grass
7. Hell's Half Acre
8. All My
9. The Carpenter's Coalmen
10. Silence
11. To Forget
12. As We Are

Ich hoffe, dass wir nicht wieder vier Jahre warten müssen, um diese phantastische Band erneut sehen zu können.

Nachtrag: Wie ich bei Setlists.fm gerade gesehen haben, hat die Band dann noch eine Zugabe gegeben: The Song you hate. Mist: aber wenn ich die letzte S-Bahn verpasst hätte, wäre das auch nicht lustig geworden.

1 Kommentar:

  1. Sehr schön, wie dein ganzes Blog übrigens. Ich hatte auch überlegt hin zu fahren, allein wegen des tollen Sounds im Grammatikoff, musste aber zu lange arbeiten. Obwohl, scheinbar hätte es ja gepasst, wäre dann nur arg spät geworden.

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