Mittwoch, 25. Juli 2012

Zero Boys & Adolsecents @ Munich, Feierwerk 23.7.2012

Wir waren auf dem Rückweg bei Freunden in München. An dem Abend spielten neben den Zero Boys und den Adolescents noch The Avengers, die ich aber aufgrund von Müdigkeit nicht mehr anguckte. Wobei ich eigentlich sowieso nur an den beiden ersten Bands interessiert war.
Die LP "Vicious Circle" von den Zero Boys sowie das erste Album von den Adolescents gehören für mich zu den besten amerikanischen Hardcore Alben überhaupt.
Ich erinnere mich noch sehr gut, wie wir 1981 bei meinem Kumpel Joost saßen, der aus München ein Mix-Tape zugeschickt bekommen hatte, von jemanden, der Vinyl amerikanischer Bands importierte. Außer den Ramones, X und den Dead Kennedys war noch nicht sehr viel aus den USA herübergeschwappt. Das, was dann als Hardcore in die Geschichte eingehen sollte, stand für uns wenigstens da am Anfang. Wir hörten uns das Tape an und erstarrten bei "Amoebia" eben von den Adolescents. Wir guckten uns an und stellten lautlos alle dieselbe Frage, was dass denn für ein Wahnsinn sei.
Ähnlich erging es mir dann, als ich einige Jahre später - ca. 1983 - das erste Album der Zero Boys in die Finger bekam (auf einem Tape von Martin von EA80).
Anfang der 90er kam ich dann in den Genuß die Zero Boys in Venlo zu sehen - 2009 spielten die Adolescents auf einem Minifestival hier im ZAKK...aber als letzte und ich hatte aus verschiedenen Gründen (ähem) nicht mehr die Kondition, mir die Band noch anzugucken. So war dieses Konzert in München eine willkommene Gelegenheit, beide Bands zusammen zu sehen.

Als erstes spielten die Zero Boys.
Im Vorfeld hatte es einige Aufregung im Netz gegeben, da der Gitarrist sich irgend etwas gebrochen hatte und der der Bassist sich weigerte ohne diesen auf Tour zu gehen. Sänger und Schlagzeuger haben kurzentschlossen Ersatz angeheuert und es wurde darüber diskutiert, ob sich nun der Besuch eines Konzertes sich noch lohne.
Ich kann diese Frage nur - aus vollem Herzen - mit "JA" beantworten. Auch wenn Sänger und Schlagzeuger sichtlich in die Jahre gekommen waren, spielte die Band mit großer Energie auf und erzeugte keineswegs den Eindruck, dass es sich um einen Fake handelte.
Effektiv wurde die erste LP und einiges andere gespielt. Aber es gab eine Besonderheit, mit der ich niemals gerechnet hätte: nach ca. 2/3 des Sets ging der Sänger zum Schlagzeug und der Schlagzeuger bewegte sich vor das Mikrophon und nuschelte etwas, was sich wie Magazine anhörte. Dann begann der Sänger damit einen Rhythmus zu spielen, der mir irgendwie bekannt vorkam...und dann war klar: die spielten ernsthaft von Magazine "The Light pours out of me". Und zwar gut. Ich war baff. Alle andere übrigens auch, weil sie nichts schnallten. Da dieser Song nun einmal so etwas wie ein Stilbruch darstellte, standen die ca. 150 anderen vor der Bühne und guckten. Ich glaube wirklich, dass wahrscheinlich niemand wußte, was die Band da spielte.
Nach dem Konzert stand der Sänger noch am Merchstand. Ich sprach ihn an und bedankte mich für das Magazine Cover. Er war erstaunt, dass ich das Lied kannte (was meine Vermutung, dass das normalerweise keiner kennt, bestätigte) und fing von Magazine zu schwärmen. Als ich ihm erzählte, dass ich die Band 2009 auf ihrer Reunion-Tour gesehen hatte, wollte er wissen wie es gewesen sei und ich erzählte ihm einiges davon. War nett.

Dann kamen die Adolsecents. Äußerlich waren die noch mehr gealtert. Meine Güte. Der Sänger, der damals - 1981 - eher schwindsüchtig dünn aussah, war bierbauchmäßig aufgedunsen und hatte lange Haare. Auch alle anderen sah man ihr Alter extrem an. Anders als bei den Zero Boys wurde aber deutlich, dass die wohl sehr viel mehr auf Tour sind - da saß jeder Ton. Wirklich jeder.
Die Band spielte eine gute Mischung ihrer Werke und es fehlte natürlich nicht "Amoebia". Wirkten sie am Anfang ein wenig lahm, so nahm die Band nach dem ersten Viertel volle Fahrt auf und ich stand da: glücklich, die Hardcore-Helden von damals jetzt nach 31 Jahren (!) auch mal live gesehen zu haben. Zum Schluß spielten sie dann den zweiten Knaller des ersten Albums: "Kids of the black Hole". Nach dem letzten Akkord verließ ich das Feierwerk - übrigens ein toller Laden - und ließ mich vom Navi zu unseren Freunden zurückleiten.

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