Samstag, 15. Dezember 2012

The Outcasts @ Essen, Freakshow 14.12.2012


Als ich 2011 in Blackpool beim Rebellion Festival gewesen war, hatte ich The Outcasts verpasst. Zeitgleich - das ist das einzige Problem dieses Festivals - spielt TV Smith. Auch wenn ich froh war, mich für TV entschieden zu haben - nicht nur weil er ein einzigartiges Konzert hingelegt hatte - blieb ein Rest "Trauer" über die verpasste Chance, die Nordiren einmal live zu sehen.
The Outcasts hatte ich über meinen Freund Joost kennengelernt. Er drückte mir damals das erste Album "Self Conscious Over You" in die Hand und ich nahm es zu Hause auf Cassette auf. Trotz mancher lyrischen Abgründe - man denke allein an den Text von "The Cops are Coming" - ist dieses Album grandios. Wie auch viele Singles danach. Selbst das Glitter-Cover "Angelface" bekommt durch die Outcasts etwas Besonderes. Nun war es dann so, dass sich die Band irgendwann in den 80er auflöste. So verbuchte ich die Outcasts als eine der Bands, die ich nie gesehen hatte und die ich auch nie werde sehen können.
Schon die Ankündigung 2011 ließ mich dann aufhorchen. Da aber die Band schon zur aktiven Zeit kaum aus Irland herausgekommen war, erschien mir der Gedanke, dass die Band mal auf dem Kontinent in erreichbarer Nähe spielen würde, so abwegig, dass ich ernsthaft kopfschüttelnd vor dem Computer saß, als ich die Ankündigung der Mini-Tour sah: Berlin - Essen - Koblenz.
Ich fuhr mit Jürgen nach Essen. Zum Glück hatte es nicht mehr geschneit. Wir fuhren schon sehr früh los. Es gab keinen VVK und ich wußte, dass der Club recht klein war. TV Smith hatte da im Mai gespielt und ich hatte erfahren, dass da nicht so viele Leute reinpassen. So waren wir vor Kassenöffnung um 19.00 in Essen und aßen noch einen Döner. Doch meine Sorge, dass es zu voll werden könnte, war unberechtigt. Nur sehr langsam füllte sich der Club. Aber das war gar nicht so schlimm, denn die Freakshow erwies sich als tolles Venue. Alles war ein wenig abgefahren - wie das Bild von der Bühne vielleicht erahnen lässt. Zudem waren die Leute hinter der Theke sehr nett, es gab eine reiche Auswahl an Biersorten und es war billig.
Beating and Screaming
Es gab keine Vorband an diesem Abend. Es wurde allein abgewartet, dass genügend Leute da waren, so dass der Club die Gage für die Band auf der sicheren Seite hatte. Entsprechend spät ging es los: kurz vor 23.00.
Die Outcasts selbst - was nicht verwundert - waren in die Jahre gekommen. Die Spuren der Zeit waren gut zu erkennen. Doch das sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die vier Nordiren es noch voll drauf haben. Die Videos, die auf YouTube gepostet waren von einem Konzert in Dublin vom Februar 2012, sind der beste Beweis.
Als die Band beginnen wollte, riss erst einmal eine Seite. Nach einigen Minuten begannen sie dann. Das erste Stücke gehört - in der Vinyl-Version - nicht zu meinen Lieblingsliedern: "Beating and Sreaming". Doch live hörte sich das ein wenig anders - besser! - an. Die ca. 70 Anwesenden (inkl. Thekenpersonal) waren von Anfang an voll dabei. Ein Umstand, der sich durchhielt. Nur zwischendurch wollten zwei der Besucher sich "kurz einmal" kloppen, was aber von anderen verhindert wurde. Jedenfalls folgte dann nach dem Opener ein Hit nach dem anderen.

Beating and Screaming
Self Conscious over you
Magnum Force
Mania
Frustration
Just another Teenage Rebel
Love you for never
Clinical Love
Gangland Warfare
Ruby
7 Deadly Sins
Winter
Don't wann be no Adult
The Cops are Coming
You're a Disease

Self Conscious over you

Just another Senior Rebel
Es war effektiv nur eine knappe Stunde, die die Band auf der Bühne stand. Es war jede Minute wert. Auch die Tatsache, dass als Zugabe das zweite Stück noch einmal gespielt wurde - was darauf hinweist, da die Band nicht mehr das ganze Material spielen kann - mindert nicht den Eindruck. Eine großartige Band zeigte, wie ein tolles Konzert gespielt werden kann. Und das ohne technischen Schnickschnack: Verstärker, Gitarren, Schlagzeug und Mikrofone - und los geht es. Wer kann das noch?
Nach dem Auftritt habe ich mich noch kurz mit dem Sänger und dem Schlagzeuger unterhalten...und die DVD des Dubliner Auftritts für 10 Euro gekauft...zudem das Tourposter. Nur vom T-Shirt habe ich Abstand genommen. Das sah irgendwie doof aus. So fuhren wir dann kurz vor Mitternacht durch den Regen wieder nach Düsseldorf. Zufrieden und glücklich. Jetzt habe ich Outcasts gesehen. Toll!


Kommentare:

  1. Es gibt keine "Nordiren", nur Iren oder Briten.

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