Mittwoch, 9. April 2014

Gallon Drunk & Thomas Truax @ Krefeld, Kulturrampe 6.4.2014

Ich hatte Gallon Drunk nie wirklich auf dem Schirm. Beiläufig hatte ich in der Vergangenheit immer mal was von der Band bzw. den jeweils aktuellen Alben gehört und nie war so richtig der Funke übergesprungen. Das änderte sich aber schlagartig durch zwei Ereignisse: zum einem war 3/4 der Band letztes Jahr mit Lydia Lunch als "Big Sexy Noise" unterwegs und es war fantastisch. Das führte dann zum anderen, dass ich mir die neue LP der Band "The Soul Of The Hour" anhörte und ziemlich begeistert war. Hingegen lösten die dann angekündigten Tourdaten ein gewissen Enttäuschung bei mir aus, da es erst so schien, dass ich an keinem der Termine könnte. Kurzfristig ergab sich dann doch, dass ich mit Anke zur Kulturrampe nach Krefeld fahren konnte.
Der Laden ist klein - übersichtlich. An sich ein toller Ort für ein Konzert. Es war alles andere als ausverkauft und es waren viele nette bekannte Gesichter anwesend: neben Martin auch Jochen sowie Carsten und Rainer.
Hörhilfe
Als Support stand Thomas Truax auf dem Plakat. Rainer hatte mir schon erzählt, dass der toll wäre. Er hätte ihn in Dortmund schon erlebt. Wobei das Wort "erlebt" den Nagel auf den Kopf trifft: Thomas Truax muss man erlebt haben. Denn das, was der auf der Bühne veranstaltet, lässt sich nicht auf CD bannen. Die "Instrumente" hätten auch aus einem Film von Tim Burton stammen können. Skukril,einfallsreich und abgedreht (beim letzten Song im wahrsten Sinne des Wortes). Dieser Support-Act war extrem unterhaltsam. Schließlich fiel bei mir dann an einer Stelle noch ein Groschen: in der Mitte des Sets erzählte der Künstler, dass er für Per Gynt am Schauspielhaus in Dortmund die Musik machen würde und da fiel mir ein, dass Cor mir begeistert von dieser Inszenierung erzählt hatte...vor allem auch aufgrund der Musik. Die Welt ist klein.
Nach einer kurzen Umbaupause kamen dann Gallon Drunk auf die Bühne. Es folgten 80 Minuten, die es in sich hatten. Die Band ist in vielfacher Hinsicht genial. Ein treibendes Schlagzeug, ein extrovertierter Sänger/Gitarrist, ein in sich gekehrter und präziser Bassist und ein Saxophonist/Keyboarder, der dem ganzen die Würze gibt. An sich stehen Gallon Drunk für einen markanten Mix aus verschiedenen Genres. Und das zeigte sich von der besten Seite an diesem Abend. Insgesamt waren es 10 Lieder inklusive Zugabe. Die auf der Setlist vermerkten beiden Zugaben-Lieder spielte die Band nicht - dafür das Stück "You Made Me". Grund war - so vermute ich - dass es der Band und vor allem dem Sänger zu heiß geworden ist. Zur Zugabe hatte er sein schwarzes, durchgeschwitztes Hemd ausgezogen und eines der Tour-T-Shirts übergezogen - was ein Grinsen bei den anderen Bandmitgliedern auslöste. Was eher ungewöhnlich ist, die eigenen T-Shirts zu tragen, erklärte der Sänger eben mit der Hitze. Wie dem auch sei: die 80 Minuten waren intensiv und ließen nichts vermissen.
Im Juni spielt die Band noch im King Georg in Köln. Der Rahmen ist noch einmal anders und ich werde überlegen, ob ich mir die Band da noch einmal angucken werde. Mal sehen. Es würde sich auf jeden Fall lohnen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen