Samstag, 24. Mai 2014

Duncan Reid and the Big Heads @ Essen, Anyway 18.5.2014

Unplugged
Ich wäre schon am Tag zuvor in die Freakshow - auch in Essen - gefahren…doch da konnte ich nicht. Den Auftritt im Anyway hatte ich aber schon lange im Terminplaner eingetragen. Das Anyway ist ein wunderbarer, fast familiärer Laden - und alle Konzerte, die ich bisher da gesehen habe, waren toll. Zudem - das gibt das Anyway vor - sind es eben mehr oder weniger "Unplugged"-Konzerte. Und die haben immer einen besonderen Charme.
Zu Duncan Reid ist zu sagen, dass er ja der eigentliche Frontmann der "Boys" war. Es gab wohl 2010/2011 irgendwelche "unüberbrückbaren" Positionierungen, so dass er 2011 die Band verließ. Den letzten europäischen Auftritt sah ich in Blackpool 2011 beim Rebellion Festival. Jedenfalls kam bei der einen oder anderen Bemerkung im Anyway zum Ausdruck, wie bitter das für Duncan Reid gewesen sein muss und wie das nach wie vor im Raum steht. Das Ergebnis war, dass "The Boys" nicht mehr ihren Sänger hatten. Mit dem Erfolg - so leibhaftig im letzten Oktober im Düsseldorfer ZAKK erlitten - dass die Band jetzt wie eine Zombie-Rentner-Truppe die Bühne bevölkert und trotz tollen Materials langweilt. Und auch wenn ich im Anyway von Kalle hörte, dass das neue Album der Band wohl sehr gut geraten sein muss, wird die Bühnenpräsenz der "Boys" dadurch nicht besser. Duncan Reid geht daher nun eigene Wege - und das tut er nicht schlecht. Wie er im Anyway erzählte, war sein Beitrag zum Songschreiben bei den "Boys" wohl immer sehr nachgeordnet, so dass der Solo-Pfad für ihn auch auf der Ebene neue Perspektiven eröffnete. So ist das erste Solo-Album "Little Big Head" ziemlich gut geworden. Sicherlich: die gewohnte "Boys"-Stimme mit Songs, die den Boys-Songs artverwandt sind…das muss schon irgendwie klappen. Und es tut es auch. Daher war ich mehr als gespannt auf den Auftritt. Erst Recht aufgrund der Tatsache, dass es sich eben um ein "Unplugged"-Konzert handeln würde.
Eröffnet wurde der Abend vom Gitarristen der Band - von "Darling Boy". Allein mit Akustik-Gitarre war er ein wunderbarer Support für den Hauptact. Der Typ kann nicht nur singen und beherrscht verschiedenste Instrumente - er kann auch ziemlich gute Songs schreiben. Und wie sich später herausstellte: auch zusammen mit Duncan Reid. Gerade auch rückblickend auf die letzten Jahre ist es doch immer wieder etwas Besonderes, wenn alles zusammenpasst und man eine Vorband nicht einfach nur ertragen muss. Am 2. Juni wird "Darling Boy" - dann aber mit Band - wieder im "Anyway" spielen - leider werde ich an dem Abend nicht können. Sonst wäre ich sicherlich hingefahren.
Danach spielte Duncan Reid. Was soll ich sagen? Wer sein Album gehört hat wird wissen, dass die "Boys" durch alle Poren hindurchschimmern und dass das Album trotzdem nicht einfach ein weiteres "Boys"-Album ist. Es ist ein poppiges Album mit einem eigenen Charme. Vielleicht nicht ganz rund. So erzählte Duncan Reid auch, dass er zu "Boys"-Zeiten niemals zum Schreiben eigener Songs gekommen sei. Und doch ein Auftakt, der es in sich hat. Der Set war entsprechend gemischt: natürlich spielte er auch die eine oder andere "Boys"-Nummer, Songs vom Debut-Album und auch einige Stücke vom neuen Album, das im September erscheinen soll. Da ich am Vorabend das Konzert nicht in der Freakshow in Essen gesehen hatte, habe ich keinen Vergleich. Da es sich im Anyway um eine abgespeckte "Unplugged-Version handelte, erhielten alle Songs eine eigene Note. Kein druckvolles Schlagzeug, keine E-Gitarren, sondern eine Cajon-Box und Akustik-Gitarren. Das verändert den Sound. Das war schon ziemlich genial. Die Band jedenfalls, die das wohl zum ersten Mal gemacht hatte, hatte ihren Spass...und das Publikum auch. Im September wird Duncan Reid wieder kommen. Ich hoffe, dass ich das terminlich einrichten kann.

Das war die Setlist:
Montevideo
End Of The World
The One
Aren't Women Wonderful
Thinking
Cest La Vie
Too Late
Roisin
Kelly's Gone Insane
Long Long Gone
Brickfield Nights (The Boys)
All Fall Down
77
I Don't Care
Box No
First Time (The Boys)
Gotta Call Simone
Terminal Love (The Boys)
Any Old Time (Mattles Boys)

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