Montag, 22. April 2013

TV Smith & Glen Matlock @ Düsseldorf, Haus der Jugend 20. April 2013 - Akustik Festival


Hey Ho Let's Go
Samstagnachmittag: die Bundesliga-Spiele waren noch nicht beendet, so dass das Haus der Jugend zu Beginn des Akustik Festivals noch recht leer war. Wir kamen als Andy Brings gerade die Bühne betrat. Ich hatte von ihm noch nie etwas gehört und brachte auf seiner Akustik-Gitarre mehrere Versionen von den Ramones. Da er der zweite war, der auftrat, kam ihm die undankbare Aufgabe zu, die wenigen Anwesenden "anzuheizen" - was ihm nicht gelang. Obwohl er gut war. Auf den ersten Blick mag es ja absurd erscheinen, Ramones Songs akustisch darzubieten. Aber es hat funktioniert. Mal abgesehen davon, dass ich die Ramones sowieso liebe, machte Andy Brings nichts falsch und zeigte, wie auch mit spärlichen Mitteln diese Songs ein riesiges Potential haben. Hut ab. Ihm wäre ein größeres Publikum angemessen gewesen.
Was man von den beiden folgenden Künstlern - wenigstens aus meiner Sicht - nicht behaupten kann.
Das war wohl nichts
Anstrengend
Zuerst spielten nach Andy Brings Skuyela - ein Duo. Ich hatte sie letztes Jahr noch in Flingern im Haus Schmalbauch gesehen. Da hatten die beiden mir an sich ganz gut gefallen. Jetzt aber war das eine ganz merkwürdige Mischung, die mich - vielleicht war es ja auch ein schlechter Tag für mich - nur noch nervte. Manchmal ist das ja so, dass es die Tagesform ist, die einem die Ohren für das eine oder andere verschließt. Gestern jedenfalls konnte ich damit nichts anfangen und wir verließen das Haus der Jugend auf der Suche nach einem Döner. Dabei nahmen wir wohlwissend in Kauf, dass wir den darauf folgenden Auftritt vielleicht nicht ganz mitbekommen würden: Meikel Clauss trat solo auf - wobei sich im Laufe des Sets eine Session mit Skuyela und noch jemanden mit Mundharmonika entwickelte. Effektiv nervte - nachdem wir wieder im Haus der Jugend angekommen waren - dieser Set genau wie der Auftritt von Skuyela. Es wurde erneut ein merkwürdiges Gemisch geboten, mit dem man selbst in einem Bluesrock-Laden keinen Blumentopf gewinnen könnte. Das war im wahrsten Sinne des Wortes "nichts"!
Britpopper
Glücklicherweise wurde es danach sehr viel besser: der nächste im Lineup war Thomas Allen. Ein junger Kerl, der ganz Brit-Pop-Klischee, dieses Genre bediente. Und das tat er gut. Hätte ich vorher gewettet, wäre ein Teil der Wette gewesen, dass er hundertprozentig auch ein Stück von Oasis spielen würde. Und: er tat es auch. Bingo. Ähnlich wie Andy Brings gehört Thomas Allen zu denen, die mit Cover-Versionen punkten können. Wo aber - wie bei Thomas Allen - die eigenen Stücken ganz gut, aber eben nicht umwerfend sind. Aber egal: ich hätte dem auch noch eine halbe Stunde länger zugehört. Er war nett und unterhaltsam. Und das ist doch die Hauptsache.
Talentierter Nachwuchs
Danach kamen Meggie und Jez. Beide sehr jung - er 14 Jahre und sie 17 Jahre alt - und talentiert. Zumeist Coverversionen waren von den beiden zu hören. Und es war einfach gut. Das lag nicht daran, dass Jez der sohn von Vom ist, sondern dass beide es draufhaben. Es wird spannend sein, wie sich beide weiter entwickeln. Aber allein die fast unbekümmerte Art und Weise der beiden, da auf der Bühne zu stehen, und einfach Gitarre zu spielen und zu singen, ist schon faszinierend. Und dann bekommen Songs wie "Wish you were here" einen noch unwiderstehlicheren Charme, dem ich mich nicht entziehen konnte. Ich hoffe nur, dass sich beide diese Unbekümmertheit erhalten können. Im Publikum standen natürlich die Eltern von Jez - und sie waren stolz. Das hatte was.
Rich Kid im wahrsten Sinne...
Einer der Headliner war natürlich Glen Matlock. Äußerlich hat sich der Kerl verdammt gut gehalten. Nur wenn man ihn gehen sieht, kann man erahnen, das er langsam auf die 60 zugeht. Insgesamt war das ein guter Auftritt, auch wenn eines auffällig war: die Mehrzahl der Stücke waren Coverversionen. Damit meine ich nicht die Pistols songs wie "Pretty Vacant" oder "God save the Queen" oder das eine Stück von den Rich Kids. Er hat auch einiges von den Kinks oder den Small Faces gespielt. Ich fand das insofern auffällig, weil Glen Matlock nach 1977 noch vieles eigenes geschrieben hat. Doch der Set bot eben eine Mixtur aus allen möglichen Zeitabschnitten ab den 60er Jahren, in der Glen Matlock als "Glen Matlock" irgendwie nicht so erkennbar war. Aber vielleicht liegt es auch nur daran, dass er viel auch im Hintergrund gewirkt hat. Man sagt ja eh, dass die meisten Pistols Lieder effektiv von ihm stammen und gleichzeitig erschien er - wie es damals dargestellt wurde - als der unwichtigste Teil der Band, auf den man dann auch gut verzichten konnte. Auch dem Hintergrund war dann dieser Mix auch stimmig und zeigte eben einen sympathischen Musiker, der es nicht nötig hatte, zu protzen, sondern der zeigen wollte, aus welchem musikalischen Reichtum er schöpft.
DreamTeam
Höhepunkt war dann der Auftritt von TV Smith und Vom. Wie schon öfters bemerkt: diese beiden erscheinen immer wieder als kongeniales Team - wie füreinander geschaffen. Auf der Bühne verbreiten sie eine wunderbare Stimmung, die gefangen nimmt: zwei sympathische Menschen, die nicht nur gute Musik machen, sondern auch gute Laune verbreiten. Irgendwann gesellte sich Thomas Schneider - der eine Part von Skuyela - hinzu, der schon früher mit TV gespielt hatte. Mal abgesehen davon, dass ich das Gefühl hatte, dass TV und Vom seine Art und Weise, sich hier und da in den Vordergrund zu spielen, nicht ganz schätzten und ihm entsprechend den einen oder anderen Kommentar reindrückten, hatte es auf musikalischer Ebene seinen Reiz: eine zweite akustische Gitarre kommt gut. Das habe ich auch schon erlebt, als z.B. Leigh Haggerty mit TV auftrat. Am Ende gesellten sich auch noch Meggie und Jez hinzu und boten zusammen mit den anderen eine wunderbare Version von "The Lion and the Lamb" - und selbst der Mundharmonika-Spieler, der mich zusammen mit Meikel Clauss vorher noch nervte, passte sich gewinnbringend ein. Und so verließen wir das Haus der Jugend - unter dem Strich- erfreut über einen guten Abend mit mehrheitlich tollen Auftritten.

Not A Bad Day
No Time To Be 21
Bring The Bull Down
Coming In To Land
Useless
Expensive Being Poor
Immortal Rich
Replay
Complaints Dept.
It's Warming Up
In The Arms Of My Enemy
Pushed Again
Generation Y
The Drink
The Lords Prayer
My String Will Snap
Probably
Ready For The Axe To Drope
The Day We Cought The Big Fish
Good Times Are Back
Gary Gilmore's Eyes
Bored Teenagers
One Chord Wonder

Only One Falvour
Lion And The Lamb
Runaway Train Driver

By the Way: es war mein 50. TV Smith Konzert. Jubiläum!

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