Sonntag, 10. August 2014

Rebellion Festival @ Blackpool, Wintergardens 9.8.2014 (Part 2)

Voll Asi - mit Niveau
Viele hatten mir von einer Band mit dem Namen „Dirtbox Disco“ erzählt, doch ich entschied mich im letzten Augenblick, im Empress Ballroom Peter and the Testtube Babies zu sehen. Das zweite Album von denen ist nach wie vor genial und ich wollte mein Trauma der 80er Jahre in der Zeche endgültig ad acta legen. Und das konnte ich auch: die Band spielte gut, alle Hits (außer Elvis is dead) und ich habe es keine Minute bereut. „Elvis is Dead“ haben die wohl deshalb nicht gespielt, weil der Sänger mittlerweile auch „bleeding fat“ ist. Wer weiß. Jedenfalls ist mir wieder deutlich geworden, warum ich speziell das zweite Album so liebe: das Gitarrenspiel ist vom Feinsten...und allein das letzte Stück „Blown out again“ war wunderbar. In Deutschland würde ich mit die Band nach wie vor nicht angucken. Da würde ich befürchten, dass nur die Idioten auflaufen. Aber hier in Blackpool: sofort wieder!

Grande Dame
Ich blieb gleich im Empress Ballroom und traf Dave wie auch Chris: es folgte Penetration. Hierauf hatte ich besonders gefreut. Endlich gab es die Gelegenheit, die wunderbare Band live zu erleben. Beide Album der Band grandios und ich wurßte von meinem Freund Martin aus Marlow, dass die Band – vor allem Pauline Murray – immer noch fantastisch sei. Und das war es auch. Es war ein Best-of-Programm und es wurden alle Stücke gespeilt, die ich mir vorher gewünscht hätte. Das war perfekt. Beeindruckend ist wahrhaft, das Pauline Murray von ihrer Stimme nichts verloren hat. Und dass dann die Band – wo nur noch der Bassist zur Originalbesetzung gehört – auf den Punkt gespielt hat, hat die ganze Sache vollkommen rund gemacht. Ganz großartig.
Das mag ich eben so besonders an Blackpool: es gibt die Gelegenheit, Bands zu sehen, die ich nie in Deutschland sehen konnte, weil sie schlicht und einfach nie den Weg dorthin geschafft haben. Penetration waren wohl - so Martin - nur zu einem Fernsehauftritt in Deutschland und dann hatten sie sich auch schon aufgelöst. Was wirklich schade ist. Es ist eine Band, die wahnsinnig viel Potential hatte. Und wie ich jetzt in einem Interview gelesen hatte, war wohl vor allem die Politik der damaligen Plattenfirma daran schuld, dass die Band so sehr unter Druck geriet, dass sie zerbrach.

Freizeitband
Beim Verklingen des letzten Tones bin ich dann in die Arena gestürmt, um „The Crunch“ noch zu erwischen. The Crunch sind quasi eine „All-Star-Band“, deren bekanntestes Gesicht der Original-Schlagzeuger der Clash ist: Terry Chimes. Das Album ist toll...auch wenn ich mir nicht sicher war, ob das live gut – d.h. nicht langweilig – rüberkommt. Die ersten beiden Lieder habe ich verpasst. Leider. Denn es war klasse. Verstärkt war die Band von einer Sängerin, die auch Keyboard spielte. Sie spielten weite Teile des Album sowie von den Clash „Garageland“ und von Lords oft he New Chruch „Russian Roullete“. Merkwürdig war allein, dass die Arena recht leer war und einige während des Sets sogar gingen. Sicherlich: am Samstagabend war das Programm ein Killer. Aber The Crunch spielen extrem selten. Es ist ein Nebenprojekt für alle Beteiligten. Die zu sehen ist eher eine Glückssache. Nun denn: ich war glücklich.

Meisterlich
Und so ging ich in die Spanish Hall, um UK Decay zu sehen. 1982 hatte ich die Band im Marquee erlebt. Erik hatte sie im letzten Herbst in London gesehen und war wenig begeistert gewesen. Dort hatten sie wohl ausschließlich das neue Album runtergespielt und nur bei der Zugabe das eine oder andere alte Stück dargeboten. Jetzt hatten sie einen genialen Mix aus alten und neuen Liedern. Und das hat mich umgehauen. Diese Band ist grandios. Abbo, der Sänger, hat von seiner Ausstrahlung nichts eingebüßt. Technisch wie auch vom Songmaterial war das einfach fantastisch. Was dann wiederum auch cool war: auf einmal stand drei Schritte vor mir Jello Biafra, der sich als Fan der Band entpuppte. Fast den gesamten Set tanzte der vor mir. Und das ist auch Wunderbare von so einem Festival: die Bandmitglieder gehen zu den Auftritten anderer und können so alles auch mal von der anderen Seite erleben...und können einfach mal „Fan“ sein. Das machen nicht alle...aber hier auf dem Festival habe ich das immer wieder beobachtet.

Shake Em Up
Heavy Metal Jews
UK Decay
Black Cat
City is a Cage
Duel
Sexual
Killer
For My Country
Testament
Stage Struck
Revolutionary Love Song
I will Unwind Tonight
Unexpected Guest

Nach UK Decay war ich müde...und ich war auch mehr als satt. So ging ich ins Hotel und freute mich auf mein Bett.

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