Sonntag, 1. November 2015

Garbage & Dutch Uncles @ Cologne, Palladium 31.10.2015

Beautiful Garbage! 
Ich mag Garbage. Auch wenn sicherlich die beiden ersten Alben unerreichbar sind, mag ich diese Band. Den Sound, den schottischen Akzent der Sängerin, die vielen tollen Songs. Daher war für mich auch klar, dass ich mir für das einzige (!) Deutschland-Konzert in Köln eine Karte kaufen würde. Es war nicht ausverkauft aber gut gefüllt. Vor 13 Jahren hatte ich die Band schon einmal am gleichen Ort gesehen. Damals - das letzte Konzert mit Jasper. Ein an dieser Stelle traurige Erinnerung - daneben ein Veranstaltungsort, der nicht zu meinen Lieblings-Venues gehört. Wobei zum gestrigen Konzert aber auch zu sagen ist, dass der Sound - da wo ich stand - einmal in Ordnung war.
1995!
Eröffnet wurde der Abend von den "Dutch Uncles" aus Manchester. Die waren ok. "Ok" deshalb, weil es ganz nette rhythmische Songs waren - die Verteilung der Instrumente bzw. die Vielfalt war gut. Trotzdem nervte mich ein wenig die Stimme des Sängers. Aber im Ganzen ware es ein guter Support, der sich auch ohne Murren an den 30-Minuten-Slot hielt. Fingen die "Dutch Uncles Punkt 20.00 an, hörten sie dann auch ziemlich genau 20.30 auf.
Kurz vor 21.00 - als der Umbau längst beendet war, wurde direkt am Bühnenrand ein weißer Vorhang runtergelassen. Ich stand direkt vor dem Sounboard und da waren zwei riesige Videobeamer platziert: die kamen jetzt zum Einsatz. Technisch - so würde sich im Laufe des Sets zeigen - lief noch nicht alles ganz rund. Die Band war - eingedenk der Zeitverschiebung - noch am Vortag in Washington gewesen. Alles musste irgendwie neu justiert werden. Nun denn: auch wenn dann am Anfang die Monitor-Technik nicht funktionierte, war das nicht schlimm: Shirley Manson überbrückte alles mit dem ihr eigenen, wunderbaren Charme.
Einfach eine tolle Band!
Da nun die aktuelle Tour ja ganz im Zeichen des Debut-Albums stand, wurde in einer beeindruckenden Collage, die auf den erwähnten Vorhang projiziert wurde, an diese Zeit vor 20 Jahren - 1995 - erinnert. Und dann - nachdem das Licht der Beamer erlosch ging von der Bühne aus weißes Licht an und man sah nur die Konturen der Band...wie sie ganz Halloween entsprechend...Masken aufhatten. Das sah toll aus. Nach dem ersten Song "Subhuman" fiel dann der Vorhang und es folgte ein wirklich fantastischer Set, bei dem die Band - bis auf die beiden letzten Songs - quasi alles aus der Anfangszeit von Garbage zum Besten gab: das komplette erste Album, B-Seiten, Sampler-Beiträge. Und das ist wirklich etwas Besonderes. Besser kann man das eigentlich nicht machen, wenn man so eine Retrospektive macht: es wird dann wirklich alles aus der Zeit gespielt. Zudem waren die beiden Cover-Versionen in jeder Hinsicht speziell: das Jam-Cover hatte einen eindeutigen Garbage-Stempel aufgedrückt bekommen. Es liegt natürlich immer auch an der Qualität der Vorlage, aber was Garbage aus dem Stück herausgekitzelt haben, hat mich sehr erfreut. Auch wenn ich als alter Jam-Fan bei Coverversionen dieser Band eher reserviert bin, kann ich nur meinen Hut ziehen. Und dann das zweite Cover von Voc Chesnutt, diesem wunderbaren Musiker, der sich vor einigen Jahren - weil er einfach nicht mehr konnte...ihm u.a. die Arztkosten in den USA über den Kopf wuchsen - das Leben genommen hatte. Es gibt kaum eine mehr ans Herz gehende Musik als die von Vic Chesnutt. Dass sich Garbage vor diesem Ausnahmemusiker verbeugen, zeugt nicht nur von einem guten Geschmack - es ist auch eine wunderbare Geste einem Menschen gegenüber.
Garbage haben - so wurde es verkündigt - nun auch noch ein neues Album fertig. Und das bedeutet, dass ich mich auf eine Tour im nächsten Jahr freuen kann. Ich hoffe, dass Garbage dann wieder in Köln aufspielen werden. Wenn es irgendwie möglich sein wird, werde ich mir ein Ticket kaufen. Diese Band macht mir einfach Spaß. Ich mag einfach Garbage...!

Das war die Setlist (laut Setlist.fm):

Alien Sex Fiend (20 Years Queer video intro)

Subhuman (A-Side Single)
Supervixen (Debut Album)
Queer (Debut Album)
Driving Lesson (B-Side of "Stupid Girl")
As Heaven Is Wide (Debut Album)
The Butterfly Collector (The Jam cover)
Not My Idea (Debut Album)
Trip My Wire (B-Side of "Queer")
Milk (Debut Album)
Fix Me Now (Debut Album)
My Lover's Box (Debut Album)
Sleep (B-Side of "Only Happy When It Rains")
#1 Crush (B-Side of "Subhuman")
Stupid Girl (Debut Album)
Dog New Tricks (Debut Album)
A Stroke of Luck (Debut Album)
Only Happy When It Rains (Debut Album)
Vow (Debut Album)

Kick My Ass (Vic Chesnutt cover)
Girl Don't Come (B-Side of "Only Happy When It Rains")
Cherry Lips (Go Baby Go!)
Push It


1 Kommentar:

  1. cooles Review,stimme dir fast zu 100 Prozent zu in allem.bis auf die Einschätzung des supports...aber sonst klasse und informativ und das ganze aus fan-sicht!

    AntwortenLöschen