Montag, 26. Januar 2015

Interpol & Health @ Cologne, Palladium (25.1.2015)

I N T E R P O L
Interpol ist ein wunderbare Band. Das erste Album "Turn on the Bright Lights" ist eines der besten Debut-Alben dieses Jahrhunderts. Und nach dieser Steilvorlage vermochte die Band es, zwei Jahre später - 2004 - ein grandioses zweites Album hinzulegen. Danach schwächelte die Band mit zwei weiteren Alben - immer noch auf hohem Niveau - und knüpfte hoffnungsvoll mit dem letzten Album "El Pintor" vom letzten Jahr an die Anfangszeit wieder an. Die Alben der Band höre ich nach wie vor oft. Live hingegen hatte ich nach dem letzten Konzert, das ich gesehen hatte, die Band ad acta gelegt. 2007 erlebte ich einen uninspirierten Auftritt in Köln. Wo die Band 2004 im Gloria mich gegeisterte, hinterließ der Auftritt 2007 einen faden Beigeschmack. Nun sollten Interpol - wie schon 2007 - wieder im Kölner Palladium spielen. Der Kopf sagte "NEIN!"...das Herz wiederum sagte "JA!". Nach "El Pintor" folgte ich dem Herzen und kaufte mir für stolze 40 Euro ein Ticket. Wohlwissend, dass das Palladium ein grässlicher Laden ist und dass ich mich eh - selbst wenn die Band gut sein sollte - wieder einmal über den Sound ärgern würde.
Tja - dann stand ich da im Palladium. Es war nicht ausverkauft. Und - um das vorwegzunehmen - der Sound war wieder einmal mäßig. Doch es war im Ganzen dann doch ein toller Abend.
Krachmacher
Dazu beigetragen hat die Vorband: "Health" aus Los Angeles. Diese Band war in doppelter Hinsicht eine Überraschung. Zum einem war sie eine, weil es mal kein doofer Support wie so oft war. Und: Health hatten einen Sound, der sich nicht "einfangen" ließ: hatte man an einer Stelle das Gefühl zu wissen, was die da machen, brachen sie das im nächsten Moment ab und wechselten in einen anderen Modus: allein das erste Stück hatte was von "Krach machen" um dann in einen stampfenden Rhytmus zu verfallen. Und hatte man sich in eine melodiöse Linie eingehört, brach der Krach wieder herein. Das hatte was. Es war auf jeden Fall ein Sound, mit dem niemand gerechnet hat und der eben alles andere als berechnend war. Ich jedenfalls fand das schon - gerade als Liveact - beeindruckend, auch wenn die Leute um mich herum das zum größten Teil ziemlich scheisse fanden. So spielte "Health" ca. 40 Minuten...und ein Teil meines Tickets hatte sich schon bezahlt gemacht.

Paul Banks
Dann ca. 21.15 kamen Interpol auf die Bühne. Neben dem "neuen" Bassisten war noch jemand im Hintergrund an den Keyboards. Und wenn ich mich nicht irre, war Paul Banks - der Sänger - gesprächiger als "früher". Wie dem auch sei: Interpol lieferten - und das ist der erste Pluspunkt - eine wunderschöne Setlist ab. Wie - unten - zu sehen ist, sind das dritte und vierte Album nur mit jeweils einem Song vertreten (was nicht so schlimm ist). Dagegen dominierten das erste und das letzte Album und als "Sahnehäubchen" kommen noch drei Kracher vom zweiten Album hinzu. Alleine diese Setlist hat es in sich. Wenn man mich vorher gefragt hätte, hätte ich etwas Ähnliches als Wunsch formuliert. Nun ist die Setlist das eine. Das andere ist, wie die Band denn so war. Und da kann ich nur sagen: ziemlich gut. Ich stand da und habe den Auftritt einfach genossen. Auch wenn eine ganze Reihe eher "ruhiger" Stücke wie z.B. NYC gespielt wurden: es war an keiner Stelle langweilig. Das Trauma von 2007 wiederholte sich nicht. Sicherlich ist diese Band - 8 Jahre später - noch routinierter...aber diesmal war der Spannungsbogen da. Und so vergingen die gut 80 Minuten wie im Flug.

Say Hello to the Angels (Turn on the Bright Lights)
Anywhere (El Pintor)
My Blue Supreme (El Pintor)
Evil (Antics)
Leif Erikson (Turn on the Bright Lights)
My Desire (El Pintor)
The New (Turn on the Bright Lights)
Everything Is Wrong (El Pintor)
NYC (Turn on the Bright Lights)
Breaker 1 (El Pintor)
Rest My Chemistry (Our Love to Admire)
Slow Hands (Antics)
Not Even Jail (Antics)
PDA (Turn on the Bright Lights)

All the Rage Back Home (El Pintor)
Lights (Interpol)
Stella Was a Diver and She Was Always Down (Turn on the Bright Lights)

Wenn es was zu "mäkeln" gibt: wie 2007 war der Merchstand wieder einmal zu teuer. Vielleicht bin ich auch durch die Angebote bei den "kleinen Konzerten" verdorben. Aber (und ich habe da - glaube ich - richtig geguckt) 30 Euro für das Vinyl des letzten Albums ist mehr als unverschämt.
Und das Publikum: das war ok. Weniger "VielrednerInnen" als erwartet...das fand ich entspannend.
Und so fuhr ich im Regen wieder nach Hause: zufrieden und fröhlich darüber, dass die Entscheidung, ein Ticket zu kaufen, richtig gewesen ist.

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