Dienstag, 31. Juli 2012

Subhumans & Bad Influence @ Cologne, Sonic Ballroom 30.7.2012

Um englischen Hardcore hatte ich lange Zeit einen großen Bogen gemacht. Im Gegensatz zu vielen us-amerikanischen Hardcore Bands empfand ich die englische Variante als häßlich und effektiv zu metallastig. Irgendwann stieß ich aber auch die Subhumans. Ich hatte auch irgendwann von Martin (EA80) in den 80er-Jahren ein Tape bekommen, wo von denen auch etwas drauf war. Und das war nicht schlecht, aber ich hatte es irgendwann wieder vergessen.
Nun war es so, dass in Blackpool in all den Jahren, in denen ich auf dem Festival war, die Subhumans gespielt haben. Ich habe sie dort nie gesehen und doch wußte ich von Alan, dass die live sehr, sehr gut wären. Als ich nun vor einigen Wochen sah, dass die Band im Sonic Ballroom spielen würde, kaufte ich mir direkt eine Karte.

Posengewaltiger schlechter Einfluß
Als Support spielte eine belgische Band aus Antwerpen: Bad Influence. Von der Haltung her stammt die Band aus einer ähnlichen Liga wie die Subhumans: politisch, ehemalige Hausbesetzerszene. Musikalisch waren sie ok - was heißt: zu gut, um rauszugehen und zu schlecht als dass ich mir die noch einmal freiwillig angucken würde. Immerhin sprach der Sänger sehr gut englisch - was für Belgier alles andere als selbstverständlich ist - und erzählte immer etwas zu den einzelnen Songs. Da war dann die ganze Bandbreite gegen die er wetterte: Konsum, Computer und Religion. Bei einem Stück, wo es heftig gegen alles Religiöse ging, kugelte er sich seine rechte Schulter aus, die ihm dann draußen vom Drummer wieder eingerenkt wurde. Nun denn. Der Set wurde leicht schmerzerfüllt zu Ende gebracht und die Band trollte sich.

The mighty Subhumans
War bei dem Support der Sonic Ballroom mäßig gefüllt, änderte sich das bei den Subhumans. Kaum standen die auf der Bühne, füllte sich der Raum innerhalb von Augenblicken und es entlud sich ein musikalisches Gewitter. So abgelebt und fertig wie z.b. der Sänger aussieht - das sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Band eine ungeheure Energie entwickelt. So brachial das war: es war dabei genial. Die optimale Mischung. Ich hätte nie damit gerechnet, was die da vorne auf der kleinen Bühne abzogen. So dauerte es auch nicht lange und der Sonic Ballroom glich einer Sauna. Das Politische dieser Band erschien alles andere als aufgesetzt.
Ich musste mich an einen Artikel von John Robb erinnern, der diese Band würdigte - weil es eben einer der wenigen englischen Bands sei, die so vieles vereinigen würde....vor allem Glaubwürdigkeit. Das war auf jeden Fall eines der besten Hardcore-Konzerte, die ich bisher gesehen hatte. Grandios!

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