Freitag, 7. August 2015

Rebellion Festival @ Blackpool, Wintergardens 6.8.2015

Empress Ballroom
Aufgrund der "außerplanmäßigen" Umstände der Hinreise kam ich erst gegen halb fünf in Blackpool an. Ich checkte kurz im Hotel ein und holte mir dann im Venus mein Wochenendbändchen. Zuhause hatte ich mir einen Plan für diesen ersten Tag zurecht gelegt: der war jetzt zu Teilen eh über den Haufen geworfen, da ich eine ganze Reihe der Auftritte auf der sog. "New Band Stage" echo verpasst hatte. Zudem musste ich erst einmal runterkommen und entschloss mich - entgegen meiner sonstigen Gewohnheit - hier und da reinzugucken. Einzig den Auftritt von TV mit den Bored Teenagers wollte ich auf jeden Fall komplett sehen. Zudem war mir klar, dass ich nach diesem langen und stressigen Tag nicht allzu lange im Wintergardens sein würde. Der Freitag und der Samstag würde schon spät genug werden.
Wie im letzten Jahr traf ich TV, der mir erzählte, dass seine Gitarre, die EasyJet auf dem Gewissen hatte, nach der Reparatur nicht nur besser klingen würde, sondern dass er gerade die Nachricht erhalten haben, dass die Fluggesellschaft auch die Kosten übernehmen würde. Und das ist doch wirklich schön.
Alles andere als "boring"
Auf der New Band Stage standen "Honey" auf der Bühne. Ich hatte ein Stück noch zuhause via Soundcloud gehört und das klang nicht schlecht. Ich hielt aber nur 3 Stücke aus. Effektiv war das monoton und belanglos. So zog ich weiter in den Empress Ballroom: Alan hatte mit eine SMS geschickt, dass er und die anderen - Gerat und Chris - dort seien. Wunderbar ist es, auf dem Festival Freunde und Bekannte zu treffen. Während wir uns unterhielten, betrat "Toxpack" die Bühne. Alan behauptete, dass die aus Finnland kämen. Die Band entpuppte sich als deutsch - irgendwie eine Oi-Version der Toten Hosen mit einem bärtigen Sänger, der einem Holzfällerlager entsprungen schien. Irgendwie war das ziemlich öde. Ich zog weiter und ging die Merchstände ab und begegnete Paul, dem Tourmanager der UK Subs und der Cyanide Pills. Immer wieder nett, ihn zu treffen und kurz miteinander zu reden. Dann ging ich wieder in den Empress Ballroom, wo mittlerweile "Sick of it all" auf der Bühne standen. Ich kenne einige, die sehr von dieser Band schwärmen. Ich nahm extra auf der Empore Platz, um auch ein wenig zu sitzen. Hmmm. Was soll ich sagen: es ist amerikanischer Hardcore mit Metal-Einfluss . und total langweilig. Ich sah dem Treiben eine Viertelstunde zu und beschloss, erst einmal etwas zu essen. Nach dem Verzehr eines Baguettes ging ich zu Arena, dem Konzertraum, der direkt neben dem Empress Ballroom liegt. Dort sollten "Viki Vortex and the Cumshots" spielen. Den Namen fand ich interessant. Und auch hier stellte sich nach nur wenigen Liedern der "Honey"-Effekt ein: uninteressant. Später sah ich am gleichen Ort noch "Loaded 44", die sehr viel besser waren - deren Auftritt ich aber den Rücken zukehrte, um pünktlich bei TV zu sein.
Vor TV sah im Empress Ballroom noch "The Business". In letzter Zeit hatte ich einige alte Sachen dieser Streetpunk/Oi-Bands gehört. Aber "The Business"? Vor Jahren hatte ich auch schon einige Songs mitbekommen und schon damals war mein Urteil vernichtend gewesen.
Und dann kamen "TV Smith and the Bored Teenagers". Was neu war: die Spanier haben einen neuen Schlagzeuger. Chris erzählte, dass TV ihm erzählt habe, dass er sehr gespannt sei. Der alte sei vor drei Monaten aus der Band ausgestiegen. Und der neue - ein Deutscher, der in Barcelona lebt - sei wohl ziemlich gut. Und dem war auch so: der hatte einen "Wumms". Technisch ziemlich perfekte, trieb der die ganzen Advertsstücke mit einem Affentempo und einer beeindruckenden Ausdauer durch den Set. Das war schon großes Kino. Und der Empress Ballroom, der wie im Vorjahr sehr gut gefüllt war, reagierte enthusiastisch. Toll!
Danach unterhielt ich mich noch länger mit Dave, den ich bei TV getroffen hatte und ging dann ins Hotel. Neville Staple, die Talks oder die Ramonas hätte ich sicherlich gerne gesehen. Die ersten beiden habe ich schon in Blackpool erlebt - und die Ramonas kommen eh im November nach Deutschland. Also hatte der Schlaf Priorität. Und der tat auch gut.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen