Donnerstag, 5. Juli 2012

Psychedelic Furs @ Manchester, HMV Ritz 2.7.2012

Ich war auf einer Konferenz in Manchester. Abends war kein offizielles Programm, so dass ich mir die Freiheit herausnahm, um zu einem Konzert zu gehen. Zu meiner Freude entdeckte ich schon im Mai, dass die Furs an dem 2. Juli spielen würden.
Manchester war verregnet (Juli!) - als ich am Venue ankam, wurde mir gesagt, dass es mit dem Einlass noch dauern würde - genau in dem Moment fing es an zu schütten. Ich lief zum nächsten Pub, der sich als Headbangers Pub herausstellte. Im Pub fand ich dann Flyer über "musikalische Führungen": u.a. auch für 25 Pfund mit dem Fahrrad zum Haus von Ian Curtis. Was es nicht alles gibt!
Kurz vor 20.00 ging ich wieder zum Ritz und die Türen waren auf und es stand niemand vor dem Gebäude. Leicht irritiert ging ich hinein, sah auf einem Infoblatt, dass es keine Vorgruppe geben und dass die Band um 21.00 auf die Bühne kommen würde.
Der Saal war leer - außer dem Thekenpersonal war ich eine Stunde vor dem Konzert der einzige. Der Balkon war schon abgesperrt und nur langsam kamen einzelne Menschen herein. Am Ende waren es vielleicht 250. Jämmerlich wenig. Jemand, mit dem ich ins Gespräch kam, erzählte mir, dass die Band noch zwei Jahre vorher das Ritz ausverkauft hätten. Aber es wäre wohl die Rezession. 27 Pfund wäre für viele einfach zu teuer.
Keine Vorgruppe - kein Merchstand. Was sollte da kommen?

Genau um 21.00 kamen die Furs auf die Bühne. Und das muss man ihnen lassen: die haben sich das magere Publikum nicht anmerken lassen. Die spielten ihren Set und es hat Spaß gemacht.
Ausnahmsweise stand ich diesmal ganz vorne. Angesichts der alles andere als überfüllten Halle, konnte ich vorne mit viel Platz stehen und die Band einmal direkt aus der Nähe betrachten.
Richard und Tim Butler - die beiden Ur-Furs/Gründer der Band sind bei näherem Hingucken doch schon ziemlich in die Jahre gekommen. Nun denn: beide gehen doch jetzt langsam auf die 60 zu. Da läßt sich auch nicht mehr viel mit einer großen Sonnebrille (wie bei Tim Butler) kaschieren.
Aber egal: die Band spielte gut und die anwesenden Konzertbesucher waren - meine Person eingeschlossen - begeistert.

Sicherlich kann auch hier angefragt werden, ob es sich nicht auch ein wenig schal ist, wenn eine Band nur noch die alten Sachen hoch- und runterspielt. Es ist Retro - wenigstens (und das sage ich mir dann zur Beruhigung) auf einem hohen Nivau.
Einzig schade war, dass die Band nicht "Inside my Head" gespielt hat...und "Dumb Waiters" wäre auch schön gewesen. Ansonsten spiegelte die Setlists des Abends, die ich - hoffentlich ohne Lücken - in mein iphone getippt habe, eine wunderbare Werkschau der Band wider.
Leider spielt die Band kaum bis gar nicht mehr auf dem europäischen Kontinent. Sollte es eines Tages doch der Fall sein: ich würde wieder hingehen: Love their way!

Das war die Setlist:

Into You Like A Train
Mr. Jones
Heartbeat
Pretty In Pink
Only You and I
Imitation of Christ
It Goes On
Heaven
Like a Stranger
My Time
Highwire Days
Love My Way
India

House
President Gas

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