Mittwoch, 26. August 2015

The Terraces, Galgenfrist & Los Explosivos @ Cologne, Sonic Ballroom 25.8.2015

The Terraces
Das war ein merkwürdiger Abend. Es regnete, es hatten gerade mal zwei Menschen - dazu gehörte ich - im VVK ein Ticket geordert und am Ende waren im Sonic Ballroom an diesem Dienstagabend gerade mal um die 25 Personen inkl. Thekenpersonal, Vorband und deren Gäste. Effektiv waren wohl mehr Leute wegen der Supportband "Galgenfrist" anwesend als Menschen, die die Terraces aus Melbourne anschauen wollten.
One-Man-Band
Und doch war es ein fantastischer Abend, was vor allem den Terraces lag. Aber alles der Reihe nach. Da kaum Leute da waren, hatte ich schon die Befürchtung, dass sich alles weiter nach hinten schieben würde. Dann stellte sich heraus, das neben der angekündigten Supportband auch noch jemand anderes spielen sollte. Das wiederum war sehr unterhaltsam. Der "Überraschungs-Support" entpuppte sich als Ein-Mann-Band. Ein Mexikaner, der in der Garage-Punk-Band "Los Explosivos" spielt. Der saß hinter dem Schlagzeug, bediente die Bassdrum und spielte dazu Gitarre. Vier Stücke gab er zum Besten. Das war gut und eigentlich viel zu kurz. Ich habe keine Ahnung, wie der zu der Ehre kam, an diesem Abend zu spielen - vielleicht hat er irgendwelche Connections zu den Terraces, da er hinterher am Merchstand die Reste der Australier - es ist quasi die Endphase der Tour - feil bot. Wie dem auch sei: das war eine nette Überraschung.
Galgenfrist
Dann kamen "Galgenfrist". Hmmmm. Das war kein schlechter Auftritt. Keine schlechte Band. Und ich muss gestehen: ich war ein wenig müde und hatte keinen großen Bock auf einen sehr langen Abend und die Vorstellung evtl. erst nach Mitternacht zu Hause anzukommen, um dann um 6.00 wieder aufzustehen, erhellte nicht unbedingt meine Laune. Aber - jetzt kommt die Einschränkung - am Ende war ich froh, dass die Band aufhörte zu spielen...immerhin nach zwei Zugaben. Es ist eine dieser Bands, die man live ertragen kann, aber an deren Stücke ich mich - einen Tag später - einfach nicht mehr erinnere. Was aber wirklich schräg...sehr schräg war: als der Sänger - wie das so ist - dankte, dass sie Support sein durften und dann nicht wußte, wie die Hauptband hieß. Autsch! Irgendwie passte das aber an diesem Abend. Es waren eben mehr für die Vorband als für den Hauptact anwesend. Immerhin sind hinterher (fast) alle geblieben. Da habe ich schon ganz andere Dinge erlebt.

Gary Buckley
Dann - es war schon verdammt spät - kam der Auftritt der Terraces. War ich in Blackpool schon begeistert, zog es mir jetzt die Socken aus. Das lag zum einem daran, dass ich jetzt direkt vor der Bühne stand und der Sound sehr, sehr viel besser als in der Arena in Blackpool war. Und zum anderen wirkt diese Band in einem kleinen Laden umso mehr. Spielt die Band in Blackpool - dem Zeitplan des Festivals war das geschuldet - nur eine knappe halbe Stunde, waren es diesmal eine 3/4 Stunde. 13 Stücke, die eigentlich ohne Ausnahme auf den Punkt trafen. Dabei ist für mich der gerade der Sound der Gitarre bzw. wie der Gitarrist sein Instrument traktiert "outstanding". Wer "The Clash" mag, wird diese Band lieben. Wohlbemerkt: es ist keine Clash-Cover-Band (auch wenn "Complete Control" gespielt wurde...und dieses Cover fantastisch ist)! Und dieser Gitarrensound kann einen süchtig machen. Hin zu kam natürlich, dass diese Band ziemlich perfekt ist. Da passte alles zusammen. Und wie sich hinterher rausstellte, gibt es hinter dem eher unnahbaren Auftreten der Band und besonders des Sängers eine sehr freundliche Seite. Als ich den Sonic Ballroom verließ, stand die Band im Biergarten. Ich ging noch kurz hin und sagte, dass mir der Auftritt extrem gut gefallen und dass ich die Band schon in Blackpool gesehen hätte. Da entstand ein sehr freundliches kurzes Gespräch...was ja auch schön ist und den Abend auf besondere Art und Weise abrundete.
Im Auto ging mir dieser Auftritt noch sehr nach. Es ist schon faszinierend, dass so eine Band, von Musikern mit eindeutiger Vergangenheit (u.a. One Way System, Rose Tattoo und Tank) 2015 so einen Sound auf die Bühne bringen und soviel Gutes so wunderbar neu gemixt zu Gehör bringen, dass Menschen wie ich nur lächelnd vor der Bühne stehen können. Ganz großes Kino!



Das war die Setlist:

The Internationals
Care About Nothing
25 Years
The Hustler
Victim of Circumstance
Anxiety
Stand Up
Ragged Glory
Good Day To Die
Union
Complete Control (The Clash)
Nothing At All

Perfect Company

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