Sonntag, 14. April 2013

Stiff Little Fingers & Ed Tudor Pole @ Duesseldorf, ZAKK 13.4.2013

Es war eine gute Entscheidung, zu Stiff Little Fingers zu gehen - auch wenn es das eine oder andere gab, das nervte. Das ZAKK war extrem gut gefüllt, viele ältere Semester und dazwischen auffallend auch ein wenig Nachwuchs.
Ritter der traurigen Gestalt
Ziemlich pünktlich um 20.30 betrat Ed Pole Tudor die Bühne. Er war der Sänger von Tenpole Tudor, die vor allem durch "Who Killed Bambi" Berühmtheit erlangt haben. Nun stand er da solo mit Gitarre auf der Bühne und kasperte herum. Im Gegensatz zu Leuten wie TV Smith vermochte Ed Tudor Pole es nicht wirklich zu überzeugen. Ich bin mir gar nicht sicher, woran das lag: war es das fehlende Songpotential oder war das Grimassenschneiden, das spätestens nach dem zweiten Mal unoriginell wurde? Jedenfalls war Ed Tudor Pole eher der "Ritter der traurigen Gestalt". Sicherlich ein sympathischer Mensch, der damals mit vielen anderen Musikgeschichte geschrieben hat. Aber gut war das nicht. "Nicht schön, aber vom Herzen"...vielleicht noch. Nun denn: Ed Tudor Pole "unterhielt" eine gute 3/4 Stunde das Publikum und ging dann.

 Nach einer kurzen Umbaupause kamen dann Stiff Little Fingers auf die Bühne. Dabei bekam ich erst einmal einen Schrecken, da sich Jake Burns - der Sänger - doch schwer verändert hatte. Gesund sah er nicht aus und im Laufe des Sets erzählte er von den überwundenen Depressionen, so dass vielleicht das eine mit dem anderen zu tun hatte. Aber schon beim ersten Song verflogen alle Zweifel: die Band hatte vollen Saft und - speziell die Stücke der ersten beiden Alben - kamen so rüber, wie man es sich nur wünschen kann: energiegeladen, wütend - und vor allem: schnell.
Weightwatcher
Es war nicht diese Alt-Herren-Rock-Nummer, die mich noch 2008 erschaudern ließ. Es war toll. Speziell die ersten beiden Alben stehen bei mir noch hoch im Kurs. Ich weiß noch, wie ich mir beide 1980 kaufte und sie hoch und runter spielte. Speziell das zweite Album hatte es mir angetan. Danach fand ich Stiff Little Fingers immer noch gut, aber die nachfolgenden Veröffentlichungen kamen nicht mehr im Ansatz an die ersten beiden Alben heran. Wie dem auch sei: es machte Spaß, diese Band auf der Bühne zu sehen. Nervig war allein, dass ein kahlköpfiger Zeitgenosse - war er auf Droge oder konnte er seine Freude nur so zum Ausdruck bringen - wie ein Rhinozeros durch die Menschenmenge lief. Witzig war es allein für ihn.
Was allein schlecht beim Set war: die Cover-Version von "Staring at the Rude Boys" von "The Ruts". Dieses Lied haben Stiff Little Fingers irgendwie verhunzt. Da stimmte etwas nicht. Wo die alte Version vom Specials Klassiker "Doesn't Make It Alright" grandios ist, ist die Ruts-Version mehr ein Abgesang. Ich denke, es lag am Schlagzeug: das hat gegen den Takt gespielt.  Aber selbst das kann den Gesamteindruck nicht trüben: es war wirklich gut!

Das war die Setlist, die die Band auf gesamten Tour mehr oder weniger so gespielt hat:

At The Edge
Wasted Life
Roots, Radicals, Rockers and Reggae
Trail of Tears
Nobody's Hero
Hope Street
Liar's Club
Strummerville
Piccadilly Circus
Listen
My Dark Places
Doesn't Make It Alright
Harp
Fly The Flag
Barbed Wire Love
Just Fade Away
Straw Dogs
Suspect Device

Encore
Staring At The Rude Boys
Tin Soldiers

Encore
Alternative Ulster

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