Samstag, 24. Mai 2014

Manic Street Preachers & Public Service Broadcasting @ Cologne, Live Music Hall 21.5.2014

Auf Sendung
Bei den Manics ist es immer ein Glücksspiel mit den Supportbands. Entweder sind sie toll oder total schlecht. Bei den meisten Auftritten war der Support mies. 1998 war es grandios: "Mansun" spielten als Vorband. 2002 in Düsseldorf war es ziemlich gelungen mit "Readymade". Aber sonst. Da im Gegensatz zu den anderen Auftritten im Vorfeld bekannt war, wer an dem Abend spielen würde, guckte ich mir einige Videos bei YouTube an und fand, dass ich mich auf "Public Service Broadcasting" freuen sollte. Diese Gefühl sollte sich bewahrheiten. Zu zweit - einer am Schlagzeug und der andere an den Keyboards/am Mac inkl. Gitarre und Banjo - spielten sie zu Videos aus den 40er und 50er Jahren, die auf eine Leinwand projiziert wurden. Auch die Stimme - kein Gesang - kam aus dem Mac. Es war eine faszinierende Kombination, so dass auch beim vielen Einsatz der Technik bei mir nie der Eindruck aufkam, dass das alles zu künstlich wäre. So war das, was die beiden da veranstalteten, im wahrsten Sinne des Wortes ziemlich abgefahren und ich war schlicht und einfach begeistert. Ca. 35 Minuten dauerte das Spektakel und es war einer der wenigen Augenblicke, dass ich das Ende des Sets der Vorband bedauerte.

London Can Take It
Signal 30
Theme From Public Service Broadcasting
Elfstedentocht - Part 1
Night Mail
Spitfire
Everest

Nach einer knappen halben Stunde Umbauphase kamen dann die Manics auf die Bühne. Es war das gewohnte Bild wie in den letzten Jahren. Nur das Hintergrundgemälde war anders. Haben ich alle vorherigen Auftritte dieser wunderbaren Band immer sehr genossen, war es diesmal ein wenig anders. Ich bin mir nicht sicher woran es lag. Irgendwie war das Publikum komisch. Es waren wieder zu viele Quatschköppe anwesend. Erschwerend kam hinzu, dass genau da - wo ich stand - ein Spacko heranhüpfte und meiste auf den Füßen anderer herumzutrampeln. Nichts gegen wilde Bewegungen. Ganz im Gegenteil. Aber wenn einer ohne Rücksicht auf andere sein Ding durchziehen will, dann ist das etwas anderes. Aber es war nicht nur das. Es beschlich mich das Gefühl, dass die Band einen Routine-Gig hinlegt. Ich vermisste den besonderen Kick. Jede Ansage, die beinhaltete, dass es so unglaublich gut "hier" wäre, war leer...stimmte irgendwie nicht. Zudem ist allein das Stimmen der Gitarre beim Spielen des Liedes auch abtörnend...und das passierte gleich mehrmals. Für mich wurde da am deutlichsten, dass die Band nicht so ganz dabei war. Eben etwas durchzog. Das haben sie sicherlich perfekt gemacht. Aber eben zu perfekt. So wie ich auch zu hören meinte, dass hier und da noch eine Stimme aus dem Off - d.h. vom Band - zu hören sei, weil eigentlich neben James Dean Bradfield nur der Tour-Gitarrist sang...aber er das wohl schlecht für zwei tat.
Nun denn: immerhin spielte die Band einige Stücke vom aktuellen Album und auch einige vom neuen Album, das im Sommer erscheinen wird. Da Nina Hoss - anders als beim Berliner Auftritt - nicht ihren Part bei "Europa Geht Durch Mich" live singen konnte, kam ihre Stimme vom Band. Schade. Die Frau ist cool und macht das auch ziemlich gut. Jedenfalls war "Europa Geht Durch Mich" das einzige der Neuen Stücke, die mich einigermaßen überzeugten. Die anderen? Mal sehen. Es ist eben so, dass die Band ihren Zenit doch schon überschritten hat. Ob ich mir die Band noch einmal angucken werde? An diesem Abend hätte ich diese Frage nach dem Konzert sofort mit "Nein!" beantwortet. Es müsste schon etwas geschehen, um mich zum Kauf einer Eintrittskarte zu überzeugen. Vielleicht eine gute Vorband. Wer weiß.

Motorcycle Emptiness
You Stole the Sun From My Heart
(It's Not War) Just the End of Love
Europa Geht Durch Mich
Suicide Is Painless (Theme from MASH)
Stay Beautiful
Rewind the Film
Die in the Summertime
Your Love Alone Is Not Enough
No Surface All Feeling
Walk Me to the Bridge
A Design for Life
This Sullen Welsh Heart
From Despair to Where
Revol
Let's Go to War
Ocean Spray
You Love Us
Tsunami
Show Me the Wonder
Motown Junk
If You Tolerate This Your Children Will Be Next

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