Donnerstag, 9. August 2012

Zero Boys & Soul Invaders @ Essen, Panicroom 6.8.2012

Nachdem ich die Zero Boys in München gesehen hatte, wollte ich sie mir noch einmal angucken - gerade weil sie in Essen spielen sollten. Ich bin mit Martin hin - wir hatten die Band schon damals in Venlo gemeinsam gesehen.

Böses aus Hagen
Der Panicroom in Essen ist so ein Laden, der an sich kacke ist. Aufgemacht wie so ein Bikerladen. Das einzig gute war, dass der Sound - wenigstens von dem Platz wo ich stand - ganz passabel war.
Als Vorband spielten die "Soul Invaders" aus Hagen. Allein als ich hörte, dass die aus Hagen sind, verdunkelte sich meine Stimmung. Ist doch Hagen die Stadt, die Grobschnitt, Nena oder Extrabreit herausgewürgt hat. Was soll aus diesem Nest nur Gutes kommen? Entsprechend bestätigte die Band nur mein Vorurteil und bretterte ohne erkennbare Schmerzgrenze ca. 40 Minuten schlechtes Songmaterial runter. Wobei der Höhepunkt der war, als die Band ihren Set beenden wollte und irgendein Dämel sich das Mikro griff und die Band aufforderte, doch bitte noch Zugaben zu spielen - was die dann auch taten. Gruselig.

Dann kamen die Zero Boys. Und es war anders als in München. Zum einem war die Setlist leicht variiert. Die Zero Boys eröffneten mit einem Stück von ihrem zweiten Album "Make it stop": Bloods Good. Nicht unbedingt eine der starken Nummern. Effektiv spielten sie wieder - über den Set verstreut - den Großteil des ersten, überragenden Albums "Vicious Circle". Aber der Einstieg war irgendwie wie ein kleiner Dämpfer.
Zudem wirkte die Band am Anfang auch ein wenig lahm. Vielleicht lag das auch daran, dass die jetzt schon einige Wochen auf Tour waren und da Sänger und Schlagzeuger auch nicht mehr zu den Jüngsten gehören, war das vielleicht der Tribut.
Was - wie schon in München - dann doch wieder der Höhepunkt war, war das Magazine Cover von "The Light pours out of me".
Magazine Cover
Der Sänger nimmt Fahrt auf...
Martin sagte hinterher, dass gerade dieser Song - wo ja Schlagzeuger und Sänger ihre Positionen vertauschen - das Dilemma der Band auf den Punkt gebracht habe: der Sänger - so seine Meinung - zu glatt und daher am Schlagzeug gut aufgehoben...und der Schlagzeuger zu filigran mit den Stöcken und am Mikro gar nicht so schlecht. Hinzu kam dann eben, dass der Gitarrist, der ja eigens für die Tour angeheuert worden war, zu der Sorte gehört, die nach kurzen Proben alles spielen kann - und dass perfekt. Ich fand auf jeden Fall diesen Gedanken treffend. Am Ende wurde das endgültig dadurch bestärkt, dass bei der letzten Zugabe - Nighttime - fast eine Session daraus wurde. Und das war etwas, was zu der Band - wenigstens zu dem, was man mit der Band verbindet - gar nicht passt.
So war Essen gegenüber München rockiger. Würde die Band jetzt noch woanders in Reichweite spielen, ich würde wahrscheinlich nicht noch einmal hingehen. Aber trotzdem: trotz aller Kritikpunkte sind die Zero Boys nach wie vor eine Liga, die weit über dem stehen, was andere so bringen.


Bloods Good
Vicious Circle
Amphetamine Addiction
New Generation
Dirty Alleys
Hightime
Living in the Eighties
Inergy
Human Body
Drug Free Youth
Down The Drain
Outta Style
You Can Touch Me
Stoned To Death
Light Pours Out Of Me
Forced Entry
Civilzations Dying
Charlies' Place
Trying Harder

Can't Stand The Midwest
Nighttime

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