Donnerstag, 27. August 2015

The Terraces, Los Explosivos & Aggressive @ Duesseldorf, Tube 26.8.2014

Geladen...voller Energie!
Und täglich grüßt das Murmeltier! Wie schon am Vorabend schien sich alles zu wiederholten: am Ende waren mehr für die Vorband gekommen. Effektiv - bewusst für die Hauptband - wenn überhaupt nur eine Handvoll Menschen. Was für ein Jammer. Erfrischend war allein der Umstand, dass10-12 Zimmermannsgesellen auf der Walz entschieden, den Abend im Tube zu verbringen. Das war witzig - speziell dann als die vorne mit tanzten bzw. sich in der Gegend herumschubsten.
Aber auch hier der Reihe nach: ich kam zum Tube und da saßen nur die Terraces vor dem Tube und fingen direkt ein Gespräch an. Aus dem Gespräch erfuhr ich, dass die Band doch ein wenig angefressen war angesichts des kleinen Publikums am Vorabend...und dass sie davon ausgingen, dass es in Düsseldorf wohl nicht sehr viel besser werden würde.

Explosiv!
Gegen 20.30 begann wieder der Mexikaner von den Los Explosivos vom Vorabend. Er sprang für die zweite Supportband ein, die noch am gleichen Tag ihren Auftritt (glücklicherweise) absagen musste. Diesmal spielte er nicht nur vier Songs, sondern - wenn ich richtig mitgezählt habe - sieben. Wieder - und da will ich mich nicht groß wiederholen - war das großartig. Erst stand ich ganz allein vor der Bühne - dann kamen noch vier oder fünf Leute. Hartes Brot für Künstler.

Hmmmmmh...

Nach einer relativ kurzen Umbaupause kamen Aggressive auf die Bühne. Hmmmm. Ich wollte mir die erst gar nicht angucken. Dann habe ich es aber trotzdem getan. Agrressive sind eine Skin-Band aus dem Ruhrgebiet. Musikalisch war das gar nicht schlecht: Oi/Streetpunk mit einigen amerikanischen Einflüssen - so war das bei der Ankündigung für den Abend ganz gut auf den Punkt gebracht. Die Band spielte ziemlich gut. An sich unterhaltsam. Trotzdem merkte ich ein gewisses Unwohlsein. Das Stück "What I am" z.B. hat - wenn ich das richtig verstanden habe - den Refrain "I'm not a nazi...and I'm not red". Irgendwie ein Klassiker aus diesem Genre. Die Verweigerung sich politisch zu positionieren und darauf zu pochen, dass die Existenz als Skinheads für sich stehen kann. Das ist in der Szene als Argumentationsritual weit verbreitet. Aber - und das macht mein Unwohlsein aus - in unseren Zeiten, in denen ja gerade Skinheads hier in Deutschland nicht selten am rechten Rand vorzufinden sind, erscheint mir so eine Liedzeile mindestens naiv. Skindhead-Ideologie hin oder her: nichts ist kontextlos und so erscheint es mir zwingend notwendig, dass sich eine Band positioniert: gegen rechts. Zudem geht es mir ziemlich auf den Keks, wenn in so einem Refrain "rechts" und "links" - so die Suggestion - auf eine Ebene gebracht werden. Das ist im Endeffekt ein zutiefst konservatives Denken, Linke und Rechte in einen Topf zu werfen, um letztlich (das ist die böse Pointe!)  die Linke zu diskreditieren. Also - unter dem Strich: ich will der Band nichts unterstellen - erlebe nur die Attitüde gerade jetzt als nicht angemessen.


Brilliant: Dean Tsolondres
Jedenfalls kamen dann die Terraces. Sie wirkten auf mich jetzt noch mehr angefressen. Der Sänger - Gary Buckley - wetterte auch einige Male zwischen den Songs herum. Es schien so, dass er ziemlich geladen war. Es ist schon bitter, zu erleben, dass so wenige Leute zu ihrem Konzert gekommen sind. Gleichwohl: die Band war geladen und dadurch war der Set noch brachialer als der am Vortag. Da war mehr Zorn drin. Der Musik hat das nicht geschadet. Ansonsten könnte ich nur das wiederholen, was ich zum Kölner Auftritt geschrieben haben: eine fantastische Band! Diese Gitarre! Unglaublich! Nachdem ich jetzt die Band dreimal gesehen habe, kann ich nur sagen, dass jeder Auftritt hinreißend gewesen ist. Ich hoffe sehr, dass in Berlin - beim nächsten Gig - im "Wild at Heart" diese Band mehr Resonanz erhält. Sie hätte es mehr als verdient. Nach dem Auftritt verschwand die Band dann auch im Keller, wo sich der Backstage-Bereich des Tube befindet. "Mund abwischen und weitermachen" - so erschien es mir. Verständlich. Ich verließ das Tube und bekam sogar direkt eine Bahn. Immerhin. Ich war dann kurz nach 23.00 zuhause. Das war gut. Ich war zufrieden und auch ziemlich müde.




Das war die Setlist:

The Internationals
Care About Nothing
25 Years
The Hustler
Victim of Circumstance
Anxiety
Stand Up
Ragged Glory
Good Day To Die
Union
Complete Control (The Clash)
Nothing At All

Perfect Company

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