Sonntag, 9. August 2015

Rebellion Festival @ Blackpool, Wintergardens 8.8.2015 (Pt. 1)

Ganz GROß
Der Tag begann mit der „Louise Distras Band“ im Empress Ballroom. Louise Distras hatte ich Solo vor einigen Wochen im Anyway in Essen gesehen. Es war ein ganz herausragendes Konzert. Jetzt spielte sie mit Band. Trotz der frühen Zeit – zu solchen Gelegenheiten habe ich den Empress Ballroom schon mehr oder weniger leer erlebt – waren ziemlich viele Leute gekommen. Louise Distras spielte also ihren Solo-Set jetzt elektrisch. Die ohnehin wunderbaren Songs bekamen jetzt noch mak einen drauf. Da der grandiose Schlagzeuger der UK Subs mit dabei war, hatten die Songs eine ungeheure Wucht. Es war beeindruckend, wie diese fragile und zugleich zornige Sängerin auf der Bühne stand und diese so große Bühne ausfüllte. Das kann nicht jeder.

Danach entschied ich mich, zur Almost Acoustic Stage zu gehen. Ich hatte auch Glück: direkt vor der kleinen Bühne wurde ein Stuhl frei. Und da saß ich so gut, dass ich – mit Blick auf das Programm – länger dort bleiben wollte.

Als erstes spielte dort „Andy Blade“. Er war/ist der Sänger von der Band „Eater“. Eater waren eigentlich nie die Band, die ich besonders mochte. Es gibt von denen ein paar Lieder, die toll sind. Aber sonst? Nun ja: Andy Blade spielte mit einem jüngeren Gitarristen zusammen und es war „ganz gut“. Das eigenlich beste Stück spielten die beiden dann direkt zu Beginn: „You“.
Heute – also am Tag danach – las ich dann, dass Andy Blade und seine Begleitung direkt nach dem Auftritt dabei erwischt worden sind, wie sie versuchten ihre Festivalbändchen vor dem Venue zu verkaufen. Darauf wurden sie offiziell „rausgeworfen“. Da „Eater“ für nächstes Jahr schon angekündigt waren, vermute ich, dass daraus wohl nichts werden wird. Jedenfalls habe ich jetzt verstanden, warum während des nächsten Auftrittes der Stage-Manager mit dem Gitarristen dessen Sachen von und neben der Bühne holte und diesen dann regelrecht hinauseskortierte.

Jedenfalls spielte als nächstes auf der kleinen Bühne eine Band, die mir von einigen sehr empfohlen wurde: Die „Barstool Preachers“. Der Sänger ist wohl der Sohn vom Cock Sparrer-Frontmann. So saßen dann auf einmal neben und hinter mir einige aus dem Cock Sparrer-Familien-Clan. U.a. auch der Vater, der - weil ich quasi neben ihm saß - mich nach dem Set fragte, wie ich die Band gefunden habe. Ich sagte: „Gut“ – was auch stimmte. Die Band war gut, der Sänger hat enorme Entertainment-Qualitäten. Ich bin mir nicht sicher, ob ich mir von denen eine CD kaufen würde. Aber live waren sie schon sehr unterhaltsam.

Als dritte Band spielten dann „The Boys“. Darauf war ich sehr gespannt. Das Interessant an der Acoustic Stage ist ja, dass da Bands bzw. deren Sogns noch einmal eine ganz andere Note bekommen. So war es auch bei den Boys. Aber zunächst: Sir Honest John Plain – wie ich vermutet hatte – fehlte. Er war vor einigen Wochen gefallen und ist mit einem Blutgerinsel im Kopf ins Krankenhaus gekommen. An seiner Stelle war ein anderer Gitarrist –wohl ein Freund der Band. Zudem fiel auf, dass der Schlagzeuger nichts dabei hatte, was ihn dazu brachte, auf einem leeren Gitarrenkoffer zu „trommeln“. Der Set war gut – weil er die Band einmal von einer Seite zeigte. Aber ansonsten. Auch wenn ich letzten Auftritt im ZAKK gut fand: diese Band ist zusehends auf dem absteigenden Ast.

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