Montag, 5. Mai 2014

The Residents @ Duesseldorf, ZAKK 4.5.2014

Ich sage es zugleich bevor sich irgendein Spezialist aufregt: ich habe von den Residents eigentlich gar keine Ahnung. Also alles, was jetzt folgt, wird der Sache sicherlich nicht gerecht. Aber was solls....
Ende der 70er/Anfang der 80er habe ich die Platten immer ein wenig erfurchtsvoll in den Händen gehalten. Die Residents haben es von Anfang an geschafft, geheimnisvoll zu sein und Mythen um sich herum aufzubauen. Hinter Masken treten sie auf und fabrizieren Kunst auf hohen Niveau. Mir war das in der Vergangenheit immer ein wenig zu kompliziert. Oder anders ausgedrückt: mir hat sich diese Band nie wirklich erschlossen. Wie dem auch sei. Durch nette Menschen erhielt ich die Möglichkeit, auf die Gästeliste für das Düsseldorfer Konzert zu gelangen. Es war "die" Gelegenheit, mir den Mythos einmal näher zu betrachten - wohl wissend, dass ich bei der Aufführung des letzten Teils einer Trilogie mit dem Namen "Shadowland" sicherlich nichts aber auch gar nichts verstehen würde. Aber egal. Zudem hatte ich die Gelegenheit, nach längerer Zeit Michael wieder zu treffen. Und das war schon ein Grund hinzugehen.
Stimme aus dem Off
Das ZAKK war bestuhlt. Angesichts des Altersdurchschnitts der vornehmlich männlichen Besucher war das angebracht (ich beziehe mich da natürlich mit ein!). Nachdem wir erst in der dritten Reihe saßen, entschlossen wir uns, auf die Empore zu gehen - wo ich dann auch bis zur Zugabe blieb (und dann auch unten hinter den Sitzreihen stand). Von den Sitzen her gesehen, war das ZAKK voll und die meisten kauften beim Merch-Stand ein. Für die Band war es wohl finanziell ein guter Tag. Eben ältere, kaufkräftige Menschen und keine blanken Studies.
Neulich im Schattenreich
Und dann folgte um 20.30 ca. 100 Minuten eine Performance, der ich manchmal mit halb geöffnetem Mund beiwohnte. In der Vorankündigung hieß es: "...ihre letzten Alben kreisen um die universellen Konzepte Liebe und Sex, Geister und Tod - hier auf der zakk-Bühne werden sie audivisuell die Zusammenhänge von Geburt, Wiederkehr und Near-Death-Erfahrungen ausloten." Und so war es auch. Zu dritt zogen die Residents ihre Show ab und irgendwie war es auch beeindruckend. Gleichwohl muss ich zugeben, dass das alles nichts für mich ist. Ich habe Respekt vor der Band und es ist auch alles ziemlich intelligent. Ich mag dann doch eher das Grobe. So verließ ich das ZAKK: ich hatte einen alten Bekannten wieder getroffen, war umsonst reingekommen und holte mir an der Bude auf dem Heimweg noch ein Becks. Was will ich mehr?

Hier noch ein Video ("The Butcher" Movie & Herman The Human Mole):
Das war wohl die Setlist:

Rabbit Habit
Fever Dreams
Golden Guy
"The Butcher" Movie
Herman The Human Mole
Harry The Head
Benny The Bump
"The Libertine" Movie
They Are The Meat
Judas Saves
"The Garbage Man" Movie
Blue Rosebuds
Weightlifting Lulu
"The Diver" Movie
Easter Woman
My Second Wife
Loss Of Innocence
"The Model's Mother" Movie
Betty's Body
Caring
Mickey Macaroni
"The Engineer" Movie
Is He Really Bringing Roses
Mellon Collie Lassie
Hard And Tenderly / Mr X
Ship Of Fools (from "Our Finest Flowers")

The Making Of The Soul (excerpt)
Fourty Four
Outro Music

Kommentare:

  1. Kann den Einlassungen zu den Residents durchaus folgen, die Show 2013 war schon seltsam, aber ich finde, sie hatten im Reigen der Westcoast-Electrobands (Tuxedomoon, Renaldo & the Loaf etc.) schon mehr als diesen Mythos des Unbekannten zu bieten, hast du vielleicht die Mole Show 1984 gesehen, grandioses Musiktheater! Ansonsten bin ich gespannt auf die weiteren Einträge...Gruß aus München, Heinz

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  2. Ich kenne die Residents seit mehr als 20 Jahren, Duck Stab war meine erste CD von ihnen. Einige Shows habe ich gesehen - angefangen mit Wormwood und danach immer, wenn sie in Deutschland auftraten. Für "Shadowland" bin ich 500 Kilometer gefahren - gelohnt hat es sich nicht. Teil 1 der Trilogie habe ich in Potsdam gesehen - war okay, Teil 2 in Hamburg war Spitze - Düsseldorf ein Flop.
    Lustlos gespielt und vorgetragen, wenig abwechslungsreich und der Sound war grottig.
    Für mich war das beste Konzert der Residents "Demons dance alone" in HH - da stimmte alles. Einfach toll.
    Was das "Verstehen" angeht - man kann und muss nicht alles verstehen, vor allem bei den Texten nicht. Was sich sehr auf US amerikanischen Alltag bezieht ist mir fremd. Trotzdem kann man es genießen, sich inspirieren und faszinieren lassen und manches Mal fällt mir erst viel später etwas dazu ein.

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