Montag, 27. April 2015

Sleaford Mods & Schwule Nuttenbullen @ Cologne, Gebäude 9 26.4.2015

Sleaford Mods!
Die Sleaford Mods sind derzeit ziemlich "heiß". Als ich etwa vor einem Jahr die ersten beiden Alben hörte, war ich erst ein wenig irritiert...und dann begeistert. Minimalistische Musik und dazu Texte, in denen die Wörter "fuck" oder "cunt" so oft vorkommen, dass man gar nicht mehr mitzählen kann. Für das Kölner Konzert hatte ich mir schon früh ein Ticket gesichert. Das war gut, denn das Gebäude 9 war ausverkauft.
Schwule Nuttenbullen
Als Vorband sollten die "Schwulen Nuttenbullen" spielen. Der Name ist merkwürdig und ich versprach mir eigentlich nichts. Doch ich sollte eines Besseren belehrt werden. Da stand eine Band auf der Bühne, die mich überraschte und auch begeisterte. Sicherlich ist der Sound dieser Kölner Band zeitlich gesehen ein Flashback: das hätte im Prinzip auch Ende der 70er von einer deutschen Band kommen können. Aber das ist kein Argument gegen diese Band. Die waren einfach gut. Sie rotzten quasi ihre Songs ins Publikum, die wahrscheinlich mehrheitlich so einen Support für die Sleaford Mods nicht erwartet hätten. Aber gerade in diesem Rotzigen passten Supportact und Hauptact wunderbar zusammen. Ein Lob an den Veranstalter. Hinterher erfuhr ich - ich hatte es geahnt - dass die Mitglieder aus Berufen des sozialen und pädagogischen Umfelds stammen. Wer solche Texte schreibt und so drauf ist, hat - und das meine ich ernst - einen Arbeitsalltag, der so eine "Freizeitbeschäftigung" braucht. Also: wer sieht, dass diese Band in der Nähe auftritt: hingehen! Es lohnt sich.

Verbal voll auf die Fresse
Da die Sleaford Mods außer Mikro und Laptop brauchen, ging alles recht schnell: kurz nach 21.00 standen die beiden auf der Bühne. Bei der "Band" ist die Arbeitsteilung einfach: der Sänger steht am Mikro und bellt seine Texte durch die PA - und sein Kollege steht ein paar Schritte hinter dem Laptop: während des Songs steht er da, lächelt, bewegt sich verhalten zum Sound, hält in der einen Hand eine Flasche Bier, die leicht überschäumt...in Schrittnähe, hat die andere Hand in der Hosentasche vergraben und bewegt sich nur zur Technik, um die nächste Sounddatei zu starten.
16 Songs hauten die beiden raus. Das war eine knappe Stunde, in der das Publikum verbal voll einen auf die Fresse bekam. Martin - von EA80 - hatte mir vor einigen Wochen erzählt, dass beide dann jenseits der Bühne freundliche Engländer sind: eben höflich. Eine knappe Stunde, die sich voll gelohnt hat.

Das war die Setlist:

Bunch Of Cunts
Live Tonight
Middle Men
Jolly Fucker
A Little Ditty
McFlurry
Fizzy
Routine Dean
Bronx In A Six
Tiswas
Tied Up in Nottz
Jobseeker
The Wage Don't Fit

6 Horsemen (The Brixtons)
Tarentula Deadly Cargo
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