Samstag, 21. November 2015

Wire & Safi @ Cologne, Gebäude 9 (20.11.2015)

W I R E
Wire gehören zu den Bands, die über die vielen Jahre immer auf hohem Niveau kreativ gewesen sind. Eigentlich spielen seit Beginn ihres Schaffens in einer anderen Liga. Und so sind sie einige der wenigen Bands, die eigentlich gar nicht enttäuschen können. Als deutlich wurde, dass an diesem 20. November ein Überangebot von guten Bands auf engstem Raum sein würde (.u.a, "The Pop Group" nur einige Kilometer weiter), war mir klar, dass ich trotzdem auf jeden Fall zu Wire gehen würde.
Safi
Das Gebäude 9 war nicht ausverkauft - am Ende aber relativ gut gefüllt. Als Opener betrat Punkt 20.00 eine deutsche Band mit dem Namen "Safi" die Bühne. Safi spielten einen kurzen Set von genau einer halben Stunde, um im Anschluss noch direkt nach Oberhausen ins Druckluft für das eigentliche Headliner-Konzert zu fahren. Diese Band war für mich eine Überraschung. Eigenwillig und gut. An manchen Stellen erinnerte mich das Trio an Sonic Youth aus den Anfangstagen. Glück gehabt: es war eine Band, die gut zu Wire passte. Schade war, dass aufgrund des "Nachfolgetermins" keine Zeit für einen Merchstand gab. Ich hätte mir glatt das aktuelle Album von Safi zugelegt. Nun denn.
Dann ging alles eh recht schnell. Wire positionierten ihre Instrumente. Low Budget: sie machten alles selber - und um 21.00 begannen sie. Es folgte ein Set über fast 90 Minuten, in dem sie fast das komplette neue Album spielten. Das war schön. Denn das Album "Wire" ist durch und durch gelungen. Und gerade auf diesem Album lässt sich eine Popsong-Perle finden': "In Manchester". Es erinnert an die "poppigen" Meisterstücke aus der Frühzeit der Band. Wobei es letztlich bei Wire ja immer so ist, dass sie ihre Songs in gewisser Weise auch immer "zerlegen": dabei ist nach wie vor der Jüngste in der Band - der vor einigen Jahren hinzugestoßene Gitarrist Matthew Simms - eine enorme Bereicherung. Er ist quasi der "Krachmacher" der Band, der mit seinen Gitarrenspiel und vor allem mit seinen Feedbacks dem Ganzen noch das Sahnehäubchen aufsetzt. Der Set aus 19 Songs war dann auch wie eine exzellent abgestimmte Einheit, die mein Herz höher schlagen ließ. Großes Kino.
Krachmacher
Im Blick auf die Bandmitglieder ist dann bei den drei Originalen anzumerken, dass sie sich mit ihren über 60 einfach gut halten - auch wenn Colin Newman mit seinem leicht schief sitzenden Hut und der entsprechend nicht ganz richtig sitzenden Brille mehr und mehr wie ein zerstreuter Professor aussieht. Und anders als in den Vorjahren hatte Graham Lewis keine lustige Kopfbedeckung. Und der Schlagzeuger - Robert Grey - saß wie immer konzentriert hinter den Drums und machte sein Ding.
Kurz vor 22.30 war dann Schluss. Beim Eingang gab es die Info, dass man mit der Eintrittskarte noch verbilligt beim Weekend-Festival vorbeigehen könne. Da aber The Pop Group dummerweise ihren Set zeitgleich mit Wire hatten, war das für mich keine Option. Hätten Pop Group später gespielt: dann wäre es an diesem Abend ein "Monster-Double-Bill" geworden.

Das war die Setlist:

Blogging
Joust And Jostle
Boiling Boy (A Bell Is a Cup Until It Is Struck)
Silk Skin Paws (A Bell Is a Cup Until It Is Struck)
Wolf Boar (New Song)
Mekon Headman (Object 47)
Burning Bridges
High
In Manchester
Sleep-Walking
Stealth of a Stork (Change Becomes Us)
Split Your Ends
Octopus
Blessed State (154)
Swallow
Harpooned

Brazil (Pink Flag)
Adore Your Island (Change Becomes Us)
Used To (Chairs Missing)

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