Samstag, 16. Mai 2015

The Undertones & Thomas Allan Band @ Duesseldorf, Haus der Jugend 15.5.2015

Derry's Finest
Michael Bradley
The Undertones sind eine fantastische Band. Die vier Alben der Band bis zur Auflösung in den 80ern sind absolute Granaten. Jedes dieser Alben ist ein Juwel für sich. Unvergessen der Sommer 1981 als "It's Going to Happen" als Single erschien und sich erst alle wunderten, was den aus der Band geworden sei. Der Sound hatte sich verändert - Bläser waren auf einmal dabei. Und dann nach mehrfachen Hören war allen klar: diese Band hat einfach nur die nächste Stufe erreicht...im Olymp der Ohrwürmer. Und als im Oktober 1981 die Band dann das erste Mal in Köln-Mühlheim live sehen konnte, erlebte ich eines der besten Konzerte, auf die ich bisher zurückschauen kann. Sicherlich: der Abgang von Feargal Sharkey ließ keine Perspektive zu, so dass dann der Neuanfang 1999 mit neuem Sänger erst einmal vollkommen abwegig erschien. Wer sollte Feargal Sharkey ersetzen können? Doch Paul McLoone macht mehr als einen guten Job. Und jetzt konnte ich sie zum fünften Mal sehen - dieses Mal in Düsseldorf.
Mit Jörg machte ich mich zu Fuß zum Haus der Jugend auf. Ein wunderbarer Tag...die Sonne schien...es waren viele nette Leute am Haus der Jugend. Zwei Karten, die ich noch über hatte, konnte ich noch absetzen (eine gehörte Erik, der leider wahrscheinlich auf nicht absehbare Zeit keine Konzerte mehr besuchen wird). Später kam noch Cor nach - wir waren zuletzt beide zusammen im Haus der Jugend 1986 bei EA80 gewesen - und so sollte es ein perfekter Abend werden.

Billy Doherty & Paul McLoone
Als Support spielte Thomas Allan mit Band. Ich hatte ich zwei Jahre zuvor schon beim Akustik-Festival gesehen. Damals spielte er solo. Jetzt feierte er mit Band (Schlagzeug und Bass) sein Debut. Und es war wie damals ziemlich gut...auch wenn der junge Mann ein wenig zu arrogant daherkommt. Egal. Das sei ihm zugestanden. Jedenfalls hatte sein Set verschiedene Anklänge. Ich gehe mal davon aus, dass er Paul Weller/The Jam recht mag. Nur nur das Äußere inkl. Gitarre erinnerten mich stark an diese Band aus Woking. Die Band spielte so knapp 40 Minuten und das war gut. Mittlerweile hatte sich das Haus der Jugend sehr gut gefüllt. Wenn man der Facebook-Seite Glauben schenken wollte...angesichts der "Zusagen" würde es sehr voll werden. Am Ende war es voll...aber es war ok. Schwerwiegender war dann schon die Raumtemperatur: nach kurzer Zeit hatten wir eine Saunaatmosphäre. Und das passte perfekt zum Konzert...der Hauptband.

Michael Bradley & John O’Neill
Nach kurzer Umbaupause kamen die Undertones auf die Bühne. Die Rollenverteilung war wie immer: Paul McLoone sang (und wenn man die Augen schloss erschien es fast so, dass er kaum von seinem Vorgänger zu unterscheiden ist...wohl der gleiche Vorort von Derry). Anders als Sharkey konnte man ihn aber immer gut sehen...er hockte nicht am Boden und versuchte sich im synchronen Singen und Rauchen. Michael Bradley am Bass, der auch am Ende noch seine Jacke anhatte, übernahm den Hauptteil der Ansagen: in gewohnt lustiger Art und Weise. Der Typ, der auch eine eigene Radiosendung hat, hat immer gute Sprüche drauf. Und sein Lächeln ist einfach einmal. Dann die beiden O’Neill-Brüder: der eine links - der andere rechts. Während Damian O’Neill irgendwie Teil dieser Welt ist - neben Michael Bradley singt er auch mit - wirkt sein Bruder John O’Neill immer so, als wäre er gar nicht so richtig anwesend: sehr...nein -extrem "shy". Und Billy Doherty? Der hat getrommelt...doch der Blick auf ihn ließ eher Sorgen aufkommen. Der schwitzte wie ein Schwein (kein Wunder bei den Temperaturen) und hatte einen hochroten Kopf. Erst als ein Ventilator organisiert war - nach einem Drittel des Sets - konnte er wahrsten Sinne des Wortes aufatmen.
Musikalisch war es - siehe Setlist - eine wunderbare Mischung aus alten Hits und Stücken der beiden neueren Alben. Besonders hat mich "The Love Parade" erfreut. Das letzte Album mit Feargal Sharkey ist für mich ein geniales Album...auch wenn sich da schon andeutete, dass die Band nicht mehr lange existieren würde. Und: von diesem Album spielt die Band in der Regel heute nicht mehr sehr viel.
Damian O’Neill
So konnten wir im Haus der Jugend 80 Minuten geniale Songs genießen. Entsprechend gut war die Stimmung sehr gut. Es wurde viel getanzt. Kaum jemand quatschte - wenigstens in meiner Umgebung - was immer ein gutes Zeichen für ein Konzert ist. Die Leute hatten Spaß. Dumm war nur - wenn ich schon etwas Kritisches anmerke - dass es einen Menschen gab, der sich wohl hochprozentig abgeschossen hatte und der sich - allein durch seine hühnenhafte Statur sehr massiv - durch die Leute mähte. Das war anstrengend und er kann froh sein, dass er keinen auf die Mappe bekommen hat. Einige - so konnte man an ihren Gesichtern ablesen - waren da ziemlich angepisst. Aber wie dem auch sei: ein wunderbarer Abend. Und so fuhren Cor und ich auf ihrem Fahrrad glücklich nach Hause.


Family Entertainment
I Gotta Getta
Here Comes the Summer
Girls That Don't Talk
Thrill Me
Jump Boys
It's Going to Happen
Male Model
Wednesday Week
Dig Yourself Deep
Tearproof
The Love Parade
Girls Don't Like It
You've Got My Number (Why Don't You Use It!)
Teenage Kicks
True Confessions
You'Re Welcome
(She's a) Runaround
Much Too Late
Jimmy Jimmy
Hypnotized
Smarter Than You
When It Hurts
Billy's Third
Listening In
Get Over You

I Know a Girl
Wrong Way
Top Twenty
My Perfect Cousin
Mars Bars

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