Dienstag, 30. Oktober 2012

I Like Trains & Der Rest @ Cologne, Gebäude 9 29.10.2012

Es war lange nicht klar, ob ich mir dieses Konzert angucken könnte. Es scheint derzeit so, dass ich ein Dauerabonnement einer Erkältung in unterschiedlicher Ausgestaltung eingehandelt habe. Daher habe ich auch am Samstag zuvor schon Maximo Park in der Live Music Hall links liegen lassen. Da wenigstens in der Halle vom Gebäude 9 nicht geraucht werden darf (und das bis auf den einen oder anderen Arsch! eingehalten wird - so ist es jedes Mal) erschien mir ein Besuch des Konzertes akzeptabel.

Erik und ich fuhren im Regen nach Köln. Auf Facebook hatte die Band schon gepostet, dass sie um 22.00 auf der Bühne sein werden. Das bedeutete: es gibt eine Vorband.
Als der freundliche Mensch an der Kasse mir - mit einem gewissen Schmunzeln - den Namen der Band sagte, stellte sich nicht unbedingt ein hoffnungsfrohes Gefühl ein: Der Rest.
Erik und ich standen einige Meter vor der Bühne und wie auf Kommando - unabgesprochen - verließen wir nach den ersten Takten die Halle. Grauenhaft. Was für eine schlechte Band. Da ich nun aber in der Klemme war, mich den Rauchern in der Kneipe nicht aussetzen zu wollen und ich das Verweilen vor dem Gebäude 9 im Nieselregeln auch nicht prickelnd fand, ergab ich mich dem Schicksal und erlebte 40 Minuten schlechte Rockmusik. Dummerweise war ein Holländer - Rene -, den ich im letzten Jahr bei dem Manics Konzert in Amsterdam kennengelernt hatte und der - als Freund der Band - auch da war, weit und breit nicht zu sehen. So dass auch die Option, wenigstens eine nette Unterhaltung zu haben, auch nicht da war. Wie ich dann vom Sänger von I Like Trains erfuhr, war Rene backstage. Abgesehen davon, dass die Vorband einfach grottig war: sie passte nicht im Ansatz zu I Like Trains und ich wundere mich immer wieder neu, wie solche Konstellationen zustande kommen. Da ist es klarer und für die Fans der Hauptband barmherziger, gar keinen Support zu installieren. Aber - so falle ich mir selbst ins Wort - die Geschmäcker sind ja sehr unterschiedlich...

Die Umbaupause war kurz. I Like Trains sind gut organisiert. Die haben innerhalb von wenigen Minuten alle Dinge auf der Bühne selbst gerichtet und es konnte wirklich pünktlich losgehen. Mittlerweile habe ich dann auch Rene getroffen und wir standen ca. 10 Meter vor der Bühne.
Ich war gespannt. Aus mehreren Gründen. Zum einen wollte ich wissen, wie die Band die Songs des neuen Albums live umsetzen. Denn zu den Gitarren haben sich jetzt auch Keyboards gesellt. Zum anderen hatte ich gehört, dass der Sound bei den bisherigen Konzerten der Tour nicht besonders gut war. Wie sollte es jetzt sein? Denn in der Vergangenheit war der Sound immer brilliant gewesen. Um es vorwegzunehmen: wenn es an diesem Abend bei I Like Trains eine Enttäuschung gab, dann war es der Sound: irgendwie matschig. Erik, der weiter links hinten stand, hatte den gleichen Eindruck. Zu viele wabrige Basstöne, die alles andere verschluckten.
Ansonsten überraschten I Like Trains mit einer Setlist, die manche "Hits" der Vergangenheit nicht beinhaltete. Das hat ja immer ein Doppeltes: ich bin nicht frei davon, von einer Band gewohnt Gutes erneut hören zu wollen. Gleichzeitig ist aber dann auch so, dass es langweilig wird. Zuviele Bands gibt es, die sich auf ein "Best of" reduziert haben. Das mag ja hier und da ok sein. Speziell bei den Bands, die seit Jahren nichts anderes mehr veröffentlicht haben und daher aus der Konserve leben. Und bei manchen Bands - wie z.B. bei den Psychedelic Furs, die im Juli gesehen habe - will ich auch nichts anderes als die Hits hören. Anders aber bei den Bands, die nach wie vor produktiv sind. Man braucht es ja nicht unbedingt so radikal machen, wie es Wire vor ihrer ersten Auflösung 1980 gemacht haben: dass nur Neues/Fremdes dargeboten wird. Auf diesem Hintergrund haben I Like Trains einfach etwas Gutes gemacht. Sie gehen auch angesichts ihrer Setlist ihren Weg weiter - so wie sie ja mit ihrem neuen Album weitergegangen sind.
Insofern habe ich dieses Konzert schlicht und einfach genossen. I Like Trains gehören zu diesen Bands, die nicht nur sympathisch sind, sondern einfach musikalisch ein großes Potential haben. Ich kenne Leute, die ihre Musik nicht mögen - vielleicht auch weil sie etwas Schwermütiges hat (umso erstaunlicher ist dann der Kontrast zu den wirklich freundlichen/smypathischen Bandmitgliedern). Aber bei mir trifft diese Band einen Nerv, der voll anspringt. Das war schon beim ersten Album so. Und auch wenn das neue Album bei aller Ähnlichkeit doch anders klingt, könnte ich mir diese Band immer wieder ansehen/anhören.
Im Hintergrund liefen dann entsprechend der jeweiligen Songs Filme ab. Und so war alles zusammen stimmungsvoll - in einem Gebäude 9, das nicht ausverkauft war. 85 Minuten beglückte die Band die Anwesenden und ich hoffe, dass sie - wie die drei Male zuvor in Köln - auch zukünftig dort wieder auftritt. Ist doch das Gebäude 9 nach wie vor für mich die beste Halle in Köln.

Beacons
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A father's Son
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A Rook House for Bobby
We saw the Deep
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The Hive
Progress is a Snake
451 (We used to talk)
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Terra Nova
These Feet of clay
Reykjavik

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