Samstag, 9. August 2014

Rebellion Festival @ Blackpool, Wintergardens 8.8.2014 (Part 1)

SKA
Der Tag begann mit einem Treffen im Pub. Gegen 14.00 machte ich mich wieder ins Wintergardens auf, um The Talks zu sehen. Jemand beim Frühstück hatte erzählt, dass die gut wären. Solche Tips können sich natürlich auch als nicht zutreffend erweisen - anderseits gibt es bei einem solchen Lineup so viele Bands, die ein einzelner gar nicht alle kennen kann. Obwohl die Talks als erste im Empress Ballroom spielten, war der Saal ganz gut gefüllt. Und der Tips war Gold wert: die Talks spielen einen wunderbaren Ska garniert mit ein wenig Hiphop. Ein wenig erinnerten sie mich an Sonic Boom Six - aufgrund des Genre-Mixes - und auch an The King Blues - aufgrund der Eingängigkeit der Songs. So begann musikalisch der Tag wie der vorherige geendet hatte: mit Musik, die in die Beine ging. Und wieder vibrierte der Boden. Das war schon ziemlich gut.

Dann wollte ich unbedingt "Splodgenessabounds" sehen. Max Splodge ist für das Rebellion Festival eine wichtige Gestalt…und er eröffnet den Tag immer mit dem traditionellen Bingo. Doch nach nur wenigen Songs verließ ich den Saal. Irgendwie war das nicht mein Ding und ich holte mir erst einmal einen Espresso.

Augenweide
Als nächste sollten dann im Pavillon die Notsensibles spielen. Als ich sie 2006 sah gab es musikalisch ein paar Punktabzüge: damals spielten sie im Empress Ballroom, was für die Band definitiv zu groß war und der Sound war mies. Zudem hatte der Sänger Konditionsprobleme…der war ziemlich außer Atem, was eben für einen Sänger suboptimal ist. Gestern gab es da nichts zu meckern. Der Pavillon ist genau die richtige Größe und die Band inkl. Sänger zeigten sich in guter Form. Es war eben keine frische Reunion mehr, sondern es war deutlich, dass die Spielpraxis haben - auch wenn die Band für alle Bandmitglieder nicht mehr als ein nettes Hobby ist.
Entertainment
Von der Setlist her gesehen kam all das vor, was ein Notsensibles-Fan erwarten darf: Little Boxes, I Am The Bishop, Telephone Rings Again und I'm Not In Love With Magaret Thatcher. Einzig vom Erscheinungsbild gäbe es noch etwas zu erwähnen: allein der Gitarrist und Bassist sahen so verboten aus, dass es schon wieder genial war. Ist es Humor, Farbenblindheit oder einfach nur ein fehlendes Gespür? Ich weiß es nicht. Das gepostete Bild spricht für sich…tat irgendwie in den Augen weh. War ein toller Auftritt. Und ich war überglücklich - und ich habe es nicht bereut, dafür nicht in den Empires Ballroom gegangen zu sein, um Giuda zu sehen. Denn die musste ich für die Notsensibles "opfern". Und als ich dann hörte, dass die trotz des großen Saales fantastisch gewesen sein müssen, habe ich mich nicht geärgert. Giuda kommen auch nach Deutschland - die Notsensibles nicht.

Cool
Musikalisch passte es nicht ganz: direkt nach den Notsensibles traten Department S auf. Ich hatte sie 2010 in Hasselt gesehen. Damals war es ok - aber ich war auch nicht begeistert. Jetzt fand ich die Band sehr viel besser, was sicherlich auch an der überschaubaren Größe des Pavillon hing. Obwohl die Band einen neuen Sänger hat - der Originalsänger war wohl einer der ersten Aidstoten in den 80ern - funktionierte es: die leicht unterkühlten Songs wurden von einem ebenso unterkühlten Sänger dargeboten, so dass ich mehr als positiv überrascht war. Erst hatte ich nämlich überlegt, zu einer anderen Bühne zu gehen…und ich war dann froh, dass ich geblieben bin.

TV
Ja - und dann kam TV Smith and the Bored Teenagers im Empress Ballroom. Meine Sorge war, dass das zu groß wäre - als Venue. Doch die Sorge war unbegründet. Nicht nur das der Empires Ballroom voll war: Tim und die Spanier knallten ohne Pause einen Set herunter, der begeisterte. Die Band war total aufeinander abgestimmt: jeder Einsatz war auf den Punkt genau - und ich kann nur den Drummer bewundern, der in einem durchgespielt hat. Ich stand direkt an der Absperrung und wieder musste mein Rücken einiges einstecken. Normalerweise erlebe ich Tim immer in kleinen Clubs und auch wenn er mit einer Band zusammenspielt sind die Venues nicht sehr viel größer. Jetzt zu erleben, wie ein großer Saal tobt, hat schon etwas. Das war ein toller Auftritt. Als ich dann Tim hinterher bei seinem Merchstand antraf, war er auch mehr als zufrieden. Genauso Jonathan von den Bored Teenagers: glücklich und auch stolz an einem solchen Ort gezeigt zu haben, wo der musikalische Hase lang läuft.

No time To Be 21
Safety In Numbers
We Who Wait
Newboys
On The Roof
My Place
Television's Over
On Wheels
Male Assault
Bombsite Boy
Back From The Dead
Great British Mistake
Gary Gilmore's Eyes
Bored Teenagers
One Chord Wonders

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