Donnerstag, 26. Dezember 2013

Sham 69 @ Duesseldorf, Tube 19.12.2013

Coverband
Ich habe doch ein wenig gezögert, zu diesem Konzert zu gehen. Warum? Von "Sham 69" gibt es zwei Varianten. Die, die in Düsseldorf spielen sollte, ist die Tim V. Version. Es ist ein komplizierte Geschichte, die es aber ab und zu gibt: eine Band zerstreitet sich, der eine oder/und der andere verlässt wutschnaubend die Band, es werden Ersatzleute dazu geholt, die dann irgendwann auch das Weite suchen oder vor die Tür gesetzt werden. Dazu kommen dann Streitigkeiten über Lizenzen...und so weiter und so weiter. Bei "Sham 69" war auf jeden Fall das Ende vom Lied, dass der Originalsänger Jimmy Pursey irgendwann entschieden hatte, nachdem er der Band mal wieder den Rücken zugekehrt hatte, eine eigene Version zu gründen, so dass es eben zwei Bands mit gleichem Namen gibt. Pursey besitzt wohl die Rechte, aber nicht exklusiv, so dass man vorher genau hingucken sollte, mit wem man es jetzt zu tun hat.
Zu all dem Undurchsichtigen gesellt sich aber die Grundsatzfrage, wann denn eine Band eben zu Recht oder Unrecht den Namen führt oder nicht. Bei der Version, die im Tube aufspielte hat das schon fast eine satirische Note: der Originalgitarrist, der aber nur bis 1977 dabei war...als zu einem Zeitpunkt ausgestiegen war, als die Band noch gar nichts veröffentlicht hatte, könnte mit viel Wohlwollen zur Marke "Sham 69" dazugezählt werden. Dann ist da noch der Drummer, der vor ein par Jahren mit dem Originalsänger zusammengespielt hat. Und sonst? Der Bassist ist vielleicht der Cousin vom Nachbarn des Schulfreundes des Originalbassisten und der Leadgitarrist hat mal das erste Album vom eigentlichen Gitarristen signiert bekommen...und der Sänger hat mal als Kind den Pudel von der Tante vom Besitzer des Lieblingspub von Jimmy Pursey ausgeführt. Wer weiß. Jedenfalls hat es eigentlich etwas Aberwitziges.
Noch Aberwitziger wird es dadurch, dass diese "Cover-Band" den Ruf hat, sehr viel besser als die Band um den Originalsänger zu sein. Stimmlich ist da eh kein Unterschied zu hören, da beide Sänger aus dem südlichen London kommen: gleicher Slang - gleiche Stimme.
Unterhaltsam war dann auf diesem Hintergrund, dass ich auf dem EA80 Konzert am Samstag zuvor in Köln jemanden aus dem Süddeutschen traf, der erzählte, dass er Sham 69 gesehen habe. Ich fragte direkt, wie es denn war und er sagte "Gut!" und fuhr fort, dass aber während des Konzertes das Gerücht beim Publikum kursierte, dass da auf der Bühne wohl nicht der richtige Sänger sei... Bingo!

Und wie war es im Tube?
Es war extrem unterhaltsam. Es war gut. Routiniert nicht im schlechten Sinne. Beim Rausgehen sagte jemand, dass das für 12 Euro ok war...für 40 wäre es eine Unverschämtheit. So war es.

Das war die Setlist:

We Gotta Fight
What Have We Got
Hey Little Rich Boy
Western Culture
The Don't Understand
I Don't Wanna
Ulster
No Entry
Rip Off
Tell Us The Truth
Loudmouth
Sweeney Todd
That's Life
Family Life
Shout
Borstal Breakout
Then There Were None
Sing When You're Winning
Hurry Up Harry
All The Geezers
Q&A
Evil Way
Cockney Kids
Anges With Dirty Faces
Sunday Morning Nightmare
Hersham Boys
If The Kids Are United

Hier die letzten vier Stücke:

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