Sonntag, 27. September 2015

Peter and the Test Tube Babies, New Town Kings & Line 418 @ Duesseldorf, Haus der Jugend 26.9.2015

Dicke Eier!
Ein wunderbarer Septemberabend. Und im Haus der Jugend sollten "Peter and the Test Tube Babies" spielen. Ursprünglich war das Konzert zusammen mit King Kurt angekündigt. Glücklicherweise fielen aber King Kurt als Support weg. Das war wirklich gut: denn King Kurt habe ich noch in schlechter Erinnerung. Abgesehen davon, dass diese Band eigentlich nur ein mittelmäßig gutes Stück hatten - Destination Zululand - hob sich in den 80ern diese Band eigentlich nur dadurch hervor, dass bei den Konzerten wie blöd mit Lebensmitteln rumgeschmissen worden ist. Vor Jahren sah ich einmal einen Livemitschnitt von jener Zeit aus dem Münchner Alabama und es war einfach nur schlecht. Aber wie schon bemerkt: diese Band fiel aus und es wurden direkt zwei Bands neu hinzugefügt: eine Düsseldorfer Lokalband mit dem Namen "Line 418" sowie die englische Band "New Town Kings".
Die erste Band - Line 418 - aus Düsseldorf-Bilk begann vor quasi leerer Halle. Nicht besonders viele kamen, um diese Band zu sehen. Dabei waren die gar nicht schlecht. Obwohl sie mit dem Handicap antraten, kurzfristig mit einem Ersatzdrummer aufspielen zu müssen - was für jede Band mehr als suboptimal ist...auch wenn der Ersatz das gut meisterte - spielten die drei einen guten Set. Als Support waren die gut gewählt. Und hätten mir am Ende auch genügt.Dann kamen die "New Town Kings" und die waren ok/nett. Und das war es auch. Hinter dem Namen verbirgt sich eine englische Band, die einen Mix aus Ska/Reggae machen. Als Vorband sicherlich unterhaltsam - auf die Dauer dann doch irgendwie nicht besonders toll. Ich kann es eigentlich gar nicht so recht beschreiben. Das eine oder andere Lied hatte was, aber der Rest hatte auch etwas Belangloses. Das hat alles niemanden "weh getan"...aber ich würde nicht extra für die ein Konzert-Ticket kaufen.
Scherzkeks
War schon bei den "New Town Kings" die Halle gut gefüllt, wurde es bei Peter and the Test Tube Babies richtig voll. Und dann sollte ein richtig unterhaltsames Konzert folgen. Die Band war gut drauf - das Publikum auch. Die Setlist bot zwar nicht besonders viel Variation zu dem, was die Band in den letzten Jahren live geboten hat, aber das ist in diesem Fall nicht ausschlaggebend. Wo es bei anderen Bands sehr schnell öde wird, wenn nichts Neues kommt, ist es bei der Band aus Brighton anders. Ich gehe eh davon aus, dass die Band das eh alles nebenher macht. Entscheidend ist vielmehr die Art und Weise, wie sie spielen. Hierbei war ich erst einmal erleichtert als ich sah, dass der eigentliche Drummer wieder dabei war. Der Auftritt in Blackpool im August diesen Jahres war effektiv nicht so toll gewesen: damals hatte ich den Eindruck, dass die Band ihren Auftritt eh irgendwie zwischen die jeweiligen Zuständigkeiten beim Festival (Sänger, Bassist und Gitarrist betreuten als Stage-Manager jeweils Bühnen) reingeschoben haben - erschwerend kam hinzu, dass sie mit einem Aushilfsdrummer aufspielten - der nicht gut war. So war die Band also in bester Besetzung da - und die Band hatte Spaß und machte verschiedene Scherze, die Unterhaltungswert hatten. Das vielleicht gelungenste Zwischenspiel war als der Sänger einem Typen, der direkt vor ihm mit seinem Handy fotographieren wollte, dieses einfach abnahm...und dann so tat, als würde er dessen Mutter eine obszöne SMS schicken. Eindrücklich war auch, wie der Sänger vom gleichen Menschen die Brille an sich nahm und auf besondere Art und Weise reinigte, indem er sie durch seine Hose zog...drinnen versteht sich. Musikalisch freute ich mich besonders über die Songs vom zweiten Album "The Mating Sounds of South American Frogs", das vielleicht das Beste ist, was diese Band jemals hervorgebracht hatte. So folgte bei der Zugabe als letztes Stück des Abends "September" - eine der Knaller dieser LP. Davor wurde "Elvis Is Dead" gespielt, das heutzutage eh nur noch selbstironisch zu verstehen ist. Ist doch der Sänger selbst nahezu "bleeding fat".
Historisch ist anzumerken, dass die Band an gleicher Stelle 1984 - also vor über 31 Jahren - spielte. Es war damals die Tour, nachdem "The Mating Sounds..." veröffentlicht war. Damals bekamen die Skins in Düsseldorf einen aufs Maul. Ich sah die Band damals am darauffolgenden Tag in der Bochumer Zeche, wo sich die Skins für Düsseldorf rächten und jeden verdroschen, der ihnen vor ihre erhobenen rechten Arme kam. Das war damals ziemlich übel. Eine Geschichte für sich. Umso schöner war, dass 2015 im Haus der Jugend alle zusammen einfach nur Spaß hatten.
Nach dem Konzert legte noch Jürgen auf, was sicherlich wieder vorzüglich war. Ich war aber an dem Tag durch und fuhr mit dem Fahrrad nach Hause.







Das war die Setlist:

Moped Lads
Run Like Hell
The Jinx
Never Made It
Unlucky Day
Shit Stirrer
Up Yer Bum
Spirit Of Keith Moon
Keep Britain Untidy
Shake My World
Transvestite
Maniac
Banned From The Pubs
Blown Out Again

Elvis Is Dead
September

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