Samstag, 24. November 2012

Slime & Casbar Club @ Düsseldorf, ZAKK 22.11.2012

Ich fange von hinten an: ausnahmsweise bekam ich direkt nach dem Verlassen des ZAKK eine Bahn. O Wunder. Immerhin. Denn ich hatte das Konzert vorzeitig verlassen. Ich schätze nach 3/4 des Slime Auftritts hatte ich dann doch die Nase voll. Es war irgendwie öde.
Abgesang
Slime kenne ich seit dem Winter 1980. Eine gute Freundin von mir war nach Hamburg abgehauen und kam dann - von der Polizei wieder aufgegriffen - u.a. mit der ersten Slime Single im Gepäck wieder. Und diese Single war damals schon ein Knaller. Hart, kompromisslos in jeder Hinsicht. Danach habe ich die Band aus den Augen verloren (auch schon deshalb, weil - so die vielen Geschichten - die Haltung der Band und deren tatsächliches Verhalten doch ziemlich auseinander ging. Das alte Mißverhältnis von Theorie und Praxis. Blutige Nasen haben sich immer andere holen dürfen.) Nun gut. Bands mit linken Themen sind heute trotzdem begrüßenswert und es ist auch lobenswert, dass sich Slime für die Flüchtslingsorganisation STAY einsetzen. Aber was die Band da auf der Bühne bot, war langweilig. Durchgestylter Polit(punk)rock, der aber auch so - selbst wenn es nicht so durchgeplant gewesen wäre - wenig stimmiges hatte. Nur ein Beispiel, das mir zu denken gab und was vielleicht andere als vollkommen uninteressant einstufen würden: Setlists sind entweder handschriftlich oder eben - besser lesbar - vom Heimdrucker ausgedruckt...aber Slime (und das habe ich noch nie vorher gesehen) hatten - und ich glaube, dass meine Augen mir da keinen Streich gespielt haben - richtig gedruckte Hochglanz-Setlists. Das "Design bestimmt das Bewußtsein". Mal abgesehen, dass die Band anscheinend jeden Abend das Gleiche runterspielt, fand ich das extrem irritierend.
Wie dem auch sei: es war öde.
Cashbar Club = Hauptband
Gut, dass vorher der Cashbar Club gespielt hat. Nicht nur im Vergleich zu Slime war der Support an dem Abend die bessere Band. Im September in der Bar 95 hatte mir der Auftritt nicht gefallen wollen - und im Nachhinein lag das vielleicht auch ganzen Setting (es war eben ein Ramones Tribute Festival). Im ZAKK hingegen erlebte ich die Band anders. Frisch, eine gute Mischung aus gecoverten Liedern und eigenen Songs. Dabei möchte ich auf zwei Songs näher eingehen. Beide von The Clash. Cashbar Club begann mit "Rock The Cashbar" - dem eigenen Bandnamen geschuldet. Das Stück war gut gespielt - nur aus meiner Sicht eines der schlechteren von The Clash. Combat Rock hat aus meiner Sicht nur zwei wirklich gute Stücke und das sind "Know your Rights" und "Straight To Hell". Der Rest ist eher traurig. Und doch als Opener "dieser" Band war das ok. Hingegen war das letzte Lied auf der Setlist "Safe European Home" grandios. Das Stück kann man total verhunzen (ich habe das schon zweimal erlebt...und das hat ernsthaft etwas Blasphemisches!). Doch Cashbar Club haben dieses Meisterwerk der vielleicht wichtigsten Band überhaupt wunderbar dargeboten - umwerfend. Nett war es zudem, das alte Male Lied "Polizei, Polizei" zu hören. Unter dem Strich haben Cashbar Club den Abend gerettet.

Social Meeting
Aber auch die vielen Leute, die ich getroffen habe: Jürgen Krause hatte Geburtstag... JJCanasta auch. Zudem war ich mit Jörg da und seinem Freund Mariano, der in Argentinien für die Toten Hosen die Konzerte organisiert - und der ein unglaublich netter Kerl ist.  Vorher hatten wir uns vorher bei mir zuhause getroffen, nette Geschichten ausgetauscht, ein Bier getrunken und haben uns dann die Bahn zum ZAKK gesetzt.  Social Metting mit einer guten Vorband. Das ist doch dann insgesamt ein schöner Abend.

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