Sonntag, 2. März 2014

Thalia Zedek Band, A Clean Kitchen Is A Happy Kitchen & Six Hands @ Hasselt, Muziek-O-Droom - Studio 1.3.2014

Thalia Zedek Band
Nach dem Konzert in Dortmund war ich überzeugt, dass eine längere Fahrt trotz aller damit verbundenen Anstrengungen lohnenswert sein würde. Die Fahrt nach Hasselt ist an sich angenehm. 1 1/2 Stunden - und schon ist man da. Was mir allein ein wenig Kopfschmerzen bereitete war die Rückfahrt. Sollte es wieder so spät werden wie in Dortmund? Immerhin sollten zwei andere Bands vorher noch spielen.
Nun denn: gegen halb acht kam ich beim Venue an und hatte direkt davor einen Parkplatz. Zwei Jahre vorher hatte ich beim Besuch vom Gavin Friday Konzert um die Ecke ein Cafe entdeckt. Das war dummerweise jetzt geschlossen. Und die Bar vom Venue bot außer Bier und einigen anderen Kaltgetränken keinen Kaffee. Was für Sorgen! Direkt am Eingang traf ich David Michael Curry und Mel Lederman und wir unterhielten uns ein wenig. Da sollte an dem Abend noch öfter vorkommen, da sich alles ziemlich zog. Die beiden anderen Bands bauten jeweils alles immer komplett auf und ab...und das dauerte. Mel Ledermann erzählte viel über seinen anderen, früheren Musikprojekte und - was witzig war - auch über seinen Musikgeschmack. Als ich nämlich erwähnte, dass ich am gleichen Ort Gavin Friday gesehen hatte, redeten wir länger über ihn und die seligen Virgin Prunes. Als ich jedenfalls beide sah, hatten sie gerade den Van vor den "Liefereingang" gefahren. So bemerkte ich, dass die wirklich allein unterwegs waren: nur die Band und sonst niemand. Keiner, der als Fahrer oder/und Roadie fungierte. Low Budget. Und das alles bis Ende März durch halb Europa und auch Israel. Später traf ich auch Thalia Zedek als sie sich die erste Band anguckte. Später unterhielten wir uns am Merchstand. Anfangs war ich sehr zögerlich: als "Fan" geht man einer Band auch schnell auf den Keks. Anderseits sind - glaube ich - alle (bis auf den Bassisten) ziemlich kommunikativ...eben auch Thalia Zedek. Und so hatten wir eine nette Unterhaltung...das war schon auch beeindruckend, was sie zu erzählen hatte - speziell, dass ihre Familie mütterlicherseits ursprünglich aus Deutschland kam...und das Glück gehabt hat, den Naziterror überlebt zu haben.

Als erstes spielte dann "Six Hands": wie der Name vermuten lassen kann handelte es sich um ein Trio, eine lokale Band. Die waren zwar nicht ganz mein Fall - aber was die auf ihren Instrumenten (Bass, Gitarre und Schlagzeug) zauberten war irgendwie beeindruckend. Thalia Zedek war vollkommen hin- und weggerissen von diesen blutjungen Musikern, die ein vierzigminütiges Programm auf der Bühne abfackelten.

Danach kam "A Clean Kitchen Is A Happy Kitchen". Der Name ist klasse. Die Tatsache, dass der Schlagzeuger anfangs auch mit Küchenbürsten trommelte (enrsthaft!) ist mehr als eine Notiz wert. Ansonsten waren es drei mürrisch aussehende Musiker, die anstrengende, experimentelle Musik darboten. Nicht uninteresaant, alles andere als schlecht - aber auch das war nicht mein Ding.
Effektiv war es auch so, dass ich - auch nach Dortmund - nur Thalia Zedek mit ihrer Band sehen wollte...und eigentlich auf anderes gar keinen Bock hatte.

Aufgrund der Umbaumodalitäten bekam ich den Aufbau und den Soundcheck mit und als ich die von David Michael Curry geschriebene Setlist erspähte, war klar, dass der Set ein wenig kürzer sein würde. Warum? Als die Band dann anfing zu spielen, "merkte" ich den Grund. Nach dem ersten Lied vibrierte der Boden. Im Saal unter dem "Club" war Wochenenddisco... Aber es war nicht die gleiche Setlist. Herzstücke waren vier Lieder von der neuen Mini-LP "Six". Diesmal fehlten aber ältere Stücke, so dass bis auf "Stars" vom Album "Liars and Prayers" alle anderen fünf Songs von "Via" stammten. In der Hoffnung, dass ich es in ein paar Tagen schaffe, auch zum Kölner konzert zu fahren, bin ich gespannt, welche Variaton mich da erwarten wird.

Der Club im Muziek-O-Droom ist im Gegensatz zum "Institut" des Dortmunder Schauspielhauses ein klassischer Konzertclub: übersichtlicher Raum für vielleicht 150 Leute mit gutem Sound und lästiger Klimaanlage. Effektiv waren insgesamt vielleicht 50 Menschen anwesend, die das komplette Programm anguckten. Anders als in Dortmund, wo nach und nach Leute abwanderten, kamen alle immer wieder rein.
Die Band spielte den Set anders - nicht besser, aber eben anders als bei einem "Wohnzimmerkonzert". Besonders beeindruckend fand ich das vorletzte Lied von "Via": "Want You To Know". Wie dem auch sei: es war insgesamt wieder herausragend und ich habe keine einzige Minute bereut, den Weg gefahren zu sein. Ziemlich glatt nach einer Stunde war alles vorbei. Ich verabschiedete mich noch kurz und setzte mich dann ins Auto. Um zwei Uhr morgens war ich dann endlich wieder zuhause. Hundemüde und glücklich. Wenn Köln klappen sollte: ich werde auf jeden Fall früher zuhause sein.
Das war die Setlist:


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