Freitag, 4. Dezember 2015

The Adicts & Bonsai Kitten @ Bochum, Bahnhof Langendreer 2.12.2015

Großes Feuerwerk!
Wo Licht ist, ist auch Schatten. Konnte ich am Tag zuvor in Köln als Support von CJ Ramone eine fantastische Vorband erleben, gab es in Bochum das absolute Kontrastprogramm: Bonsai Kitten. Was für eine grottenschlechte Band! Ich ahnte schon Schlimmes als ich den Gitarristen mit der V-Gitarre sah. Ich hatte vorher gelesen, dass die Band irgendwas mit Glam-Einfluß macht. Naja. Es war eher eine Variante von „Doro“. Und dachte ich immer, dass die in aller Schrecklichkeit nicht zu toppen sei: da habe ich mich geirrt. Allein das, was die Sängerin an Sprüchen rausgehauen hat, tat einfach nur weh. Ok: die haben sich als Anheizer der Adicts verstanden. Aber ich hatte eher Sorge, dass sie an diesem Abend die Stimmung nur drücken könnten. Nach immerhin 45 Minuten war ich erlöst. Aber diese 45 Minuten waren nicht schön.
Gegen 21.30 kam dann das Intro für den Adicts-Auftritt. Nach dem Set in Blackpool war ich voller Vorfreude nach Bochum gefahren. Witzigerweise hatte ich mir das Bochumer Ticket noch vor dem Rebellion Festival gekauft – allein schon deshalb, weil ich nicht absehen konnte, ob ich die Band beim Festival sehen könnte. Sollte die Band nur ansatzweise das bringen, was ich dort erlebt habe, dann wäre der Abend mehr als gerettet. Und was soll ich sagen: sie waren sogar noch besser.
Natürlich mag jetzt der eine oder die andere einwenden, dass die Adicts letztlich ihren Anfang der 80er Jahre etablierten Sound nur kultivieren. Das stimmt. Die Setlist zeigt, dass der Großteil der
Just a Troubadour...
Stücke von den ersten drei Alben stammen (inkl. This Is Your Life – der Compilation, auf der die verschiedenen Singles aus der Anfangsphase vereinigt sind). Das sind für mich auch nach wie vor die besten Alben. „Songs Of Praise“ und „Sounds Of Music“ habe ich damals bis zum Abwinken gehört und leider die Band in der Phase – als sie hier auf Tour waren – verpasst. Alles was danach kam, fällt ab und es finden sich daher immer nur vereinzelte Stücke der späteren Alben auf der Setlist. Aber: die Band spielt alles so frisch, dass es einfach einen hohen Unterhaltungswert hat und somit sehr viel Spaß macht. Umso bemerkenswerter ist das, weil ich schon früh in Bochum war und mitbekam, wie die Band aus dem Bandbus ausstieg: müde – man konnte ihnen ansehen, dass sie schon längere Zeit auf Tour sind. Das ist Knochenarbeit. Und die sind alle nicht mehr so jung. Trotzdem: als die auf die Bühne kamen, war davon nichts mehr zu spüren. Die machten ihr Ding – und das war toll!
War an dem Abend zuerst die Empore gesperrt, wurde sie kurz vor dem Hauptact des Abends geöffnet und ich ergatterte einen Platz direkt an der Brüstung. Die Videos mögen für die gute Perspektive stehen, die ich hatte.
Die Adicts live – das ist großes Kino. Und allein das letzte Stück „You’ll never walk alone“ – die B-Seite der „Chinese Takeaway-Single“ ist das Geld schon wert: Konfetti, Bälle – das volle Programm. Ich war so begeistert, dass ich auf halber Strecke auf den falschen Knopf drückte und dummerweise das Video beendete.







Das war die Setlist der Adicts:
Let's Go
Just Like Me
Tango
Fuck It Up
Easy Way Out
Numbers
Troubadour
Fucked Up
Life Goes On
Rockin' Wrecker
I Am Yours
You're All Fools
Go Genie Go
Chinese Takeaway
Bad Boy
Joker in the Pack
Crazy
Steamroller
Horrorshow
Who Spilt My Beer?
Viva La Revolution
You'll Never Walk Alone

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