Dienstag, 24. September 2013

Big Sexy Noise & Jon de Rosa @ Cologne, Sonic Ballroom 23.9.2013

Queen of Sonic Ballroom
Am Montag spielten Big Sexy Noise in Köln - am Dienstag wäre der Auftritt in Duisburg. Bis kurz vor dem Konzert war mal wieder nicht klar, welcher Abend für mich frei wäre. Es war dann der Montag. Ich wäre zwar lieber nach Duisburg ins Steinbruch gefahren, aber der Sonic Ballroom überraschte nicht nur mit einer rauchfreien Konzertstube und einem angenehmen Publikum. Das Schönste war, dass ich Mitfahrer war und wir einen Parkplatz direkt am Ballroom bekamen. Zusammen mit Anke und Martin war das fast wie vor vielen Jahren. Schön!
Wobei "vor vielen Jahren" ein wichtiges Stichwort hergibt: seit 1982 war ich von Lydia Lunch eigentlich traumatisiert. Unvergessen ist ihr Auftritt als Support für Birthday Party nach dem ich geschworen habe, mir diese Person nie wieder anzugucken oder anzuhören. So mied ich in den letzten 30 Jahren alles, was nur ansatzweise mit Lydia Lunch zu tun hatte. Mehr durch Zufall hörte ich letztes Jahr in ein Stück von ihr rein und war verblüfft. Es war etwas ganz anderes als das, was ich 1982 da in der Bochumer Zeche erlebt habe. Es war grandios. Und ich fing natürlich an, mich über meine Ignoranz zu ärgern. Und: ich nahm mir vor, bei nächster Gelegenheit zu einem Konzert von Lydia Lunch zu gehen.
Also: Trauma überwunden - und so harrten wir der Dinge, die da kommen sollten.
Als Support spielte jemand, der Jon de Rosa hieß. Ein tätowierter, ernst dreinschauender Barde mit Gitarre, der gefühlvolle und extrem einschläfernde Lieder sang. Irgendwie hatte das auch etwas Komisches. Es passte nicht so recht zusammen und ich war froh, als er dann nach einer guten halben Stunde den Stecker rauszog.
Das Wunderbare an diesen kleinen Konzerten ist, dass nicht viel um- und aufgebaut werden muss. Es folgen nicht die langen Unterbrechungen, die einen zu später Stunde noch mehr ermüden. Und so erklommen Lydia Lunch und James Johnston sowie Ian White von Gallon Drunk die Bühne.
Was folgte war eine ca. einstündige Show, die vom ersten Akkord an fantastisch war. Alle drei zusammen haben eine grandiose Mischung hingelegt, die alle möglichen Elemente in sich vereinigt. Dieser markante Gesang von Lydia Lunch, ein mitreißendes Schlagzeug und ein Gitarrist, der Gitarren- und Bassparts miteinander kombinierte - all das machte Spass. Dabei wirkte Lydia Lunch recht gut gelaunt und aufgeräumt.
Als wir den Sonic Ballroom verließen war ich ein wenig traurig, am nächsten Tag nicht nach Duisburg fahren zu können. Wäre schön gewesen. Aber was eben nicht geht, geht nicht. Jedenfalls hatte ich das große Glück gehabt, ein tolles Konzert erleben zu könne.


Hier ein Video von den ersten beiden Songs:


1 Kommentar:

  1. Duisburg war ebenfalls toll.
    http://allroyforprez.blogspot.de/2013/09/big-sexy-noise.html

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