Mittwoch, 20. Mai 2015

Louise Distras & Bryan McPherson @ Essen, Anyway 17.5.2015

Louise Distras
Wieder ein Konzert im Anyway an einem Sonntagabend. Später sollte Louise Distras direkt zweimal sagen, dass das Anyway so etwas wie eine zweite Heimat sei. Mal abgesehen davon, ob das wirklich so gemeint oder eben nur ein herzliches Danke an die Gastfreundschaft von Annette und Kalle war: das Anyway ist etwas Besonderes. Die Konzerte dort sind immer wunderbar.
Ich bin an dem Abend dort hingefahren, weil Louise Distras spielen sollte. Ich hatte sie im letzten Jahr in Blackpool auf der Akustic-Stage verpasst. Alle die da waren, waren begeistert und ich hatte mir da vorgenommen, sie bei nächster Gelegenheit auf der Bühne zu sehen.
Als ich im Anyway ankam, war noch nichts los. Am Plakat ersah ich, dass Louise Distras nicht allein spielen sollte. Als "Support" sollte Bryan McPherson spielen. Also ein Double-Acoustic-Set - der sich im Nachhinein als "Moster-Double-Bill" erwies: selten habe ich zwei so fantastische MusikerInnen im Doppelpack erlebt.

Bryan McPherson
Bryan McPherson kommt aus den USA und wenn ich es richtig erinnere aus Boston. Mit Akustik-Gitarre und Mundharmonika bewaffnet lieferte er einen wunderbaren Set von einer guten Stunde ab. McPherson reiht sich in die Tradition der zornigen amerikanischen Singer/Songwriter ein, die mit jedem Text all die gesellschaftlichen und politischen Schieflagen in Worte fassen. War das textlich hervorragend gesellte sich dazu, dass alle Songs musikalisch einfach toll waren. Ich hatte von diesem Sänger noch nie etwas vorher gehört. Keinen einzigen Song kannte ich. Aber ich stand da und war begeistert. Die ca. 40 Menschen im Anyway sahen das zum größten Teil ähnlich. Musikalisch war das wie ein 6er im Lotto. Neben altem Songmaterial spielte er einiges von dem neuem Album, das im Juni erscheinen wird. Dummerweise hatte ich nicht genug Geld dabei, um mir eines der Alben zu kaufen. Das, was ich dabei hatte, reichte nur für das Album von Louise Distras, was ich unbedingt kaufen wollte...als Vinyl-Version.
Also: wenn jemand die Chance haben sollte, Bryan McPherson live zu sehen: hingehen.

Das war die Setlist von Bryan McPherson:

Days Of Rage
No Creed, No Class, No Nation
Acid Rain
Born On A Highway
Workers Song
Burn It Down
Hearts in Boxcars
100 Cigarettes
Me, I Am Anger
Here We Go
I See a Flag
Black Man

Louise Distras
Nach Bryan McPherson kam dann Louise Distras. Da ihre Gitarre dauernd komische Feedback-Geräusche von sich gab, spielte sie einfach auf McPhersons Gitarre weiter. Beide waren jetzt schon längere Zeit gemeinsam auf Tour - und das merkte man: sie schätzten nicht nur einander als MusikerInnen - sie verstanden sich einfach gut. So wie sich beide von der Art und Weise der Musik - der eine aus Boston und die andere aus London - grandios ergänzten.
Louise Distras hat auch etwas Zorniges. Sie wirkt bei alldem nur fragiler. Eindeutige Botschaften und dazu wunderbare Songs. Es war in vielerlei Hinsicht berührend, wie sie so eindrücklich ihre Songs vortrug - Songs mit Nachwirkung. Als ich dann später das Album zuhause hörte - das zum größten Teil mit einer Band eingespielt war - erkannte ich die meisten Stücke wieder. Besonders wunderschön ist "Love Me The Way I Am". Ihr Set war am Ende ein wenig kürzer als der von Bryan McPherson. Als Zugabe spielte sie mit Bryan McPherson noch eine Zugabe - einen Song, der aber m.E. von ihm stammte. Ich hätte ihr auf jeden Fall noch sehr viel länger zuhören können. Und meine Hoffnung ist nun, dass sie bald wieder ins Anyway kommt...ihrer "zweiten Heimat".



Das war die Setlist von Louise Distras:

Wheel Of Love
No Mercy
Love Me The Way I Am
Story Is Over
Fight For Freedom (?)
People Of The Abyss
Bullets
Shades Of Hate
One Thousand Tears
Not In Our Name
Black And Blue
The Hand You Hold

Was für ein wunderbarer Abend.

Großes Kino!

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