Montag, 22. Juli 2013

Attila The Stockbroker's Barnstormer @ Duesseldorf, Linkes Zentrum Hinterhof 20.7.2013

Gute Agitation
Ursprünglich wollte ich an diesem Abend zu B-Movie, die in Oberhausen spielen sollten. Doch kurzfristig habe ich mich anders entschieden. Das Wetter war zu gut, um noch ins Auto steigen zu müssen. Zudem hatte ich B-Movie schon im März gesehen und schließlich hatte ich wenig Lust auf das DarkWave-Ambiente, das mich wohl - so die Werbung - in Oberhausen erwartet hätte. Und da nun Attila Stockbroker in Düsseldorf quasi um die Ecke spielen sollte, fuhr ich kurzentschlossen mit dem Fahrrad dorthin.
Attila Stockbroker ist mir seit den frühen 80er Jahren ein Begriff. Er hatte zudem einiges mit Steve Drewett von den Newtown Neurotics und mit Tim Smith zusammengemacht: Poet, Musiker, Sozialrevolutionär, Bierliebhaber und ein großer Fußball Fan. Es hatte sich aber nie ergeben, ihn einmal live zu erleben. Da er meist auf einem Low-Budget-Ticket durch die Lande reist, habe ich die entsprechenden Infos nie wahrgenommen. Nun denn: jetzt gab es die Gelegenheit - und ich habe es nicht bereut.
Vom Linken Zentrum wußte ich schon lange. Ich war aber noch nie da. Bisher hatte es sich nie ergeben auch wenn die eine oder andere interessante Band dort schon gespielt hatte. Der Name "Linkes Zentrum Hinterhof" kann man in jeder Hinsicht wörtlich nehmen. Alles sehr sympathisch. Das Flair eines autonomen Zentrums mit extrem fairen Preisen und freundlichen Menschen. Wirklich gut.
Obwohl auf den Plakaten ein Support angekündigt war, spielte Attila Stockbroker mit seiner Band allein. Dabei ist anzumerken, dass er sich vor vier Wochen das linke Bein gebrochen hatte (auf dem Weg zum Angeln ist er mit dem Fahrrad gegen einen Pfosten gefahren). Und so humpelte er - auf einen Stock gestützt - durch die Gegend. Anzumerken ist auch, dass er ausgezeichnet Deutsch spricht.
Mit seiner Band spielte er einen Set über 100 Minuten. Zum Schluss entschuldigte er sich sogar, dass er nicht länger spielen würde. Aber sein gebrochenes Bein würde ihn daran hindern. Dabei dachte ich eh nur, dass er überhaupt so lange mit dem Bein durchgehalten hat, war schon eine großartige Leistung. Für den Heilungsprozess war der Auftritt sicherlich nicht förderlich. Wie dem auch sei: musikalisch wie auch von den Texten war Attila Stockbroker mit seiner Band überzeugend. Gerade mit der Band im Rücken legte Stockbroker eine tolle Show hin. Ich würde ihn mir wahrscheinlich auch live ansehen, wenn er solo unterwegs ist - aber so wie im Linken Zentrum war das schon eine perfekte Mischung.

Hier die Setlist:



















Hier ein Video von "Looters" vom Abend:



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