Montag, 14. April 2014

Toy & Suns Of Thyme @ Cologne, Studio 672 - Stadtgarten 9.4.2014

TOY
Das war die Nacht der langen Haare. Ein Abend mit Psychedelic Rock, Krautrock und Post-Punk.Alles fand im Kölner "Stadtgarten" und da im "studio 672" statt - quasi im Keller. Vom Raum her gesehen an sich ein optimaler Ort für Konzerte. Wir waren zu dritt nach Köln gefahren. Es war die gleiche Besetzung wie bei dem ersten Toy Konzert im Blue Shell. Damals waren wir alle drei sehr begeistert gewesen. Umso größer war natürlich die Erwartung an diesen Abend.
Eine Band aus Berlin - Suns of Thyme - eröffneten den Konzertabend. Langhaarige Menschen mit klassischen Hippie-Klamotten standen da auf der Bühne. Der Sänger war spindeldürr und erinnerte mich ein wenig an David Byron, den ersten Sänger von Uriah Heep. Irgendwie war das schon abgefahren. Wir schreiben das Jahr 2014 und da stehen welche vor einem, die rein äußerlich versuchen, die Zeit um 40 Jahre zurückzudrehen. Wie dem auch sei: ich hatte beschlossen, den Abend direkt vor der Bühne zu verbringen - was ich normalerweise nicht mache. So konnte ich auf jeden Fall diesem "Zeitsprung" direkt ins Auge sehen. Entgegen meiner ersten Befürchtung war das, was die Band bot, gar nicht so schlecht. War es am Anfang ein wenig langatmig, nahm der Set mehr und mehr Fahrt auf...und - das kommt nicht so oft vor - als die Band das letzte Stück ankündigten, war ich fast versucht, nach einer Zugabe zu rufen.
Dann kamen Toy auf die Bühne. Auch diese Band versuchte sich im äußerlichen Retro...wobei es die Berliner an der Stelle konsequenter gemacht haben. Musikalisch waren Toy aber um Längen überlegen. Der Vorteil war natürlich, dass die Band jetzt aus zwei Alben schöpfen konnte. Fast 80 Minuten spielten sie einen Set - quasi ohne Atempause - ohne Zugabe. Letzteres war ok. Ein Set wie ein Statement, dem nichts mehr zuzufügen ist. Ich hatte vorher mir angeguckt, was die Band bisher auf der Tour im Set hatte, und habe entdeckt, dass sie jeden Abend das Gleiche gespielt haben. So auch in Köln. Warum? Ich bin da immer hin- und hergerissen. Es gibt manche Bands, die so Technik-abhängig sind, so dass sie gar keinen Spielraum haben, für jeden Abend alles neu zu programmieren. Dazu gehören Toy nicht. Andere Bands schätze ich, dass sie jeden Abend mindestens ein wenig variieren. Dazu scheinen Toy auch nicht zu gehören. Vielleicht ist es ja so, dass die Band denkt, dass die Setlist den ultimativen Spannungsbogen widerspiegelt...an dem auch daher nichts zu verändern ist. Vielleicht. Wenigstens kann ich nur sagen, dass der Set absolut kompakt war und nichts zu wünschen übrig ließ.
Von Erik und Jürgen, die mit gefahren war, hörte ich dann nach dem Konzert, dass der Sound insgesamt mies gewesen sei. Direkt vor der Bühne war dem nicht so. Aber das sollte auch nicht den Gesamteindruck bei den beiden trüben. Wie waren alle zufrieden. Ein tolles Konzert.
Ein vorletztes: wenn eines genervt hat, war es dass gleißende Licht, dass Toy ins Publikum hat scheinen lassen. Das war für die Augen extrem anstrengend.
Ein letztes: ich stand ja direkt vor der Bühne. Hinter mir standen einige jungen Frauen. Eine von denen hatte mir während des Konzerte immer wieder einen Ellenbogen ins Kreuz gejagt. Witzig war - als ich nach dem Ende des Konzertes wieder nach hinten ging - dass ich sie sagen hörte, dass es einzig scheisse gewesen sei, dass so ein "Opa" vor ihr gestanden habe. Hihi: "Opa"!




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