Sonntag, 9. November 2014

Fehlfarben & Deutsch-Amerikanische Freundschaft @ Duesseldorf, ZAKK 8.11.2014

Eine Klasse für sich!
1981 standen beide Bands das letzte Mal gemeinsam auf der Bühne. Damals - am damaligen Tag der Deutschen Einheit...dem 17.6.1981 - war Fehlfarben aber schon nicht mehr das Original. Peter Hein war kurz zuvor ausgestiegen. Fehlfarben waren damals schlecht, so dass der Wurf mit Senf auf den Gitarristen damals das einzig Bemerkenswerte gewesen war. Übrigens etwas, an das Peter Hein im ZAKK im Blick auf den neuen Gitarristen, "Den Schneider", erinnerte. DAF waren damals ok...ja beeindruckend, was aber mehr an der gestürmten Bühne lag. Musikalisch hatten sie damals ihren Zenit längst schon überschritten und es folgte das elektronische Mittelmaß zu zweit.
Das ZAKK war ausverkauft. Die Generation 50+ hatte sich versammelt...wozu ich ja auch gehöre.
Fehlfarben spielten als erste und das war gut so. 70 Minuten spielten sie einen guten Set. Und je öfter ich die Band sehe, kann ich nur eines wiederholen: Es ist nach wie vor die beste deutsche Band. Peter Hein ist nach wie vor ein großer Entertainer, auch wenn er - wenn ich es richtig verstanden habe - aufgrund eines lädierten Kiefers eingeschränkt war. Seine Texte stellen ein Maß dar, das kaum von irgendeiner anderen Band erreicht wird. Insofern ist ein Auftritt dieser Band - auch wenn das eine oder andere nicht ganz perfekt funktionierte - immer ein Ereignis. Neben Peter Hein stehen da eben noch andere fantastische Musiker auf der Bühne und da war dann eben auch der neue Gitarrist: "Der Schneider". Der ist jemand, den man eigentlich in jede Band reinstellen kann. Ein technisch ziemlich perfekter Musiker. Abzug gibt es - wenn überhaupt - nur in der B-Note: Er ist eher ein "Rocker", der sich dadurch vom leicht unterkühlten Habitus der Restband unterscheidet. Aber was soll es. Fehlfarben sind eine Klasse für sich - kaum erreicht.
Und daher war für mich der Kontrast gerade an diesem Abend extrem: da ich eh kein großer Fan von DAF war und bin, war deren Auftritt dann vollkommen öde und belanglos. Halbplayback: eine CD lief, Robert Görl trommelte dazu und Gabi Delgados sang...lief von links nach rechts...schüttete sich Wasser über den Kopf und lächelte nett. Wie schon damals finde ich "Der Mussolini" scheisse...vielleicht auch deswegen, weil ich es gruselig finde, wenn einer auf der Bühne den rechten Arm nach oben reckt. Da kommt Entertainment an seine Grenzen!
Und da es öde und belanglos war, trank ich mein Bier aus und wir gingen in die nächste Dönerbude - eines der wohl noch gespielten Stücke vorwegnehmend. Und da saßen wir dann und redeten über eine wunderbare erste Band, die wir da gesehen hatten. Und darüber, dass DAF doof sind.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen