Montag, 11. Januar 2016

David Bowie

Mit 69 Jahren ist David Bowie gestorben. Wie jeder Tod eines Menschen ist das einfach nur traurig. Und gleichzeitig ist so eine Nachricht ein Anlass, darüber nachzudenken, was speziell die Musik von David Bowie für einen bedeutet (hat). Ich muss gestehen, dass ich niemals "der" große Bowie-Fan gewesen bin. Einige meiner Freunde waren da immer sehr viel intensiver mit der Musik Bowies beschäftigt. Trotzdem gehört Bowie zu den Musikern, die mich musikalisch begleitet haben.
Mir fallen speziell drei verschiedene Momente ein:

Früher - Anfang der 70er Jahre - war nun mal "Bravo" eine Zeitschrift, an der man kaum vorbeikam. Es muss ca. 1973 gewesen sein, als ein Poster von David Bowie erschien. Irgendwie war selbst für mich als damals 12jähriger dieser Musiker magisch anziehend. War er ein Mann oder eine Frau? Letztlich hing dieses Poster nicht nur bei mir an der Wand, sondern auch bei allen meiner Freunde. Wir hörten damals alle Sweet oder Slade - Glamrock eben - und irgendwie passte dieses Poster voll da rein. Erst ein oder zwei Jahre später hörte ich bei einer Party meiner vier Jahre älteren Schwester, die bei uns zuhause stattfand das Ziggy Stardust Album, das einer ihrer Freunde mitgebracht hatte. Es ist für mich auch heute das beste Album von Bowie. Als ich dann - wiederum später - eines der Alben nach Ziggy Stardust bei einem Freund hörte (ich weiß nicht mehr welches) war ich enttäuscht (so wie ich auch später mit machen der Alben wenig oder nichts anfangen konnte). Vielleicht auch nur deshalb, weil ich die verschiedenen Transformationen Bowies nicht mitmachen wollte oder konnte.

Dann irgendwann Ende 1977 oder Anfang 1978: im Radio lief "Heroes". Wer konnte/kann sich diesem Lied entziehen. Es ist vielleicht "das" Lied, mit dem Bowie sofort assoziiert wird. Eine unvergleichliche Perle. Auch wenn ich zu dem Zeitpunkt eigentlich nur Hardrock hörte, liebte ich dieses Lied vom ersten Augenblick. Ich weiß heute noch ganz genau, wie ich in meinem Zimmer saß - es war dunkel draußen. Mich traf dieses Lied in Mark und Bein. Für mich als damals 16jährigen zeigte gerade dieser Song, wie das eigene Erleben/Fühlen sich an ein Lied koppeln kann. So sehe ich mich heute noch bei "Heroes" da auf meinem Bett sitzen und weiß noch genau was ich damals fühlte. Magisch!

Schließlich Spätsommer 1980. Ich war im "Rock On" in Düsseldorf - dem Plattenladen an der Schadowstrasse, in dem ich viel Geld damals gelassen habe. Ich verbrachte dort recht viel Zeit. Jedes Mal entdeckte ich damals entwes Neues. Und da lief dann auch die erste Single des "Scary Monsters" Album: Ashes to Ashes. Alle, die damals im Laden standen hatten ein Lächeln beim Zuhören auf ihren Gesichtern. Bowie war eben auch bei den Punks hoch im Kurs stehend - einer der wenigen, der nicht alt oder peinlich war. Entsprechend passte auch das danach erschienene Album "Scary Monsters" gut in diese Zeit. Die Single "Ashes to Ashes" habe ich heute noch. Ein wunderbares Stück.

In den drauf folgenden Jahren nahm ich die Veröffentlichungen von Bowie immer wahr auch wenn sie mich nie mehr so berührten. 1983 sah ich Bowie dann live im Ruhrlandstadium in Bochum auf der "Let's Dance"-Tour. So kommerziell erfolgreich er damals war: es war an sich in vielfacher Hinsicht enttäuschend. Auch wenn er damals auch diese von mir erwähnten wunderbaren Lieder spielte, hatten sie damals in diesem Stadium einiges von dem Besonderen verloren.
Auch das zweite Konzert, das ich sah - 2003 in Köln - war irgendwie nicht wirklich gut. Ich hatte eben das Pech, David Bowie nicht da zu erleben, wo er im wahrsten Sinne das voll ausgespielt hat, was er konnte und was er war.

Nun ist David Bowie tot. Er hinterlässt wunderbare Songs. Er prägte viele Musiker und Bands. Bowie prägte aber auch noch mehr. Die vielleicht schönste und auch intelligente Hommage an ihn sind die beiden britischen Fernsehserien "Life on Mars" und "Ashes to Ashes". Wer irgendwie die Möglichkeit hat, da dran zu kommen, wird sofort merken, wie grandios diese Serien sind und warum sie so heißen wie sie heißen.

Kommentare:

  1. Bist du sicher, dass du das geschrieben hast? Nicht ich??
    Mein erstes Bowie-"Erlebnis" war eben die Ziggy -LP und die war toll. Dann gab es drum herum noch so ein, zwei Platten, die ganz o.k. waren wie Hunky Dory oder Aladdin Sane.
    Nur komischerweise hat mich Heroes nicht sehr berührt, gehörte aber so zu Bowie wie Bolonaisesauce zu Spaghetti.
    Dann kam eben 1983 Bochum und sein katastrophal aalglatter und geleckter Auftritt im Ruhrlandstadion. Das war genau der Moment, wo ich tschüss zu ihm sagte und er mich nicht mehr interessierte.
    Immer wieder lief auch mal ein danach erschienenes Lied im Radio und ich fand es laaaangweilig. Später gab es im TV irgendein ebenfalls späteres Concert, wo ich mir ein einziges mal dachte: ach, so schlecht auch nicht. Das war's eigentlich.
    Er hat mich nie wieder interessiert.
    Und wenn er jetzt verstorben ist, berührt es mich in der Rubrik: "Mensch, schon wieder einen dieser Stars", aber weniger persönlich.
    Dennoch: R.I.P. im Musikerhimmel und say hello to Lemmy and Achim Mentzel!!
    Minimax

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  2. Du warst auch in Bochum 1983? Witzig, wie sich unsere Wege unbekannterweise schon früh gekreuzt haben. Ähnlich wie bei einem meiner besten englischen Freunde, wo wir auch 1982 gemeinsam und voneinander damals noch nichts wissend auf einem Konzert in London waren.
    "Aalglatt" - so war es 1983. Ich fand das ganze Setting richtig übel...und "Let's Dance" ist ernsthaft eines der miesesten Stücke von Bowie...

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