Freitag, 12. Februar 2016

Autobahn @ Cologne, Blue Shell 11.2.2016

A U T O B A H N
Es gibt derzeit in England einige sehr aufregende junge Bands. Eine davon ist die Band "Autobahn" aus Leeds. Als ich zuerst den Namen der Band las, musste ich lächeln. Es gibt außerhalb Deutschland eben viele, die nicht nur Kraftwerk, sondern vor allem Krautrock ala "Neu!" mögen und wertschätzen. Ich war auf jeden sehr neugierig. Erst Recht als mir ein Bekannter aus England erzählte, dass diese Band wirklich gut sei. So legte ich mir direkt Anfang dieses Jahres das Debut-Album der Briten zu - und ich war hingerissen. Im "Guardian" vom 21. August 2015 ist zum Stil der Musik zu lesen: "There isn’t a single note that doesn’t fit your idea of what a new version of that old Leeds/goth Unknown Pleasures-influenced scene/sound would be like, from Johnson’s lugubrious, stentorian tones, heavy with reverb, to the jagged, scything riffing, the dour, booming bass, the rattling intensity of the drums and the shrouded-in-dry-ice sonics.". Das trifft das ganz gut.
Dann - vor ca. 2 Wochen - sah ich, dass "Autobahn" im Blue Shell spielen würden. Perfekt. Als ich endlich an diesem Mittwochabend einen Park gefunden hatte - in Köln hat die Stadt freundlicherweise die Gebührenpflicht bis 23.00 hochgeschraubt - betrat ich kurz nach 20.00 ein quasi leeres Blue Shell. Es saßen zwar ein paar Leute an der Theke, doch die schienen nicht zahlende Besucher zu sein. Am Merchstand standen einige Bandmitglieder und ich führte ein nettes Gespräch mit dem Drummer. Köln sei der zweite Gig auf der Tour und ich hoffte inständig, dass ich nicht der einzige zahlende Besucher wäre. Als die Band dann um 21.00 auf die Bühne ging, waren es dann etwa 10, die das große Glück hatten, einen tollen Auftritt zu erleben. Wie zu erwarten war, spielte die Band einen großen Teil des Debut-Albums - in der Mitte und am Ende dann noch insgesamt drei Stücke von den ersten beiden 12-Inches. Energiegeladen - treibende Drums - wunderbare Gitarren und ein eindringlicher Gesang. 45 Minuten hohe Kunst, einen Set hinzulegen, nachdem sich der Zuschauer nur die Augen reiben kann, wie fünf junge Kerle das so hinbekommen...und dazustehen mit der bangen Frage, ob denn diese Band bitte schön recht bald wiederkommt. Wäre es nicht erst Anfang des Jahres: ich würde dieses Konzert mindestens unter die Top 5 für 2016 zählen.
Um 22.00 verließ ich dann das Blue Shell und erreichte mein Auto noch vor Ablauf der Parkzeit.


Das war die Setlist (die mir die Band freundlicherweise direkt via Facebook zukommen ließ):

Missing in Action
Immaterial Man
Beautiful Place To Die
Ostentation
Passion
Lost Tongue
Seizure
Suicide Saturday
Impressionist
Society

Pale Skin

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