Montag, 2. Februar 2015

Michael Rother @ Duesseldorf, ZAKK (1.2.2015)

Nicht ALT! sondern NEU!
Eigentlich wollte ich zu dem Grauzone Festival in Amsterdam. Es war wieder ein großartiges Lineup. Doch aus verschiedenen Gründen ging das nicht. Umso erfreuter war ich, dass wenigstens einer der Acts von Amsterdam auch in Düsseldorf spielen sollte: Michael Rother.
Für mich ist Michael Rother ein Relikt aus der früheren Jugend: als ich noch Glamrock u.ä. gehört habe, habe ich die älteren Schüler auf unserer Schule mit den "Neu!" Platten rumlaufen sehen. Ich fand das Zeug interessant. Dann kam dann ein wenig später "La Düsseldorf" und eben "Michael Rother" mit seinem Album "Flammende Herzen". Es war eine Musik - direkt aus Düsseldorf - die damals von vielen gehört wurde: ein Teil des "Soundtracks" meiner Jugend. Auch wenn ich Ende der 70er Jahre auf Punk/New Wave-Kurs war, habe ich dieses Segment nie ganz vergessen und über die Jahre immer wieder gerne gehört. Speziell auf dem Hintergrund, dass eigentlich unzählige Bands aus England sich auf "Neu!" und andere bezogen und das haben akustisch immer durchblicken lassen. So fand ich es z.B. beim "Gay Dad" Konzert 1999 witzig, als der Sänger in der Kölner Live Music Hall das Publikum nach "Neu!" fragte und eher verdutzt in viele ausdruckslose Gesichter blickte, weil viele den "Link" nicht verstanden. Oder allein "TOY", eine wunderbare Band: ohne "Neu!" würden die gar nicht existieren.
Wie dem auch sei: ich kaufte mir ein Ticket und ging mit Erik ins ZAKK. Ursprünglich war das Konzert für den Club im ZAKK angesetzt, was mich insofern beglückte, als dass dort der Sound immer sehr viel besser ist als in der Halle. Aber das Interesse an Michael Rother, der nach 16 Jahren das erste Mal wieder in seiner Heimatstadt spielte, war wohl enorm, so dass das Konzert dann doch in der Halle stattfand.
Das Publikum war altersmäßig so aufgestellt, dass ich mir vorstellte, dass all die - eben schon erwähnten - "älteren Schüler" im ZAKK aufliefen. Der Altersdurchschnitt lag also bei Ende 50 und ich gehörte zu den Jüngeren. So ist das eben. Und die Halle war ziemlich gut gefüllt.
Und so erlebte ich, der einen Platz direkt auf der Empore ergattert hatte, ein wunderschönes Konzert. Es ist schon ziemlich beeindruckend: Michael Rother - Jahrgang 1950 - hat sich sehr gut gehalten und spielte mit einem alten Weggefährten am Schlagzeug und einem sehr viel jüngeren Gitarristen auf: er zeigte ohne viel Aufhebens, wie wegweisend doch die Musik von "damals" gewesen ist und wie sie heute noch fantastisch funktioniert. Im Gegensatz zu früher hat sich natürlich die Technik revolutioniert: war damals das Aufgebot von Technik vom Volumen her gesehen wohl mehr als beeindruckend, standen auf dem Tisch vor Michael Rother jetzt nur noch ein Labtop und einige kleine Geräte samt Mini-Mischpult. Und sicherlich stellt sich auch die Frage, was denn effektiv "live" war und was "vom Band" kam. Aber das hatte dann doch wenig Gewicht für den Abend im ZAKK.


So gab es einen Einblick in das Schaffenswerk von Michael Rother: von "Neu!" bis zu seinen Solo-Alben. Fast zwei Stunden dauerte das Konzert und es war an keiner Stelle langweilig. Es war einfach toll.

Lila Engel
Karussel
Neuschnee
Veteranissimo
Seeland
Holta-Polta
Sonnenrad
Esperanza
Deluxe (immer wieder)
Hallo Gallo
Negativland
Flammende Herzen
Dino

Groove 198
E-Musik

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