Freitag, 3. April 2015

Honningbarna & Förtress @ Duesseldorf, ZAKK - Club (1.4.2015)

Absoluter Wahnsinn!
Dies war ein reiner Zufall. Vor Wochen war ich auf der Homepage des ZAKK auf dieses Konzert gestoßen. Ich fand den Namen der Band - Honningbarna - irgendwie merkwürdig und schaute bei Facebook, ob es da irgendetwas zu dieser Band gäbe. Ich fand die Bandseite und sah, dass Martin von EA80 diese Seite abonniert hatte. Kurzum: er empfahl mir dieses Konzert und ich kaufte mir ein Ticket. Da Martin meinen Musikgeschmack kennt, vertraue ich ihm schon seit über 30 Jahren blind...und ich sollte mal wieder nicht enttäuscht werden.
Der Club im ZAKK war alles andere als voll. Wenn es am Ende 50 Menschen waren, war das am Ende eher traurig: denn es war phantastisch!
Lotsendienst
Aber eines nach dem anderen. Honningbarna sind Norweger und sie hatten eine dänische Band aus Copenhagen dabei. Und die hießen "Förtress". Der Name weckte in mir sofort die Assoziation, dass das irgendwas Metal- bzw. Hardrockmäßiges sein muss. Ich lag leider richtig. Die Band entpuppte sich als eine Hardrock/Heavy Metal Clone. Eigentlich wollte ich nach der Hälfte des ersten Stückes das Weite suchen, blieb ab er dann doch. Ernsthaft, weil ich das irgendwie auch faszinierend fand. Gehöre ich doch zu einem Jahrgang, der früher - vor 1977/78 - wie selbstverständlich so ein Zeug gehört hat. Und seit dem hat sich an dieser Front wohl nichts geändert. Es ist so fürchterlich voller Klischees - einfach alles: die Haare, die Songtitel (Witches, Thunder usw.), das Posen auf der Bühne, die Gitarrensoli usw. usw.. Auch wenn die Band ihre Instrumente gut beherrschte: die Musik war einfach beschissen - und ich stand vor der Bühne und dachte ich wäre in einem alten, "falschen" Film. Und: die alte Erkenntnis, dass solche Bands...warum sollten sie sonst so mit ihren Gitarren rumwuchteln...ein ausgeprägtes "Schwanzproblem" haben, konnte Anno Domini 2015 erneut bestätigt werden. Meine Fresse.
Dann kam nach einer kurzen Umbaupause Honningbarna.
Derwisch
Alles ist Bühne
Bevor das Intro einsetzte (Caravan of Love von den Housemartins!) stand der Roadie der Band vor der Bühne und lotste mit selbst gebastelten Lotsen-Schildern direkt vor die Bühne. Und dann kam die Band. Martin, der Honningbarna schon mehrfach gesehen hatte, erzählte vorher, dass die auf den ersten Blick vollkommen normal und ruhig aussehen. In der ZAKK-Kneipe waren sie auch entsprechend nur mit ihren Smartphones beschäftigt und sahen nach jungen, unauffälligen Studenten aus. Auf der Bühne aber brach ein Sturm los. Und das war atemberaubend. Der Sänger ist ein Derwisch, der ab und zu ein Cello (!) zur Hand nahm und wie ein Verrückter sang und dabei dieses an sich fragile Instrument bearbeitete. Dass das nicht kaputt gegangen ist gehört zu einem der Mirakel dieser Band. Aber nicht nur das: die Band verlegte bis auf den Schlagzeuger ihre Bühne zeitweise ins Publikum: sprangen dort herum und es war ein Wunder, dass niemand einen Gitarrenhals ins Gesicht bekam.
Wer Refused kennt und ihren Überhit "New Noise" kann sich vielleicht vorstellen, welche Energie Honningbarna versprühen...aber: im Vergleich zu Honningbarna sind Refused eher langweilig.
Effektiv dauerte der Set von Honningbarna 45 Minuten. In dieser dreiviertel Stunde war aber auch alles gesagt. Als alles vorbei war, rieb ich mir die Augen und dachte nur, was das denn gewesen war. Selten haben ich so etwas erlebt. Ich habe nur ein, zwei Songes via YouTube vorher angesehen - kannte also quasi nichts - zudem ist die norwegische Sprache nicht gerade sehr zugänglich: und ich war von der ersten Minute an begeistert. Wahnsinn.
Als Zugabe spielte die Band übrigens "Police on my Back" von The Clash. Die Version war so herrlich kaputt, dass es eine Wonne war. Wer einen Song so covert, der hat es faustdick hinter den Ohren. Respekt!

Prinser Av Sarajevo
Opp De Nye Blanke
Klart Blikk
Fritt Ord, Fritt Fram
Offerdans
Icarus/Hykler
Borgerskapets Utakknemlige Sønner
Ikke La Deg Rive Med
Fuck Kunst (Dans Dans)
Fri Palstina
Yankees
Dødtid

Police On My Back

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