Mittwoch, 16. September 2015

Steve Hackett @ Cologne, E-Werk 15.9.2015

Seniorenprogramm
Dieser Konzertbesuch ist unter der Kategorie "Regressiver Schub" zu verbuchen. Aber ich stehe dazu. Aus der Prä-Punk-Zeit gibt es für mich noch das eine oder andere, was ich bis heute gerne höre. Dazu gehören die wirklich frühen Alben von Genesis. In den 70ern konnte ich  phasenweise davon nicht genug bekommen: vor allem die beiden Alben "Foxtrot" und Nurcery Crime" liebte ich besonders...und tue das auch noch heute. Dummerweise hatte ich gerade diese beiden Alben Ende der 70er Jahre mit all dem anderen Vinyl verkauft und gerade bei diesen Alben bereue ich das im Rückblick...anders als bei vielem anderem, was ich heute auch nicht mehr hören würde.
Steve Hackett hatte ich noch 1979 quasi als Reflex auf die Jahre zuvor live angesehen: verkörperte er doch die Periode als Genesis noch gut waren. Das Konzert damals war ok. Seine frühen Solo-Alben waren in Ordnung auch wenn sie nicht im Ansatz den Charme der alten Genesis-Songs hatten. Und nun war Steve Hackett - mittlerweile 65 Jahre alt - auf Tour mit einem Programm, das sowohl seine Solo-Songs als auch alte Genesis-Stück umfasste (was 1979 noch nicht der Fall war). Cor und ich fuhren also in das E-Werk nach Köln und erlebten einen effektiv durchwachsenen Abend, den wir aber letztendlich nicht bereuten.

Gitarre spielen macht Spaß
Als wir kurz vor 19.00 vor dem E-Werk standen und uns die anderen anguckten, bemerkte Cor sehr treffend, dass das jetzt auch eine Warteschlange eines Kongresses für Elektro-Techniker sein könnte. Ein für mich mittlerweile eher ungewohntes Konzertpublikum, wo wir zudem zu den Jüngeren gehörten. Passend dazu war das E-Werk bestuhlt. Also definitiv kein "Rock'n'Roll" sondern eher "Rock'n'Rollator" im seniorengerechten Modus. Nun gut. Der Vorteil war, dass wir nicht drei Stunden - so lange dauerte das Konzert - stehen mussten. Wobei ich das Stehen spätestens bei dem Genesis-Part sehr vermisste. So saßen wir relativ eingezwängt in der Mitte des E-Werks und erlebten ein wahrhaft "geteiltes" Konzert.
Eröffnet wurde der Abend - ziemlich pünktlich kurz nach 20.00 - mit einem "Solo-Part", in dem Steve Hackett, der mit einer musikalisch hervorragenden Band (und mit sicherlich viel Technik im Hintergrund) spielte, seine Solo-Sachen zum Besten bot. Dieser Teil war für mich/uns eher anstrengend. Bis auf wenige Stücke (wie zum Beispiel "Everyday") war das eher öde. Es ist ein Song-Material, mit dem ich heute wirklich kaum noch etwas anfangen kann. Effektiv war auch der Applaus alles andere als enthusiastisch.

Data
Dann nach einer Pause von 15 Minuten kam dann ein geballter Genesis-Teil, der - und das war klasse - auch einige Stücke beinhaltete, die auch in der Vergangenheit eher selten gespielt worden sind. Allein für die beiden Stücke von "Foxtrott" hat sich dieses Konzert gelohnt. Bei dem Genesis-Teil ist anzumerken, dass der Gesangs-Part wirklich gut gelöst war: der Sänger, der aussah wie Data von Star Trek auf der Christopher Street Day Parade, war stimmlich ziemlich nah an Peter Gabriel dran, so dass es wirklich unterhaltsam war. Als letztes Stück des regulären Sets wurde dann auch noch "The Musical Box" gespielt, was wunderbar war. Dummerweise gab es zur Zugabe zuerst noch ein Solo-Stück, das für ein Stimmungsdrücker bei uns sorgte - aber der Schlusspunkt war dann "Firth of Fifth". Und das war ein guter Abschluss.

Unter dem Strich war es ein guter Abend mit gewissen Abzügen. Für uns war es aber vor allem ein Abend, an dem wir beide Musik aus unserer Jugend genießen konnten.




Solo Set
Spectral Mornings
Out of the Body
Wolflight
Every Day
Love Song to a Vampire
The Wheel's Turning
The Steppes
Loving Sea
Star of Sirius
Ace of Wands
A Tower Struck Down
Clocks - The Angel of Mons
Shadow of the Hierophant

Genesis Set
Get 'em Out by Friday
Can-Utility and the Coastliners
After the Ordeal
The Cinema Show
Aisle of Plenty
Hairless Heart
The Lamb Lies Down on Broadway
The Musical Box

Encore:
Icarus Ascending
Firth of Fifth

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