Dienstag, 23. September 2014

Ruts DC, The Tips, Alaska & The Myers @ Duesseldorf, Haus der Jugend 19.9.2014

Mighty Mighty RUTS DC
Ein wunderbarer Spätsommerabend. Erik und ich fuhren zum Haus der Jugend und aßen erst einmal einen Döner auf der Brehmstraße. Dann trafen wir Andreas und Inger...und später trafen wir noch viele andere nette Menschen.
Ruts DC sollten in Düsseldorf spielen. Darüber war ich sehr froh. Habe ich doch die Band in Blackpool nicht mehr gesehen, obwohl ich es mir fest vorgenommen hatte. Am letzten Abend des viertägigen Rebellion-Festivals war ich einfach zu platt, um noch 3 Stunden auf den Headliner zu warten. Letztlich habe ich es natürlich bereut und habe mich dann doch damit getröstet, dass die Band nach Düsseldorf kommen sollte. Zudem: als die Band im Februar in Solingen spielte, konnte ich nicht - ich saß in Bonn ohne Auto fest. Und auf der Tour im letzten Jahr waren die Konzerte zu weit entfernt. Aber jetzt Düsseldorf!

Ruts DC und davor The Ruts haben mich eigentlich die ganzen Jahre begleitet. Im Spätsommer 1979 - als "The Crack" von den Ruts erschien - war ich von dieser Band absolut begeistert. Ich hatte vorher schon bei John Peel einiges von der Band gehört. Vielleicht ist "The Crack" eines der besten Alben des Jahres 1979 gewesen. Nervig war, dass die Band im Januar 1980 in Hamburg oder Berlin spielte...aber nicht in erreichbarer Nähe. Schmerzlich war, als ich im NME las, dass der Sänger sich den goldenen Schuss gesetzt hatte. Unvergesslich war, als ich im Sommer 1980 im Virgin Store auf der Oxford Street immer und immer wieder die letzte Single der Band "West One (Shine On Me) zu hören bekam. Dann 1981 das Post-Ruts-Album "Animal Now", das ich ins Herz schloss (obwohl Segs in Düsseldorf sagte, dass die Band dieses Meisterwerk hassen würde) und das Trauma, als ich erst Tage nach dem Konzert erfuhr, dass Ruts DC in Dortmund gespielt hatten (nur 30 Minuten von meinem Studienort entfernt). Dann in den folgenden Jahren legte ich mir alles zu, was von den Ruts posthum veröffentlicht wurde und was Ruts DC dann rausbrachten.

Wie dem auch sei: an diesem Abend sollte ich sie live sehen. Und: Drei Bands gab es als Vorprogramm.
Als erstes spielten "The Myers". Mit Ersatz-Drummer für Steffi (eine der TV Smith Hardcore Fans!) und mit dem Argies Boss am Bass spielte die Band auf. Um 18.45 waren nicht wirklich viele Menschen im Saal. Ich hatte die Band im letzten Jahr beim Flingern Open Air gesehen. Damals waren sie gut - jetzt waren sie auch gut. Es ist eine gute Live-Band.

Dann kam eine Band, von der ich vorher noch nie gehört hatte: Alaska. Passten "The Myers" nicht wirklich zu den Ruts DC so sprengten Alaska noch mehr das Line-Up. Doch das war nicht schlimm. Denn ich - wenigstens - fand die ziemlich gut. Eher amerikanisch sozialisiert, spielte die Band eine interessante Mischung mit deutschen Texten. Es war nicht gerade originell...und doch gut. Es gibt derzeit recht viele Bands, die so wie Alaska klingen. Aber am Ende war die Band die Überraschung des Abends. Schade war nur, dass bei dieser zweiten Band noch weniger Leute im Saal waren als zuvor. Nur einige männliche Groupies mit Alaska-T-Shirts ausgestattet versuchten sich im Pogo-Gerangel.

Als drittes kamen "The Tips". Tja. Und die waren hochgradig merkwürdig. Ich stand ratlos vor der Bühne und wusste nicht so recht, was die eigentlich wollten. Ein bisschen von allem und dabei schlecht gemischt (dabei meine ich nicht den am Soundboard!). Symptomatisch war, dass der Bassmann auf seinem Verstärker zwei Flaschen Bier stehen hatte: Frankenheim Alt und ein Münchner Pils...und abwechselnd davon trank. Merkwürdiges Gemisch und für mich nicht genießbar. Und so zog ich es vor, nach ca. 20 Minuten raus zu gehen und mit dem einem und dem anderen zu quatschen. Es war eben ein schöner Spätsommerabend. Und da alles wunderbar organisiert war und alle Bands auch nur so lange spielten wie sie sollten/durften, war der "Spuk" auch bald zu Ende.

Und dann kamen Ruts DC. Zu meiner Freude waren sie nur zu dritt. Die Sängerin, die in den letzten Jahren immer dabei war, war nicht dabei. Das fand ich nicht schlimm. War doch der einzige Wermutstropfen des jetzigen Lineups der Band eben diese Sängerin. Irgendwie empfand ich ihren Gesang als Fremdkörper und die Videos, die man bei YouTube finden kann, konnten mich nie wirklich überzeugen. Merkwürdig: eigentlich finde ich Bands mit Sängerinnen wunderbar, aber - aus meiner vollkommen subjektiven Sicht - passte das einfach nicht. So standen die beiden alten Herren - Dave Ruffy sieht wie ein Pensionär aus! - mit Leigh Haggerty auf der Bühne und legten ein tolles Konzert hin. Auch wenn zu Beginn - bei "Mirror Smashed" und Backbiter" - technische Probleme den Set ein wenig ausbremsten, ging fast 75 Minuten lang die Post ab. Aus dem aktuellen Album wurde nur "Mighty Soldier" gespielt. Ansonsten waren alte Ruts-Stücke zu hören und einiges von dem "Animal Now"-Album. Was überdeutlich war, dass Leigh Haggerty den Gitarrenpart vollkommen beherrschte. Er ist eh ein sehr guter Gitarrist und hat sich in diese Band vollkommen nahtlos eingefunden. Sicherlich: wenn man die alten Ruts-Stücke hört, fehlt die Stimme eines Malcom Owen...und doch der Gesang von Segs - verstärkt von Dave Ruffy - konnte das auffangen, so dass sich an keiner Stelle ein merkwürdiges Gefühl einstellte. Am Ende gab die Band vor einem begeisterten Publikum zwei Zugaben. Das letzte Stück war "Society". Ein Knaller als Abschluss.


Das war die Setlist:

Whatever We Do
Mighty Soldier
Mirror Smashed
Backbiter
It Was Cold
No Time To Kill
SUS
Dangerous Minds
Love In Vain/Police & Thieves
Jah War
West One (Shine On Me)
Staring At The Rude Boys
Weak Heart/Babylon's Burning

Something That I Said
In A Rut

Society

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