Montag, 14. Dezember 2015

Die Nerven & Levin Goes Lightly @ Essen, Weststadthalle (13.12.2015)

Keine Nervensägen
Die Weststadthalle ist ein guter Ort für Konzerte. Der Sound ist hervorragend. Für das Konzert "Der Nerven" war die Halle abgehängt - d.h.: verkleinert. An diesem Sonntagabend hatten sich vielleicht 200 Menschen eingefunden.
One-Man-Show
Eröffnet wurde der Abend von einem Musiker, der unter dem Namen "Levin Goes Lightly" auftritt. Auf der Facebook-Seite wird seine Musik als "Lo Fi Psychedelic Pop" beschrieben. Hmmm. Ich bin mir nicht sicher, wie man diese Musik besser beschreiben könnte: es gab viele Zitate aus der Zeit der späten 70er und ganz frühen 80er Jahre. Ich gehe einmal davon aus, dass er Bands wie Joy Division, die wirklich ganz frühen OMD oder auch die frühen Human League kennt und mag. In gewisser Weise war der rund halbständige Auftritt eine kleine Zeitreise zurück und dann doch mehr. Mir machte das jedenfalls großen Spaß. Abgesehen von dem merkwürdigen Hemd gefiel mir der Sound extrem gut: zum Teil minimalistisch - melodiös - wenn dann mal...dann nur hervorragend geklaut. Leider hatte ich nicht genügend Geld dabei: das aktuelle Album hätte ich mir sofort gekauft.

Das war die Setlist von "Levin Goes Lightly"
Pilot
She's dancing
Metropolis
Dizzy Height
Feelings lost

Hut ab!
Dann kamen "Die Nerven". Diese Band habe ich noch gar nicht so lange bewusst auf dem Schirm. Diese Band hat was. Sie sind sperrig. Verweigern sich. Setzen eigene Akzente. Sind extrem erfrischend - und haben drei hervorragende Alben herausgebracht. Zudem zeugen ihre Videos - die "offiziellen" - von einem erstaunlichen Ideenreichtum: allein das Video von "Angst", in dem Tocotronic den Part der Band übernimmt, ist fantastisch. In jeder Hinsicht "großes Kino". Kaum zu glauben, dass "Die Nerven" (und auch "Levin Goes Lightly) aus Stuttgart kommen. Aber wie es schon immer so ist: aus der Not werden große Bands geboren. "Die Nerven" spielten knapp 70 Minuten. Und diese 70 Minuten hatten es in sich. Beim Anblick dieser Band spürte man förmlich, was da im Zusammenspiel dieser drei Musiker abgeht. Die Musik verknüpft mit diesen, auf den Nerv drückenden Texten bildeten einen Sog, dem ich mich an diesem Abend kaum entziehen konnte. Quasi als Herzstück - mitten im Set - spielten sie dann "No Love Lost" von Joy Division in einer hinreissenden Version.
Ich ziehe somit meinen Hut vor dieser Band und freue mich schon auf eine nächste Gelegenheit, diese Band live zu sehen.


Das war die Setlist von "Die Nerven":
Die Unschuld in Person
Albtraum
Hörst Du mir zu?
Barfuß durch die Scherben
Gerade deswegen
Blaue Flecken
No Love Lost (Joy Division)
Jugend ohne Geld
Dreck
Der letzte Tanzende
Angst

Den Tag vergessen
Die Bösen
Nie wieder scheitern

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