Samstag, 11. August 2012

Lokeren Festival: Echo and the Bunnymen, Public Image Limited & The Specials @ Lokeren 9.8.2012

Lokeren Festival
Welcome
Nachdem ich mir Karte gekauft hatte - zu der ich gleich noch etwas sagen möchte - fasste mich an den Kopf: Donnerstags nach Belgien zu fahren - ca. 3 Stunden hin und dann wieder zurück - und die letzte Band würde gegen halb eins ersten aufhören...ist das nicht irrsinnig. Am nächsten Morgen arbeiten. Meine Güte: ich bin doch keine zwanzig mehr.
Aber es sollten Echo and the Bunnymen, PIL und The Specials spielen. Und das für gerade einmal 25 Euro. Zudem auf einem Festival, von dem ich bisher nur Großes gehört hatte: nett, freundlich, überschaubar.
Also war klar, dass ich fahren würde. Noch anders als vor zwei Jahren, als ich ein Ticket für Lokeren und Gang of Four hatte und dann doch nicht gefahren bin.
Ich war nicht allein: Erik, Jörg und Jürgen waren dabei.

Als wir ankamen, wurde deutlich, dass all das ich gehört hatte, sehr realistisch war. So macht ein Open-Air-Festival Spaß (gerade auch dann, wenn das Wetter mitspielt!).
Die Organisation war perfekt - der Zeitplan wurde wunderbar eingehalten. Letzteres war für mich dann entspannend, weil ich so ungefähr absehen konnte, wann ich wieder in Düsseldorf sein würde.

Als erstes spielte ein Typ mit Band namens Luc van Acker. Belanglos, ein wenig nervend, aber angesichts der langsam sich neigenden Sonne auch nicht schlimm. Witzig war allein der Aufbau auf der Bühne, die jetzt wie ein Schiff aussah. Nach einer halben Stunde war alles vor und die Bühne war ratzfatz umgebaut.

Retro Bunnymen
Es folgte Echo and the Bunnymen. Ich habe die Band bisher zweimal gesehen (und davor immer verpasst): 2005 in Köln und 2010 in Hasselt. Angesichts der kursierenden Setlists der letzten Jahren wurde sehr schnellt deutlich: Echo and the Bunnymen üben sich seit längerem im Stillstand. Die Setlists sind immer die gleichen - es bekommt mehr und mehr etwas Abgestandenes und Langweiliges. Berechenbar bis ins Detail. Irgendwie tut das weh, weil ich diese Band so sehr mag. Crocodiles und Heaven Up Here gehören für mich zu den Monsteralben. So ist das, was die Band derzeit bietet Retro im schlechteren Sinne. Zudem sind die Bunnymen rockig geworden - und das ist nicht gut.
Nach einer Stunde war es vorbei. Und ich habe es nicht bedauert.

Rescue
Do It Clean
Villiers Terrace (with Roadhouse blues)
Stormy Weather
Seven Seas
Bring On the Dancing Horses
Never Stop
Rust
The Disease
All That Jazz
Nothing Last Forever/Walk on the Wild Side
The Killing Moon
The Cutter
Lips Like Sugar

Hierbei ist einzustreuen, was - wenn überhaupt - zum Negativen des Festivals gehörte: ob es an den niedrigen Eintrittspreisen lag oder nicht - es waren wohl viele da, die einfach so da waren und mit den Bands wenig bis kaum etwas verbunden haben. Eben ein Event. Soweit ok - wenn aber dabei das viele Gequatsche nicht wäre!
Aber was will ich klagen. Letztes Jahr habe ich für das Kölner Specials Konzert 40 Euro hingelegt. Und jetzt 25 Euro für drei Bands. Das ist schon der Hammer!

