Dienstag, 5. August 2014

Rebellion Festival, Blackpool - Prolog

Das Rebellion Festival ist vielleicht eines der schönsten Festivals überhaupt…wenigstens für mich. Es findet seit Jahren im August in Blackpool statt. 2006, 2008 und 2011 hatte ich schon das Glück, dieses Festival zu erleben. Sicherlich ist es in mancher Hinsicht "Retro": viele der alten Bands spielen auf und manchmal ist das auch ziemlich übel. Aber meistens ist es einfach genial. Zudem hat das Festival immer eine Mischung, bei der auch neue, unbekannte Bands auftreten. Wie dem auch sei…es ist auch eine Gelegenheit, Freunde zu treffen. Und nicht zu vergessen…was für England nicht unwichtig ist: das Festival ist In-Door im fantastischen Wintergardens.
Dieses Jahr bin ich zwei Tage früher gefahren. Da 2006 und 2011 die Anreise am Tag des Festivalstartes immer extrem anstrengend war, war für dieses Mal der Plan, früher da zu sein…ein wenig Kraft zu tanken und dann das Festival einfach zu genießen. Und wie sich herausstellte hatte ich Glück: nachdem 2006 mein Anreisetag der war, als es Terroralarm gab (Flugzeuge sollten über dem Atlantik in die Luft gesprengt werden) und ich in London strandete und nachdem 2011 ein angekündigter Lufthansa-Streik meinen Reiseplan ins Chaos stürzte, kam ich pünktlich in Manchester an…kurz bevor der Flughafen für alle Flüge rein und raus gesperrt wurde, weil ein Idiot bei einem Flug nach Manchester etwas von einer Bombe faselte und das Flugzeug von zwei Militärmaschinen nach Manchester eskortiert werden musste.
Nun denn. Zudem bietet dieser Plan die Gelegenheit - morgen - also am Tag vor dem Start einen Pre-Gig mit den Cyanide Pils in einem Pub zu besuchen.
Als Hotel hatte ich wieder das Clifton Privat Hotel gewählt. Da war ich auch die letzten beiden Male gewesen. Superfreundlich, tolles Frühstück und nur 5 Minuten von Wintergardens entfernt. Dieses Hotel hat mehrere Vorzüge: zum einem wird da ein vorzügliches Full English Breakfast serviert. Wer sich bei Hotels in England - speziell bei den billigeren - auskennt, weiß, dass das keine Selbstverständlichkeit ist. So war z.B. das Frühstück 2006 so übel, dass ich immer aushäusig gegessen habe. Und ich bin nicht besonders anspruchsvoll. Zum anderen wohnen ausschließlich während des Festivals Musikfans im Hotel. Und das ist extrem unterhaltsam. Nicht nur, dass man immer den einen oder anderen guten Tip bekommt. Auch schön ist, in Ruhe von Leuten etwas über Bands zu hören, die ich am Vortag wegen der Zeitüberschneidung nicht sehen konnte.Und: ich kann es nur wiederholen: super freundlich. Sehr angenehm.
Nachdem ich eingecheckt hatte, bin ich ein wenig durch Blackpool gelaufen.Zu Blackpool muss man wissen, dass es ein traditionelles Seebad für die Working Class gewesen ist. Nach und nach hat sich aber der Ort mit der Dauer-Kirmes auch zu einem Treffpunkt für Gruppen - Männer und Frauen - entwickelt, die irgendetwas zu feiern haben. Quasi Düsseldorfer Altstadt samstags hier die gesamte Woche. Blackpool ist also speziell…als Dauerkirmes - und besonders durch letztere Gruppierungen. Denn das war die Erfahrung in den letzten Jahren: der Heimweg zum Hotel war immer ein wenig nervig: entweder betrunkene, gewaltbereite junge Männer oder betrunkene, Männer-Jagende junge Frauen.
Auf meinem Rundgang kam ich zu einem Pub, der in den vergangenen Jahren als Startpunkt für den jeweiligen Tag diente: Pump & Truncheon. Nach einer Portion Fish & Chips und einem Lager ging ich wieder ins Hotel…als ich auf dem Weg beim Wintergardens vorbeikam, lief da noch das traditionelle Programm: Abba's Musical "Mama Mia" - spätestens morgen nachmittag, wenn die Festivalbändchen für den Einlass vorab ausgegeben werden, wird sich das Bild ändern.
Nach und nach habe ich dann immer mehr Menschen entdeckt, die eindeutig nach Besuchern  des Rebellion Festivals aussehen. T-Shirts, die eindeutig sind, oder eben die Haarfarbe. Letzteres ist aber ambivalent: Mohawk mit Extrem-Bierbauch gibt einen eindeutigen Punktabzug.
Ich bin gespannt wie die nächsten Tage verlaufen werden.

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