Mastermind
Zausel
Dann kamen PIL.Und das war eine Überraschung: die fingen mit Albatross von der Metal Box an - sowie sie den ganzen Set mit einen Stücken dieses anderen Monsteralbums garnierten. Das war gewagt: schwere Kost zu Beginn - und es war genial.Ich hätte auf jeden Fall nicht vermutet, dass der alte Lydon mit so einer Nummer beginnen würde. Für ein Publikum, das die Band wohl größtenteils nicht kannte, ein enormes Risiko. Aber der alte Lydon hat selten Rücksicht genommen. Respekt.
This is PIL
Zwischendurch kamen vier Stücke des neunen Album, das zu jenen Veröffentlichungen zählt, dass nicht schlecht aber auch nicht wirklich beeindruckend ist. Sicherlich ist "One Drop" ein toller Song. Der Rest plätschert aber irgendwie dahin. Im Vergleich zur "Metal Box" ist es eben nicht mehr als nett. Und trotzdem kamen auch diese Nummern gut rüber. Das liegt natürlich an der Band, in der vor allem Lu - der Gitarrist - heraussticht. Äußerlich sieht er aus wie Catweazle und zaubert einiges auf seinen zum Teil eigenartigen Gitarren. Insofern war der ganze Auftritt schon beeindruckend - und John Lydon selbst ist eben schon einzigartig. Allein die Begrüßung ist eine, die nur er machen kann. Kritisch anzumerken ist allein, dass auch hier eine Menge Technik im Spiel war und es irgendwie merkwürdig ist, Töne zu hören, die auf der Bühne eben keiner fabriziert hat. Und trotzdem: die Band spielt fast 80 Minuten. Und die haben sich gelohnt.

Albatross
Deeper Water
This is not a Lovesong
One Drop
Warrior
Death Disco
Out of the Woods
Bags
Rise
Open Up

The Mighty, Mighty Specials
Um 23.15 kamen dann pünktlich The Specials auf die Bühne. Nachdem ich sie letztes Jahr gesehen hatte, freute ich mich ganz besonders auf diesen Auftritt. Und das Schöne war, dass die Band mit der einen oder anderen Überraschung aufwartete. Wo es auch bei den Specials derzeit eher typisch eben die "eine" Setlist an allen Orten runterzuspielen. gab es einige Variationen gegenüber dem Vorjahr: zum einem spielten sie "Ghost Town" - die letzte Single in der Originalbesetzung und vielleicht eines der besten Stücke der Band. Zum anderen kamen in der Mitte des Sets drei Streicherrinnen auf die Bühne (Geigen und Cello) und untermalten die Songs auf eine Art und Weise, die wunderbar war. Anders als in Köln war auch, dass Terry Hall die ganze Zeit auf der Bühne blieb - in Köln ging er hin und wieder einfach weg. Jetzt aber blieb er stoisch auf der Bühne und gab auch einige Regungen von sich: speziell da, wenn er meinte, dass die Band nicht richtig spielen würde. So brach er einen Song auch direkt am Anfang mit der Bemerkung, dass das so Scheisse sei, ab.
Ansonsten war es insgesamt ein wunderbarer Auftritt einer wunderbaren Band mit wunderbaren Liedern. Im Gegensatz zu Köln habe ich mich aber nicht körperlich verausgabt. Die Band hörte um viertel vor eins auf mit dem Set - ohne Zugabe! Als wir beim Auto waren, war es genau eine Stunde nach Mitternacht. Effektiv war ich dann um vier Uhr wieder in Düsseldorf.

Gangsters
Do the Dog
Dawning Of A New Era
It's Up to You
Rat Race
Monkey Man
Blank Expression
Too Hot
Doesn't Make It Alright
Hey Little Rich Girl
Stupid Marriage
Concrete Jungle
Friday Night, Saturday Morning
Do Nothing
Stereotype
Man At C&A
Ghost Town
A Message To You Rudy
Nite Klub
Little Bitch
Too Much Too Young
Enjoy Yourself (It's Later Than You Think)

Btw: auf der Rückfahrt habe ich das erste Mal in meinem Leben RedBull getrunken - an dem Punkt, an dem ich am Steuer doch schläfrig wurde. Es machte "Pling" und ich war hellwach...dummerweise hielt der Zustand auch dann noch an, als ich endlich im Bett lag. Und ich mußte um 8.00 Uhr wieder aufstehen.

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